Schuldenkrise

Euro-Staaten lassen Griechen zappeln

Griechenland muss weiter zittern. Die Finanzminister der Eurostaaten wollen dem überschuldeten Land erst dann neue Kredite gewähren, wenn die Regierung neue Sparmaßnahmen beschlossen hat.
Update: 20.06.2011 - 06:37 Uhr 13 Kommentare

EU lässt Griechenland warten

LuxemburgDie Euro-Länder lassen Griechenland weiter auf den dringend benötigten nächsten Kredit von zwölf Milliarden Euro warten. Die Regierung in Athen kommt nach einem Beschluss der Euro-Finanzminister nur an das Geld heran, wenn die versprochenen Spar- und Reformzusagen auch im Parlament beschlossen werden. Damit die nächste Tranche bis Mitte Juli fließen könne, müssten außerdem noch die Verhandlungen Griechenlands über die Auflagen der Troika aus EU-Kommission, EZB und IWF abgeschlossen werden.

EU-Währungskommissar Olli Rehn konnte sich damit nicht durchsetzen, schon bei diesem Sondertreffen die nächste Tranche aus dem 110-Milliarden-Euro-Hilfspaket freizugeben.

Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker sagte nach der Sitzung in der Nacht zu Montag, Anfang Juli werde bei einer erneuten Sondersitzung der Finanzminister geprüft, ob Griechenland allen Verpflichtungen nachgekommen sei. Bis dann sollen außerdem die wichtigsten Elemente für ein zweites Hilfspaket festgelegt werden. Private Anleger sollen dazu einen Beitrag leisten, allerdings nur freiwillig.

Die griechische Regierung hat bereits zusätzliche Einsparungen und ein Privatisierungsprogramm von 50 Milliarden Euro beschlossen, dieses aber noch nicht durch das Parlament bringen können. Ministerpräsident Giorgos Papandreou bildete unter dem Druck der Massenproteste im Land die Regierung um und will das neue Kabinett in dieser Woche einem Vertrauensvotum im Parlament unterziehen.

Griechenland hatte zuletzt die 2010 vereinbarten Ziele der Haushaltssanierung nicht mehr erfüllt. Sie sind die Bedingung für die Milliardenkredite, mit denen die Euro-Staaten das Partnerland über Wasser halten. Die EU und der Internationale Währungsfonds (IWF) setzten deshalb die neuen Auflagen durch. Doch in Griechenland ist der Widerstand der Bevölkerung gegen die harten Einschnitt groß, auch die größte Oppositionspartei ist gegen den Plan der Regierung.

Die Euro-Finanzminister appellierten deshalb an alle griechischen Parteien, die Ziele des Reformprogramms zu unterstützen. „Angesichts der Dauer, des Umfangs und der Natur der erforderlichen Reformen in Griechenland ist die nationale Einigkeit eine Voraussetzung für den Erfolg“, erklärten sie.

Beteiligung privater Gläubiger noch unklar
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13 Kommentare zu "Schuldenkrise: Euro-Finanzminister erhöhen Spardruck auf die Griechen"

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  • absolut richtig.
    Mit dem Euro kam von starken Staaten wie auch Deutschland die Ausplünderung der kleinen Länder.
    Das erinenrt so an die Wende 89. Danach gingen auch die gierigen West-Manager in die neuen Budnesländer und räumten ab und machten die Leute arbeitslos. Die waren doch gar nicht interessiert daran, drüben was aufzubauen und den Leuten zu helfen
    Es ist einfach nur eklig was abläuft.
    So ein Europa braucht niemand. Und eine Diktatur schon gar nicht
    Wir ahben mit der alten EU gut gelebt udn hatten Freiden udn Feundschaft mit unseren Nachbarn
    Aber schauen wir doch mal nach Brüssel. Vorrangig sitzen da stramme Sozialisten die offenbar von einer neuen Diktatur träumen

  • Es wird wohl eher so ausgehen,dass der Verstoß gegen den Wortlaut der Gesetze aus übergesetzlichen Notstand für gerechtfertig erklärt werden wird.Dies ist doch schon jetzt absehbar.Was meint man denn, warum diese Causa erst jetzt verhandelt wird.

  • Was soll das Ganze? Spätestens am 5. Juli 2011 ist das Spiel aus, da dann unser BVerfG unseren Politikern eine weitere Beteiligung an den ILLEGALEN "Rettungsschirmen" mit Sicherheit VERBIETEN wird, weil damit gegen den gültigen Vertrag von Lissabon und unserem Grundgesetz VERSTOSSEN wird!

    Das Spiel des Zinkapitalismus und des Schutzes von 18,2 Bio. Euro weniger reicher Aktionäre ist AUS!

  • Jede Tranche von "hilfsgeldern" ist ein Schlag ins Gesicht unseres Volkes. Unsere Politiker habe das zu verantworten und wir werden uns darum kümmern müssen. Ich bin gegen die Hilfszahlungen die uns immer tiefer in die Sch....reiten. Von den Geldern sehen wir nix, genausowenig wie die meisten von uns auch nicht den Rest, der veruntreut wurde, gesehen haben. Wir möchten niemandes Almosen und werden uns selbst reinigen müssen, mit allen Konsequenzen. Die Gewerkschaften, mit einer der größter Lobbyisten und Förderer der Vetternwirtschaft, die Beamten (ausser Polizei) und all diese, die von dem System profitiert haben, all denen wird der Kampf angesagt. Das ist ein strukturelles Problem, da kann keiner helfen, auch kein anderer europäischer Staat.
    Die Politiker zum Teufel jagen gehört ebenso dazu wie sich selbst zu hinterfragen.

    Hier in D wird es auch so kommen, auch wenn viele es nicht wahr haben wollen. Gegen korrupte Politiker habt ihr genausoviele Möglichkeiten wie wir, KEINE ! ! ! die verstehen nur eine Sprache, die nonverbale.

    Jetzt will Papandreou die Verfassung dahingehend ändern, so dass die Politiker nicht mehr eine Generalamnestie haben uns schon regt sich EU-Weit Widerstand. Zufall? Ich glaube nicht.

    Lasst uns in die Pleite gehen, ich meine das Ernst. Dann wird sich zeigen ob wir fähig sind da wieder raus zu kommen. Nur wenn es richtig kracht kann es zu einem Neubeginn kommen.

  • Die griechische Regierung geht mit dem Hut herum und möchte Geld einsammeln. Bevor sie nun bei den Nachbarn anklopft, sollte sie im eigenen Land abkassieren. Sie wird nicht umhin kommen, den griechischen Steuerzahlern in die Tasche zu greifen; erst dann reden wir über den Rest der erforderlichen Mittel.

    Solidarität fängt ja richtigerweise bei dem eigenen Volk an.

  • Aussage des Finanzministers Schäubricht: " Niemand hat die Absicht eine Transferunion zu schaffen"!!

  • Ein Scheissverein ist die EU und seine fürstlich entlohnten Eurokraten.
    Denen geht es doch gar nicht um die Rettung der GIPSI.Pleitestaaten, sondern eh nur um ihre eigene Karriere und ihre auskömmlichen EU-Pöstchen.
    Die Völker Europas brauchen kein (T)Europolis in Brüssel und Strasbourg. Auch vor dem Euro haben wir Völker Europas friedlich und problemlos zusammenleben können.
    Jeder hatte vom anderen profitiert und keiner hat sich beklagt, das er unter- oder übervorteilt wurde.
    Das Ende der Eurowährung ist keine Frage von Krieg und Frieden und ich hoffe, das dieser Tag an dem das Ende des Projekts Euro verkündet wird, nicht mehr allzu fern sein wird.




  • @ Spardruck :

    Sie haben vollkommen recht: Wir haben es mit umfassenden Versäumnissen hinsichtlich der wirksamen und konkreten Kontrolle von Macht zu tun, mit fundamentalen Nachlässigkeiten, die auf Dummheit, Faulheit, Blindheit in Bezug auf die Historie - Deutschland hatte und hat immer noch die DDR-Pleite zu verkrafen - jedes einzelnen Bürgers beruhen. So, wie die Bürger (und vor allem die Bürgerinnen) die Familienverhältnisse zuerrüttet haben, hat das Polit-Establishment die Staatsordnung und ihre (= unsere!) Finanzen pervertiert und zerrüttet, ohne daß jemand auch nur den leisesten effektiven Anstoß genommen hätte. Ich lade Sie ganz persönlich ein:

    http://www.youtube.com/user/Beobachter1927

  • @ theo2905 :

    Da kann man Euch Griechen nur antworten (etwas abgewandelt aus der deutschen Geschichte):

    "Giechen - macht Euch frei von der EURO-Tyrannei!"

    Ihr wißt genau, daß Euch niemand auf Dauer helfen kann und Eure Schulden wachsen mit jeder "Rettunsgmaßnahme". Da die europäischen Verträge keine Ausschlußmöglichkeit aus der Währungsgemeinschaft vorsehen, müßtet Ihr selbst beschließen, die Währungsunsion zu verlassen, seid so freundlich und tut das möglichst bald! Dann könnt Ihr beweisen, wie tüchtig und fleißig Ihr sied. Ihr könntet damit auch den Deutschen Mut machen, daß es sich lohnt, die eigenen Dinge selbst aktiv in die Hand zu nehmen und wieder für das eigene Wohl zu sorgen, als sich abwartend den finanziellen EU- und EURO-Strick aus Brüssel, Luxemburg und Frankfurt umlegen und zuziehen zu lassen.

    Herzliche Einladung auf meinen Infokanal zu relevanten Themen:

    http://www.youtube.com/user/Beobachter1927

    Dort kann man mich auch anmailen...

  • Vielleicht muss man aus der SItuation lernen: Politiker müssen kontrolliert werden. In GR konnten korrupte, machtgierige Politiker aud Kosten der Bürger das Land ruinieren. Der Wähler hätte sie kontrollieren müssen (wenn möglich). In Deustchland gehören diese Politiker, die das Geld des Steuerzahlers und der nachfolgenden Generationen verpulvern, unter dem Deckmantel euro ebenso kontrolliert. Den euro wollte keiner in Deutschland, jetzt, um das Konstrukt am Leben zu erhalten, werden auf Kosten Bildung, Infrastruktur und gesundheit Milliarden verpulvert. Die eigentlich Verantwortlichen sind die euro-Politiker, die den euro wollten.

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