Schuldenkrise 10 Schritte zum harten Euro

Wen überzeugen Rettungsschirme, Anleihenkäufe und Kredithebel? Die Märkte jedenfalls nicht. DIW-Topökonom Ansgar Belke hat für Handelsblatt.com den Masterplan für eine wirklich stabile Währung aufgeschrieben.
  • Ansgar Belke
17 Kommentare

BerlinTrotz einer Reihe von EU-Gipfeln gibt es immer noch keine überzeugende Lösung der Euro-Schuldenkrise. Bislang hat die Politik deshalb nur zwei Optionen: Sie muss entweder immer größere Rettungspakete schnüren oder den Euro zerfallen lassen. Doch es gibt noch einen dritten Weg: Sie kann mit mutigen Reformen ein neues Währungssystem für Europa schmieden.

Dieser Bauplan für einen neuen Euro hat vier kurzfristige Bestandteile, um die Euro-Zone gegen eine sich selbst verstärkende Abwärtsspirale zu schützen. Langfristig muss in sechs Schritten die Glaubwürdigkeit des Euro wiederhergestellt werden. Dazu muss den Euro-Staaten der wichtigste Anreiz gegen zu hohe Schulden genommen werden: Die Sanktionsfunktion der Marktzinsen muss wieder greifen. Die Euro-Staaten müssen sich einer Lektion aus der Währungsgeschichte erinnern und sie konsequent umsetzen: Mitglieder einer Währungsunion dürfen keinen direkten Zugriff zur Notenpresse haben.

Ansgar Belke ist Forschungsdirektor für internationale Makroökonomie am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. Er lehrt Makroökonomie an der Uni Duisburg-Essen und ist Mitglied des „Monetary Expert Panels“ des Europa-Parlaments.

Befreiungsschlag für Griechenland: Umschuldung
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17 Kommentare zu "Schuldenkrise: 10 Schritte zum harten Euro"

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  • Die Partei der Vernunft PDV hat hier sehr gute Ansätze. Googelt mal "Wohlstand und soziale Sicherheit durch eine natürliche Wirtschaftsordnung"

  • Hier mein Vorschlag für eine stabile Währung:
    http://www.youtube.com/watch?v=-lHGOeFOtc4

  • Bei einem Schuldenschnitt von 50% wären es etwa 140 Mrd. Euro, die den Griechen erlassen werden müssten.
    Woher soll dann das Geld zur Rekapitalisierung der Banken kommen?

    Bei der aktuellen Marktsituation könnten sie nicht einmal 30 Mrd. EK-Verlust rekapitalisieren.

    www.erfoglznewz.de

  • Ins Geschichtsbuch schauen hätte geholfen, es wird gerade zu einemmittel gegriffen, das unter Mefa-GmbH und Öffa aus dem Dritten Reich bekannt ist. Damals benutzte man es zur Kriegsfinanzierung, wobei das verschleiert blieb... heute um zu hebeln und um Banken zu retten:
    EU, Euro, EFSF, ESM – vom Öffa-Wechsel zur Mefa-GmbH
    http://menschenzeitung.de/?p=10055

  • generell ist ein Schuldenschnitt für Griechenland ein kurzfristiger Befreiungsschlag. Generell wird aber der Systemfehler "Zins" wieder kopiert und übernommen. Dann dauert es wieder ein paar Jahre und wir haben wieder den gleichen Salat. Die Probleme werden immer! nur in die Zukunft verschoben. Ein stabiles Geldsystem, so viel habe ich mittlerweile gelernt, muss ein Gleichgewicht zwischen Geld und Produkte bzw. Güter haben. Nur jetzt kommt der Zins. Dieser weitet die Geldmenge aus und über die Zinseszinseffekte explodiert die Verschuldung "Global". Nachzulesen ist das im Buch Spielgeld von Stefan Groß. Sehr interessant sind seine Lösungen

  • Ach, lassen Sie diesen Unfug. Eine Weltregierung. Dass ich nicht lache. Müssen jetzt wieder die Juden, Freimaurer oder die Kanninchenzüchter herhalten? Illuminiati? Nein, unser Volk ist nur zu blöde, kompetentes Führungspersonal zu wählen. Jedem das seine...

  • Ihre Worte in Gottes Ohr!! Solange es in der EU nicht mög-
    lich ist ein Handelsrecht einzuführen, was allein schon
    an den Handelsrechten der einzelnen EU-Staaten und der
    Nichtbeachtung dieser Gesetze, wie die bisherigen Er-
    fahrungen zeigen, scheitern wird, werden die Überlegun-
    gen leider nur Theorie bleiben.
    So zeigen die Ausweitungen des Rettungsschirms den ver-
    zweifelten Versuch, etwas aufrecht zu erhalten, das jetzt
    schon, wie die jüngsten Ereignisse zeigen, zu einem Ding
    der Unmöglichkeit geworden ist. So hat die Währungsunion
    in ihrer jetzigen Struktur keine Überlebenschance, schon
    allein, da sie nicht mehr finanzierbar ist.

  • Vereinigte Staaten von Europa wären nur auf dem Gebiet der 27 Euro-Staaten sinnvoll. Schlicht um zu verhindern, dass Länder wie England oder Rumänien über unser Geld bestimmen. Vielleicht muss die Einheit sogar noch kleiner werden.

    Das Problem sind nicht primär die Schulden sondern ihre Verwaltung. Es muss aufhören, dass jedes Land der Währungsunion Geld nach Gutdünken ausgibt.

    Aber mit einer Wirtschaftsregierung werden wir mangels demokratischer Legitimierung nicht weit kommen. Daher braucht es einer Verfassung, die nach einer Euroland-weiten Volksabstimmung zur Grundlage des Vereinigten-Eurolands wird.

  • Der Haircut hat doch gleich zwei Schwierigkeiten: 1.) Die Schulden sind zwar weg aber neues Geld gibts keins mehr und die Wirtschaft ist am Boden. 2.) Die Ansteckungsgefahr dann sehr akkut ...
    Was Griechenland braucht ist ein Marschalplan: Die anderen EU Staaten müssen die Schulden übernehmen UND Griechenland braucht frische Mittel um die Wirtschaft anzukurbeln!
    Ein starker Euro nutzt nicht mal Deuschland wirklich viel ...

  • Vorsicht, hier wird purer Populismus betrieben. Fakt ist folgender: Allein Deutschland war in der Lager die Übernahme der DDR zu schultern. Jeder andere Staat wäre daran pleite gegangen. Zur aktuelle Krise: Warum ist jetzt die Staatsverschuldung ein so großes Thema. War ja seit Jahren schon bekannt oder nicht? Meines Erachtens würde ich zu folgenden raten: Schnellstmögliche Schaffung einer USE (Verein.Staaten von Europa) und dann würde ich wirklich die Finanzakteure beschneiden. CDS verbieten, ausser man hat die Staatsanleihen dazu, den gesammten Derivatenmarkt schließen (sofern das überhaut noch möglich ist) und die Banken an Ihre eigenliche Aufgabe (Versorgung der Unternehmen mit Krediten und Sammlung der Einlagen)erinnern. Die Zockerbuden à la GS und wie sie alle heissen zerschlagen. Weiters wären Investitionen in eur. Lander zu machen und nicht die Asiaten ausbeuten. (china, vietnam ...)

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