Schuldenkrise EU beschließt Krisenfonds über 700 Milliarden Euro

Um die Krisenländer vor der Pleite zu bewahren hat die EU einen neuen Fonds verabschiedet. Der ESM-Fonds ist 700 Milliarden Euro stark und soll 2013 eingerichtet werden. Der Großteil der Mittel kommt aus Deutschland.
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Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (r.) mit Eurogruppen-Chef Jean Claude Juncker. Quelle: dpa

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (r.) mit Eurogruppen-Chef Jean Claude Juncker.

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LuxemburgNach monatelangen Debatten hat sich die EU auf einen neuen Krisenfonds für marode Euroländer geeinigt. Das sagte Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker am Montag nach einem Treffen der EU-Finanzminister in Luxemburg. Der Fonds soll eine Kapitalbasis von 700 Milliarden Euro haben und 2013 dauerhaft eingerichtet werden. 80 Milliarden Euro werden bar eingezahlt.

Dieser Europäische Stabilitätsmechanismus ESM stellt für Wackelkandidaten zunächst einmal 500 Milliarden Euro bereit. Die Euro-Partner leisten 80 Milliarden Euro an Bareinlagen und hinterlegen weitere 620 Milliarden Euro an abrufbarem Kapital (Bürgschaften). Das ergibt 700 Milliarden. Diese „Übersicherung“ um 200 Milliarden Euro ist aber notwendig, damit die Bewertungs-Agenturen dem Fonds die höchste Bonität einräumen.

Deutschland schultert mit 27,15 Prozent den größten Anteil: knapp 22 Milliarden Euro Barkapital und 168 Milliarden Euro an Bürgschaften. Um den Kapitalstock aufzubauen, sollten die Regierungen von 2013 bis 2017 in fünf gleichen Tranchen ihren Baranteil einzahlen. Für Deutschland sind das jährlich 4,34 Milliarden Euro.

Anders als beim befristeten Schirm EFSF ist beim ESM eine Mithaftung des Privatsektors vorgesehen. Für den Fall, dass trotz des Euro-Tropfs ein Land zahlungsunfähig wird, muss es mit
den Gläubigern eine Umstrukturierung vereinbaren.

Notkredite aus dem Fonds erhält ein Staat weiterhin nur dann, wenn ohne Hilfe die Einheitswährung in Gefahr gerät (Ultima Ratio) und das bittstellende Land ein striktes Sanierungsprogramm vorlegt.
Anders als bisher soll der Fonds aber auch direkt Anleihen von Sorgenkindern aufkaufen können, wenn die Zinsen am freien Markt zu hoch werden. Für die Darlehen des ESM müssen die Staaten zwei Prozent Aufschlag zahlen.

Für den Fonds wird eine neue intergouvernementale Organisation gegründet. Sie wird von den Finanzministern der Eurostaaten gelenkt.

  • dapd
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  • "Kaum jemand wird einer Gruppierung, die die Welt für eine Scheibe hält, ein brauchbares Programm zur Erkundung des Weltraums zutrauen, und so sollte auch keiner Disziplin, die zeitlich unbegrenztes exponentielles Wachstum für realisierbar hält, eine Steuerung unseres Wirtschaftsgeschehens überlassen werden.
    ...Zunächst muss daher allgemein erkannt und anerkannt werden, dass bei den gegenwärtigen Geldordnungen ein grundlegender und gravierender Fehler vorliegt, der die gesamte Gesellschaft destabilisieren wird": http://www.deweles.de/files/mathematik.pdf

    Dr. Jürgen Kremer, Prof. für Wirtschaftsmathematik

    Eine Menschheit, die bereits Raumfahrt betreibt, hat etwas im Grunde so Einfaches wie das Geld bis heute nicht verstanden. Es ist irrelevant, was die "hohe Politik" beschließt oder nicht beschließt. Wenn das Geld selbst fehlerhaft ist, gibt es keine wie auch immer geartete "Finanzpolitik", um den bevorstehenden Zusammenbruch des Geldkreislaufs - und damit unserer gesamten "modernen Zivilisation" - aufzuhalten!

    Seit Herbst 2008 läuft die Weltwirtschaft in ein Phänomen, das der "Jahrhundertökonom" John Maynard Keynes als "Liquiditätsfalle" bezeichnete. Davon hat es in der Geschichte der halbwegs zivilisierten Menschheit viele gegeben (schon solange der Mensch Zinsgeld, anfangs Edelmetallgeld, benutzt) und alle Hochkulturen und Weltreiche sind an der Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz zugrunde gegangen. Heute stehen wir vor der absoluten Steigerung dieses Phänomens: die globale Liquiditätsfalle! Die Heilige Schrift bezeichnet dieses Ereignis als "Armageddon".

    Um die größte anzunehmende Katastrophe der Weltkulturgeschichte abzuwenden und den anschließenden, eigentlichen Beginn der menschlichen Zivilisation einzuleiten, bedarf es der "Auferstehung der Toten": http://www.deweles.de

  • Taler Taler du mußt wandern....

  • Sorry Anonymer Benutzer: Eurasier:
    Aber der Hotelbesitzer hat immer noch 100 Euro Schulden
    Die Differenz zwischen der Summe aller Forderungen und aller Verbindlichkeiten.

  • @bhayes danke für den Link. Habe soeben die Petition unterschrieben und erwarte nun das jeden Augenblick die Euro-Gestapo an die Tür klopft um mich ins Luxemburger Lager abzuführen.

    Kaum zu fassen das Angela Merkel tatsächlich die no-bail-out-Klausel bereits bei der ersten Gelegenheit verhöckert hat. Deutschlands Verhandlungsinkompetenz ist ja wohl kaum noch zu toppen. Mündel Merkel braucht dringend einen Vormund bis wir die Gelegenheit bekommen diesen politischen Rohrkrepierer abzuwählen.

  • @Eurasier Sie haben den griechischen Beamten in ihrer Aufzählung vergessen. Wenn Sie dies getan hätten wären die 100 Euro nie bei der Prostituierten angekommen und somit auch nicht wieder beim Hotelier und beim deutschen Touristen.

  • Hier noch ein weiteres Geschäftsmodell. Es müssten nur genügend Touristen Urlaub in Griechenland machen:

    Es ist ein trüber Tag in einer kleinen griechischen Stadt. Es regnet und alle Straßen sind wie leergefegt.

    Die Zeiten sind schlecht, jeder hat Schulden und alle leben auf Pump.
    An diesem Tag fährt ein deutscher Tourist durch die griechische Stadt und hält bei einem kleinen Hotel.

    Er sagt dem Eigentümer, dass er sich gerne die Zimmer anschauen möchte, um vielleicht eines für eine Übernachtung zu mieten und legt als Kaution einen 100 Euro Schein auf den Tresen. Der Eigentümer gibt ihm einige Schlüssel.

    Als der Besucher die Treppe hinauf ist, nimmt der Hotelier den Geldschein, rennt zu seinem Nachbarn dem Metzger und bezahlt seine Schulden.
    Der Metzger nimmt die 100 Euro, läuft die Straße runter und bezahlt den Bauern.
    Der Bauer nimmt die 100 Euro und bezahlt seine Rechnung beim Genossenschaftslager.
    Der Mann dort nimmt den 100 Euro Schein, rennt zur Kneipe und bezahlt seine Getränkerechnung.
    Der Wirt schiebt den Schein zu einer an der Theke sitzenden Prostituierten, die auch harte Zeiten hinter sich hat und dem Wirt einige Gefälligkeiten auf Kredit gegeben hatte.
    Die Prostituierte rennt zum Hotel und bezahlt ihre ausstehende Zimmerrechnung mit den 100 Euro.
    Der Hotelier legt den Schein wieder zurück auf den Tresen. In diesem Moment kommt der Reisende die Treppe herunter, nimmt seinen Geldschein und meint, dass ihm keines der Zimmer gefällt und verlässt die Stadt

    Niemand produzierte etwas.

    Niemand verdiente etwas.

    Alle Beteiligten sind ihre Schulden los und schauen mit großem Optimismus in die Zukunft

  • Dr. J. Hüdepohl hat eine elektronische Petition beim Bundestag eingereicht. Sie ist zu finden auf der Seite epetitionen.bundestag.de/ unter dem Suchwort " Stabilitätsmechanismus ". Jeder kann sich ihr dort anschließen

  • Nicht nur eine Petition, sondern jetzt müßten die Menschen in Massen auf die Straßen.
    Aber selbst die Gewerkschaften schweigen zu allem und schauen tatenlos zu wie ganz Europa und vor allem Deutschladn zerstört wird

  • ich schließe mich an

  • Wir müssen diesen Irrsinn unbedingt stoppen! Der ESM wird nur Lug und Betrug und Erpressung beförderung und Streit und Zwietracht in der EU sähen. Und die Nehmerländer werden ausgeplündert, bis alles auseinanderfliegt.
    Es gibt jetzt eine neue Onlinepetition gegen die Transferunion / den ESM: https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=18123
    Zeichnen auch Sie diese mit und leiten diese Info weiter!

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