Schuldengrenze abschaffen
Moody's entwirft Rettungs-Szenario für klamme USA

In Washington feilen Republikaner und Demokraten an einem Kompromiss im US-Schuldenstreit. Platzen die Gespräche, schlittern die USA in die Pleite. Wie das vermieden werden kann, skizziert nun die Ratingagentur Moody's.
  • 17

New YorkMoody's rät den USA, die Schuldenobergrenze ganz abzuschaffen und so Unsicherheit bei Investoren zu vermeiden. Die USA gehörten zu den wenigen Staaten, in denen die Politik über die erlaubte Gesamtverschuldung abstimmen müsse, was immer wieder für Unruhe bei den Anlegern sorge, teilte die Agentur am Montag mit. „Wir würden das Risiko geringer einschätzen, wenn die Regierung beim Thema Verschuldung diese Unsicherheit herausnimmt“, schrieb Moody's-Experte Steven Hess.

Die Verschuldung der USA hat die gesetzlich festgelegte Obergrenze von derzeit 14,3 Billionen Dollar bereits erreicht, ab Anfang August droht die Zahlungsunfähigkeit, wenn die Grenze nicht weiter angehoben wird. Erst in der vergangenen Woche hatte Moody's damit gedroht, den USA ihre Topnote AAA zu entziehen, wenn die Regierung nicht mehr zahlen könne.

Damit erhöhte die Agentur den Druck auf die Politik, sich im festgefahrenen Schuldenstreit doch noch zu einigen. Zwar sei grundsätzlich die Gefahr gering, dass die USA zahlungsunfähig würden, weil sich Republikaner und Demokraten bisher noch immer auf eine Anhebung der Schuldengrenze einigen konnten. Angesichts der derzeitig besonders stark verhärteten Positionen beider Parteien sei die Unsicherheit aber erhöht, sagte Hess.

Dessen ungeachtet zeichnet sich offenbar für einen Kompromissvorschlag zunehmend Unterstützung bei Demokraten und Republikanern ab. Seit Wochen ringen die Parteien nach einem Weg, bis zum 2. August den Kreditrahmen des Landes zu erhöhen und gleichzeitig zumindest ein abgespecktes Sparprogramm auflegen zu können.

Seite 1:

Moody's entwirft Rettungs-Szenario für klamme USA

Seite 2:

Stufenplan für noch mehr Schulden

Kommentare zu " Schuldengrenze abschaffen: Moody's entwirft Rettungs-Szenario für klamme USA"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Das ist das Aus für den Rater Moodys! Kein renommiertes Unternehmen täte eine derart unqualifizierte Aussage treffen.
    Es zeigt nur, das Moodys die globalen Interdifferenzen der Wirtschaftswissenschaften nicht kennt bzw. sie vorsätzlich ignoriert.
    Vor GEricht mit diesem Schmierentheater Moodys. Aber schnell, sonst gehen den gerateten Top-Banken dank Moodys bald die Anleger verloren. Einlagen adieu. Das BEste Eigentor seit langer Zeit.

  • Wie würde sich denn folgendes Szenario auswirken? Nur mal so angedacht. Die Hälfte der durch die FED neu geschaffenen Gelder wird für den Ankauf von Gold genutzt, der Rest geht in die Hilfsmaßnahmen. Der Goldpreis steigt sicher weiter, das Eigenkapital wird durch die Golddeckung des Eigenkapitals verbessert, von Zeit zu Zeit wird das Gold dann wieder zu den gestiegenen Preisen verkauft und der Gewinn wird zur Schuldentilgung genutzt.??!?

  • Könnte man sich auf ein Zahlensystem innerhalb des Berichtes einigen. Auf der ersten Seite werden Billionen US$ (in deutscher Zählweise 14300 Milliarden US$ Schuldenobergrenze) aufgeführt.

    Unter dem erwähnten Stufenplan auf Seite 2 werden 1,1 Milliarden Euro Einsparungen angekündigt, um die Schuldengrenze um 2,5 Billionen US$ (in deutscher Zählweise 2500 Milliarden US$)im nächsten Jahr erhöhen zu dürfen.

    Das scheint mir ein Missverhältnis zu sein, bitte um Aufklärung.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%