Schuldenkrise
Berlusconi will Märkte mit Turbo-Wachstum besänftigen

Lange hatte er sich nicht zur Krise seines Landes geäußert, jetzt zwangen die Märkte ihn dazu. Berlusconi spricht im Parlament von „soliden wirtschaftlichen Fundamenten“. Und er verspricht Wachstum, Wachstum, Wachstum.
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RomItaliens Regierungschef Silvio Berlusconi hat das Sparpaket und die Krisenmaßnahmen seiner Regierung gegen den Druck der Finanzmärkte verteidigt. Die Banken des Landes seien solide, die Wirtschaft vital, sagte Berlusconi am Mittwoch in einer Stellungnahme vor dem Parlament in Rom. Um die Schulden- und Finanzkrise jetzt zu überwinden, müssten alle zusammenarbeiten, forderte er das Land zu einem Wachstumspakt auf. „Politische Stabilität ist dabei die Waffe gegen die Spekulation“, erklärte der Mitte-Rechts-Regierungschef zu den negativen Reaktionen der Finanzmärkte auf Italiens Schuldenkrise.

Zusammen mit der Industrie müsse Italien nun Investitionsquellen auftun, um das Ziel des Wachstums von Wirtschaft und Beschäftigung zu erreichen, erklärte Berlusconi vor den Abgeordneten. Er verwies auf einen milliardenschweren Entwicklungsplan für den Süden des Landes und die Anstrengungen der Regierung, Bürokratie und die „Kosten der Politik“ abzubauen. „Wir haben solide wirtschaftliche Fundamente“, zeigte sich Berlusconi optimistisch. Das jüngste Sparpaket seiner Regierung werde auch von Brüssel als „angemessen“ eingestuft. Die Probleme des Landes seien die Folge internationaler Entwicklungen.

Nervöse Finanzmärkte und Verluste an der Börse hatten die Tage vor der Rede geprägt. Vor allem waren die Zinsen für die italienischen Staatsanleihen dramatisch angestiegen. Italien hat nach Griechenland mit 120 Prozent des Bruttoinlandsproduktes immerhin den zweithöchsten Schuldenstand der Eurozone. Ein Stabilitätsausschuss unter Finanz- und Wirtschaftsminister Giulio Tremonti war am Vortag zu dem Schluss gekommen, das Land stehe „solide“ da. Berlusconi bekräftigte das Ziel, bis zum Jahr 2014 einen ausgeglichenen Haushalt zu schaffen.

Kommentare zu " Schuldenkrise: Berlusconi will Märkte mit Turbo-Wachstum besänftigen"

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  • Genau DAS haben die Italiener kapiert. Deutschland hat von der Euro-Strangulierung der mittelstaendischen italienischen Wirtschaft profitiert und die Franzosen haben sich grossflaechig bei Banken, Versicherungen und der GDO eingekauft. Die Gegenposition, die von der italienischen Politik und Wirtschaft gefordert wird, sind die Euro-Bonds. Un die kommen - wenn Lega Nord und Vendola vor den naechsten Wahlen das Ende des Euro in Italien fordern, geht Bruessel der Stift. Italien ist weiterhin Nettozahler in Europa, soll 16 % aller Euro-Pakete schultern, hat die zweitgroesste Industrie in Europa (groesser als F), traegt nicht die moralische Last eines verlorenen Weltkriegs....- welcher Europaeer soll denen Druck machen ?? Wenn die mit einem haircut aus dem Euro aussteigen, dann gehen die deutschen und franzoesischen Banken gegen die Wand und in D verdoppelt sich die Arbeitslosigkeit; der deutsche Mittelstand kann Nichts, was die Italiener nicht auch koennen - und mit der Lira koennen sie es billiger.

  • Der Mann ist ein Schauspieler. Alles was da rauskommt ist Muppet Theater. Wenn einer bei gleichbleibender Nachfrage wachsen will, in einem endlichen System , muß ein anderer schrumpfen. Wann kapieren diese Irren das eigentlich?

  • Sie haben schon den richtigen Artikel gelesen?....Oder?
    Ansonsten hier nochmal die Quelle:
    (http://www.handelsblatt.com/politik/international/berlusconi-will-maerkte-mit-turbo-wachstum-besaenftigen/4462300.html)

    MfG
    biggerB

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