Schuldenkrise
Angst vor dem Dominoeffekt erfasst Portugal und Spanien

Spekulanten kennen keine Gnade: Das Hilfspaket für das hoch verschuldete Irland ist noch nicht in trockenen Tüchern, da werden die nächsten Kandidaten ins Visier genommen. Portugal stemmt sich noch mit aller Kraft gegen den Sog des Rettungsschirms. Und auch Eurozonen-Schwergewicht Spanien wehrt sich. Doch wie lange könne sich die Wackelkandidaten noch ohne EU-Finanzhilfen halten?
  • 16

HB LISSABON. An den Finanzmärkten wächst die Erwartung, dass Portugal nach Irland dort als nächstes Unterschlupf suchen muss. Die Regierung in Lissabon dementierte am Freitag zwar einen Zeitungsbericht, wonach andere Staaten auf einen Hilferuf dringen, um Ansteckungsgefahren zu unterbinden. Finanzminister Fernando Teixeira dos Santos klagte aber, manche Euro-Partner versuchten, zur Stabilisierung des Euro die im Fokus stehenden Länder zu einem Hilfsgesuch zu nötigen.

Auch EU-Kommission und Bundesregierung wiesen den Bericht zurück. Zugleich allerdings mahnten sie Portugal am Tag der Parlamentsabstimmung über den Haushalt zu einem strikten Sparkurs. Investoren befürchten, dass das Land ohne EU-Hilfe auf Dauer seine Finanzierungskosten nicht in den Griff bekommt. Verschärft wird die Situation durch die anhaltende Debatte über eine Ausweitung des Rettungsschirms.

Das Hilfspaket für Irland ist noch nicht in trockenen Tüchern, da werden die nächsten Kandidaten ins Visier genommen. Nach Informationen der „Financial Times Deutschland“ setzen die Mehrheit der Euro-Länder und die Europäische Zentralbank (EZB) Portugal unter Druck, von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) bereitgestellte Gelder in Anspruch zu nehmen. Ein Sprecher der Regierung in Lissabon nannte dies „vollkommen falsch“. Diese Formulierung gebrauchte auch EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso, der früher Ministerpräsident des Landes war. Ein Sprecher der Bundesregierung in Berlin unterstrich die Bedeutung der Sparbemühungen Portugals. „Die Bundesregierung drängt niemanden unter den Rettungsschirm“, machte er zugleich deutlich. Ähnliches ließ die Regierung Spaniens verlauten.

Das Land gilt als weiterer Wackelkandidat im Euro-Raum. Der Zeitung zufolge wollen Euro-Länder durch ihren Druck auf die portugiesische Regierung Spanien vor einer Rettungsaktion bewahren. „Wenn Portugal den Schirm nutzen würde, wäre das für Spanien gut, weil das Land in Portugal stark engagiert ist“, zitierte das Blatt aus Kreisen des Bundesfinanzministeriums. Der spanische Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero schloss „absolut“ aus, dass sein eigenes Land ein Rettungspaket benötigt. Die Investoren, die gegen Spanien wetteten, machten einen Fehler, sagte er dem Radiosender RAC1.

Seite 1:

Angst vor dem Dominoeffekt erfasst Portugal und Spanien

Seite 2:

Kommentare zu " Schuldenkrise: Angst vor dem Dominoeffekt erfasst Portugal und Spanien"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Das Gejammer der Deutschen geht mir langsam auf die Nerven. Es geht den Deutschen verhältnismäßig gut. Also freut Euch darüber und nicht immer jammern, wir wollen das den armen iren, Griechen, Portugiesen und ein Paar mehr überlassen, die haben Grund dazu.

  • Steuerzahler sind doch glückliche Menschen, die verdienen soviel, dass sie Steuer zahlen dürfen in Deutschland.

    Wer zahlt denn hier viele Steuern: Das sind die doppelt und dreifach abgesicherten Doppelverdiener ohne und mit Kindern. Die evrdienen sociel, dass sie auch noch Steuern zahlen müssen in Deutschland die Armen. Die Einkommenssteuer ist die Steuer wo die Unternehmen überhaupt noch Steuern in Form von Gehalt abführen. Werden die Steuern gesenkt, ja glauben sie das ist dann zunächst ihre Gehaltserhöhung, anschließend werden wieder die Löhne gesenkt. Und die Unternehmen häufen weiterhin ihre Gewinne auf, wo sich dann ein paar insolvenzberater und andere Akademiker und Unternehmer daran bereichern.

  • Pedro ist mit seiner antideutschen Hetze hier nicht ernst zu nehmen. Die Keule, die er schwingt, interessiert heute niemanden mehr. Die Zeit der Ausbeutung und Nutzbarmachung deutschen Schamgefühls ist vorbei. Das sollte er mal zur Kenntnis nehmen!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%