Schuldenkrise

EU-Kommissarin fordert Euro-Bonds

Gemeinsame Anleihen aller Euro-Staaten scheitern bisher am Widerstand Deutschlands. EU-Kommissarin Viviane Reding bringt deswegen eine neue Variante ins Spiel: Anleihen der wohlhabenden Euro-Staaten aus dem Norden.
Update: 23.09.2011 - 10:11 Uhr 37 Kommentare
EU-Justizkommissarin Viviane Reding plant eine Finanzierungsunion der Nord-Staaten. Quelle: dpa

EU-Justizkommissarin Viviane Reding plant eine Finanzierungsunion der Nord-Staaten.

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Hannover/BrüsselDie EU-Kommission will gemeinsame Staatsanleihen der sechs verbliebenen Euro-Staaten mit Top-Bonität einführen. „Ich schlage (...) vor, dass alle Euro-Staaten die eine Bestbewertung haben - die „AAA“-Staaten Frankreich, Deutschland, Luxemburg, Österreich, die Niederlande und Finnland - ihre Anleihemärkte zusammenlegen“, sagte die stellvertretende Kommission-Chefin Viviane Reding der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Sie fügte hinzu: „Das wäre dann ein großer kerneuropäischer Anleihenmarkt - ein Fels in der Brandung, mit starker Liquidität und Bonität.“

Anders als bei einer Einführung gemeinsamer Staatsanleihen aller Euro-Länder, sogenannter Eurobonds - sei bei einem solchen Bündnis der AAA-Staaten keine Änderung der EU-Verträge nötig, betonte Reding. Eurobonds lehnt vor allem die deutsche Regierung vehement ab.

Bei dem von Reding vorgestellten Plan würde das von den AAA-Staaten aufgenommene Geld erst in einem zweiten Schritt an notleidende Staaten wie Griechenland weitergegeben. Die Staaten mit sehr guter Bonität übernähmen das Haftungsrisiko; die Sorgenkinder müssten letztlich niedrigere Zinsen für ihre Kredite bezahlen. Erstmals hatte Reding den Vorschlag am 14. September im Rahmen einer Podiumsdiskussion in Paris vorgebracht.

Reding beklagte in dem Interview, angesichts des „zerstückelten“ europäischen Anleihemarktes könnten einzelne Staaten derzeit leicht angegriffen werden. Ein gemeinsamer Anleihemarkt der Triple-A-Staaten hingegen könne stabilisieren eingreifen: „Das wäre dann ein Kerneuropa, das entwicklungsfähig ist“, sagte die Kommissarin.

Gegen den Vorstoß Reding regt sich bereits massiver Widerstand in Deutschland. „Das wäre ein erneutes Schleifen der Regeln und der Einstieg in die Sozialisierung der Schulden in Europa“, sagte der Finanzexperte der FDP-Bundestagsfraktion, Frank Schäffler, Handelsblatt Online. „Der Versuch zeigt in erschreckender Weise, dass die Kommission selbst nicht an den Erfolg des EFSF und des ESM glaubt, sonst würde sie nicht jeden Tag eine neue Sau durchs Dorf treiben“, kritisierte das FDP-Bundesvorstandsmitglied. „Wer Europa stärken will, muss von diesem trojanischen Pferd absteigen, solange es noch geht.“

  • rtr
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37 Kommentare zu "Schuldenkrise: EU-Kommissarin fordert Euro-Bonds der Kernstaaten"

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  • Frankreich hat kein AAA verdient und wird es auch nicht mehr lange haben. Deshalb wollen sie gemeinsame Anleihen und sich weiter zu überschulden! Das ist genau der falsche Weg!

    Wie wäre es endlich mal mit sparen, wie es jede vernünftige Privatperson macht?

  • locker bleiben Leute !
    da wird ein Soldat aus der 2. oder 3. Riehe an die Front geschickt und darf einmal laut nachdenken, was man eigentlich schon wissen sollte.
    Es wird der Begriff "Kerneuropa" in den Ring geworfen.
    Jetzt ist unter vorgehaltener Hand bekannt, wer bleiben "darf".
    Der Rest sollte doch bitte schön aus dem Euro aussteigen.
    Oder habe ich hier etwas falsch verstanden ?

  • Wer hat diese verknitterte Dame eigentlich gewählt? Und mit welchen Recht stellt sie diese Forderungen? Haben diese EUROBonzen eigentlich schon einmal etwas von Demokratie gehört? Lasst uns endlich über EUropa abstimmen!

  • Das Steuer- und Bankenparadies ist traditioneller Zufluchtsort für Bonzen und Banken. Schon klar das Eurobonds für diese Steuer- und Bankenparadiese wichtig sind, sind doch in den Büchern der Banken die notleidenden Staatsanleihen. Luxenburgs Banken würden die gerne Tauschen - gegen eine Sicherheit aus Deutschland. Wer das nicht will, der kann jetzt die Bundestagspetition gegen die Euronds mitzeichnen: http://eurobondzen.de

  • @contra_merkel
    Wenn sie was gegen Euroblender haben, dann wählen sie doch einfach die SPD und Grüne! Eine wahrhaft tolle Alternative. hahaha
    Wären sie an der Regierung, es würde nicht mehr über Eurobonds geredet werden, weil sie schon lange eingeführt worden wären.

    @KeepCool
    Wenn die Triple A Bonds der Einstieg in einen harten Nordeuro darstellen würden, sehe ich das ähnlich wie sie. Die Gefahr ist aber gegeben, dass es genau andersherum läuft.

  • Liebe Standard Poor's, nehmt uns ein A !
    Liebe Fitch, nehmt uns noch ein A !
    Liebe Moody's nehmt uns das drittes A !

    Ihr werdet es nicht tun! Wenn in ein paar Monaten zig tausend Millarden Hilfsgelder für EU-Länder, Banken und EZB
    auf die blinden Deutschen abgeladen sind, kommt die dicke Rating-Keule. Direkt runter auf C und D Ratings. Dann ist der Plan aufgegangen: EURO tot, EU -Schuldenländer entschuldet, D-Land pleite!





  • Nun soll also den Banken gänzlich jegliches Risiko abgenommen werden und auf den deutschen Steuerzahler abgewälzt werden!
    Hier hat die Finanzlobby ganze Arbeit geleistet. So wird das Deutschlandlied umgeschrieben:
    Deutschland, Deutschland zahlt für alles zahlt für alles in der Welt!

  • Zuerst sollte man sich darüber klar werden, welche Implikationen diese AAA-Sammelbonds hätten... finanztechnisch als auch politisch.

    Meines Erachtens könnte das ein Einstieg sein in die Vereinigung mit anderen wirtschaftlich starken Nationen. Finanziell bedeutet das ein weit geringeres Risiko als Euro-Bonds zusammen mit den Südstaaten. Aus politischer Sicht hätte man einige verlässliche Partner um sich herum. Das zöge mittelfristig wahrscheinlich sogar weitere starke Partner an.

    Wie man mit den europäischen Pleitestaaten umgeht, steht auf einer anderen Karte. Das wäre erst ein zweiter Schritt, der von der Begebung der AAA-Sammelbonds unabhängig ist.

    Wer heutzutage glaubt, Deutschland könnte sich zurück begeben in DM-seligen Isolationismus, irrt. Diese Absichten sind aus meiner Sicht sogar richtig dumm.

    Sowohl politisch als auch finanztechnisch benötigt Deutschland (verlässliche) Partner.

  • Wenn die Peripherie tatsächlich etwas davon haben soll (nämlich billigere Refinanzierungskosten), dann gleich richtige Eurobonds mit allen im Boot.

    Was soll dieser abstruse Vorschlag überhaupt?

    Entweder wollen sie Deutschland damit locken und uns über einen Umweg zum ständigen Zahlmeister machen. Oder es stecken noch verworrenere Gedanken dahinter, die ich gar nicht wissen möchte.

  • Der Papst Besuch ist eine Merkel Taktik falls es noch keiner bemerkt hat .

    Die Betonkopfpartei CDU u. Merkel haben den Papst eingeladen.

    Wegen der Abstimmung zum EFSF im Bundestag sollen die
    Bürger durch den Papst Besuch auf eine andere Schiene gebracht werden durch Merkels Taktik .

    Hier wird mit allen Tricks gearbeitet um das Volk zu
    blenden .

    Da muß jetzt sogar der Papst einspringen für Merkels Taktik

    Wie weit wollen diese Euro-Blender noch gehen.

    Wie immer ,hat das Volk nichts begriffen !

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