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Schuldenkrise: Asmussen warnt vor Staatspleite Zyperns

Zypern dürfe man nicht einfach pleite gehen lassen, fordert EZB-Direktor Jörg Asmussen. Die Risiken seien nicht vorhersehbar und selbst ein so kleines Land könnte systemrelevant sein.

Joerg Asmussen, EZB-Direktor, warnt davor Zypern Geldhilfen zu verweigern. Quelle: dapd
Joerg Asmussen, EZB-Direktor, warnt davor Zypern Geldhilfen zu verweigern. Quelle: dapd

BrüsselEZB-Direktor Jörg Asmussen hat die Regierungen der Euro-Zone davor gewarnt, Zypern die beim Euro-Rettungsschirm ESM beantragten Milliarden-Hilfen zur Stabilisierung seines Staatshaushalts zu verweigern.

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Das Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag in Brüssel: „Eine ungeordnete Entwicklung in Zypern könnte die im vergangenen Jahr gemachten Fortschritte bei der Stabilisierung der Euro-Zone unterminieren.“ Das Land sei klein, könne aber dennoch systemrelevant für die gesamte Euro-Zone sein.

Die Ratings der Euro-Länder

  • Belgien

    S&P Rating: AA
    Ausblick: Negativ
    Moody's Rating: Aa3
    Ausblick: Negativ
    Fitch Rating: AA
    Ausblick: Stabil

  • Deutschland

    S&P Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Aaa
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

  • Estland

    S&P Rating: AA-
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: A1
    Ausblick: Stabil

    Fitch Rating: A+
    Ausblick: Stabil

  • Finnland

    S&P Rating: AAA
    Ausblick: Negativ

    Moody's Rating: Aaa
    Ausblick: Stabil

    Fitch Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

  • Frankreich

    S&P Rating: AA
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Aa1
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: AA+
    Ausblick: Stabil

  • Griechenland

    S&P Rating: B-
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Caa3
    Ausblick: Stabil

    Fitch Rating: B
    Ausblick: Stabil

  • Irland

    S&P Rating: BBB+
    Ausblick: Positiv

    Moody's Rating: Ba1
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: BBB+
    Ausblick: Stabil

  • Italien

    S&P Rating: BBB
    Ausblick: Negativ

    Moody's Rating: Baa2
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: BBB+
    Ausblick: Stabil

  • Luxemburg

    S&P Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Aaa
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

  • Malta

    S&P Rating: BBB+
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: A3
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: A+
    Ausblick: Stabil

  • Niederlande

    S&P Rating: AA+
    Ausblick: Negativ

    Moody's Rating: Aaa
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: AAA
    Ausblick: Negativ

  • Österreich

    S&P Rating: AA+
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Aaa
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

  • Portugal

    S&P Rating: BB
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Ba2
    Ausblick: Positiv

    Fitch Rating: BB+
    Ausblick: Negativ

  • Slowakei

    S&P Rating: A
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: A2
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: A+
    Ausblick: Stabil

  • Slowenien

    S&P Rating: A-
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Ba1
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: BBB+
    Ausblick: Negativ

  • Spanien

    S&P Rating: BBB
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Baa3
    Ausblick: Stabil

    Fitch Rating: BBB
    Ausblick: Stabil

  • Zypern

    S&P Rating: B
    Ausblick: Positiv

    Moody's Rating: Caa3

    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: B-

    Ausblick: Stabil

Die zyprische Regierung hatte beim ESM Hilfen von gut 17 Milliarden Euro beantragt, vornehmlich, um seine Banken zu stabilisieren. In der Euro-Zone wird kritisiert, die Regierung unternehme zu wenig, um die EU-Geldwäschestandards einzuhalten.

Asmussen sagte am Rande eines EU-Finanzministertreffens, normalerweise würde man annehmen, dass die Folgen einer Pleite Zyperns begrenzt wären. „Aber man sollte auch erkennen, dass die Lage nicht normal ist“, warnte er: „Die Lage (in der Euro-Zone) ist noch immer fragil.“ So könnte eine ungeordnete Entwicklung in Zypern Griechenland in Mitleidenschaft ziehen, was wiederum für Staatsanleihen anderer Länder negative Folgen haben könnte.

„Vor diesem Hintergrund erwarte ich, dass eine Entscheidung über den Hilfsantrag Ende März fallen könnte“, sagte Asmussen. Dabei müsse auch die Geldwäscheproblematik geklärt werden.

  • 22.01.2013, 13:53 UhrLug_und_Trug

    Zitat: "Die Risiken seien nicht vorhersehbar und selbst ein so kleines Land könnte systemrelevant sein."

    Ich kann es nicht mehr hören. Vor unseren demokratisch nicht legitimierten sogenannten "Führungs-Eliten" kann einem nur noch Himmelangst werden!

  • 22.01.2013, 13:59 UhrVicario

    Zitat : „Die Lage (in der Euro-Zone) ist noch immer fragil.“ So könnte eine ungeordnete Entwicklung in Zypern Griechenland in Mitleidenschaft ziehen, was wiederum für Staatsanleihen anderer Länder negative Folgen haben könnte.

    Folglich darf "NIE" ein Land in der €-Zone Pleite gehen :
    - geht Zypern Pleite, geht Griechenland Pleite
    - geht Griechenland Pleite, geht Bulgarien und Frankreich pleite
    - geht Frankreich Pleite, geht Italien und Spanien Pleite
    -geht Spanien Pleite, geht Portugal Pleite

    Diese ClubMed-Pleiten reichen völlig aus, um Deutschland Pleite gehen zu lassen !

    - geht Deutschland Pleite, gehen Österreicher und Holländer Pleite

    Somit ist die €-Zone komplett Pleite !!!!

    DER STEUERZAHLER DER EU KANN SICH WEITERHIN FREUEN,
    WIE FINANZDILETTANTEN A LA ASMUSSEN IHNEN DAS GELD
    AUS DER TASCHE ZIEHEN !!!!

    Es wird gerettet, bis ALLE PLEITE SIND !!!!

  • 22.01.2013, 13:59 UhrRechner

    O-Ton Assmussen
    ------------------
    Zypern dürfe man nicht einfach pleite gehen lassen, fordert EZB-Direktor Jörg Asmussen.
    ------------------

    Kein Mensch will Zypern "einfach pleite gehen lassen".

    Bloß muß Zypern eben einem vernünftigen Sanierungsplan zustimmen.

    Sonst gib's nix.

    +++

    O-Ton Assmussen
    ------------------
    Die Risiken seien nicht vorhersehbar
    ------------------

    Die Risiken sind sehr wohl vorhersehbar.

    Die EZB muß ihre ELA Ausleihungen an die zypriotische Nationalbank abschreiben.

    Ein paar Kleptokraten verlieren ihre Einlagen bei den zypriotischen Banken, und ein paar französische und britische Banken müssen Kredite für ein paar Milliarden abschreiben.

    +++

    O-Ton Assmussen
    ------------------
    selbst ein so kleines Land könnte systemrelevant sein.
    ------------------

    Assmussen verwechselt systemrelevant mit relevant für Systemlinge.

    Denn natürlich mögen die Zentralbanker keine Abschreibungen - das sieht ja so aus als hätten Sie schlecht gewirtschaftet.

    Die Verwechselung von Eigeninteresse und Systeminteresse ist bei Bonzen häufiger anzutreffen.

    Sozusagen ein systemischer Fehler.

    ...

    Man kann nur hoffen das Merkel daraus gelernt hat und NIE WIEDER die Direktionspositionen bei der EZB dazu verwendet um ein warmes Plätzchen für unfähige Funktionäre zu finden.

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