Schuldenkrise
Es wird ein heißer Krisen-Sommer für Spanien

Für die spanische Regierung werden die Sommerferien dieses Jahr ausfallen. Zu ernst ist die Lage für das Land. Mit Selbsthilfe kommt Madrid aber nicht weiter. Die Euro-Retter haben es in der Hand, wie es weitergeht.
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MadridAllenfalls ein paar Tage im August können sich Premier Mariano Rajoy und seine Minister voraussichtlich nehmen, alle Regierungsmitglieder müssen aber permanent erreichbar und jederzeit abrufbar sein. Kein Wunder, ist doch das viertgrößte Land der Eurozone derzeit der größte Krisenherd in der nunmehr seit über zwei Jahren wütenden Schuldenkrise.

Die Renditen für spanische Staatsanleihen stehen auf Rekordhöhen seit Einführung der gemeinsamen europäischen Währung, selbst zweijährige Anleihen rentieren am Sekundärmarkt derzeit mit über sechs Prozent, zehnjährige Anleihen gar deutlich über sieben Prozent. Das bedeutet, dass sich der spanische Staat praktisch nicht mehr finanzieren kann. Damit ist auch alle anderen föderalen Verwaltungsebenen, den Regionen vor allem, der Zugang zu externer Finanzierung versperrt.

Auch die Unternehmen leiden unter dem Mangel an Liquidität und an den stetig schlechter werdenden Ratings. Denn die Ratingagenturen bewerten die Unternehmen eines Landes bestenfalls um eine Note besser als den Zentralstaat – und der wird mittlerweile fast schon mit Ramschstatus benotet.

Lange kann das nicht gutgehen, dass ist allen Akteuren im In- und Ausland bekannt. Doch wie eine Lösung, oder zumindest eine kurzfristige Erleichterung herbeigeführt werden soll, das ist bisher ein Rätsel. Spanien sind weitgehend die Hände gebunden.

Premier Rajoy hatte vor zwei Wochen ein weiteres, radikales Paket mit Einsparungen und Steuererhöhungen vorgestellt und auch schon verabschiedet. Mit weiteren Kürzungen der Gehälter von Staatsbediensteten, Kürzungen auch bei der Arbeitslosenhilfe und Pflegehilfe, einer Erhöhung der Konsumsteuern um drei Prozentpunkte und anderen Zumutungen für die von Rekordarbeitslosigkeit und Rezession geplagten Bürger will die Regierung bis 2014 insgesamt 65 Milliarden Euro einsparen und so wie mit der EU abgemacht erreichen, dass das Haushaltsdefizit bis dahin unter die erlaubte Obergrenze von drei Prozent schrumpft.

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  • doch !
    Selbsthilfe ist das einzige das auf Dauer tragfähig, verlässlich und glaubwürdig ist .
    Dazu eine spanische Staatsbank,
    verstaatlichte Energiekonzerne,
    und Peseta
    und die Binnenstruktur kommt wieder in eine stabile Seitenlage !
    Wenn das Argentinien geschafft hat , schaffen es auch die Spanier.

  • "Das bedeutet, dass sich der spanische Staat praktisch nicht mehr finanzieren kann. "

    WIE BITTE?? Spaniens Zinsen waren vor dem Euro ähnlich hoch. Langfristig bräuchte Spanien Wirtschaftswachstum von ebenso 7%, um diese Zinsen zu finanzieren, das ist unrealistisch. Kurz- und mittelfristig spielt das erst mal überhaupt keine Rolle. Spanien ist insgesamt nicht so hoch verschuldet - Es ist zuallererst eine Vertrauenskrise. Und der kann man nur mit Vertrauen schaffenden Maßnahmen begegnen. Z.B. indem die Regierung klar sagt, dass sie willens ist, das viele vorhandene Geld der reichen spanischen Oberschicht zu nehmen wenn es nötig sein sollte. Aber man überlegt ja lieber wie man dumme deutsche Zahlaffen dafür findet. Hier: Arbeiten bis 67, kein Geld für Kitas, Reallohnverzicht, immer weniger Kinder, unerbittliche Steuereintreibung, Gängelung durch den Staat. Dort: Korruption, Yachten, Schattenwirtschaft, SUV´s, Steuerbetrug, Villas, Manipulation und der gesammelte Lifestyle des Club-Med. Auf dieses Europa sch* ich

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