Schuldenkrise
Euro-Gruppe schließt Zahlungsausfall Athens nicht mehr aus

Die Finanzminister der EU haben sich wieder beraten und schließen nun den Zahlungsausfall Griechenlands nicht mehr aus.
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BrüsselDie Euro-Gruppe schließt nach den Worten des niederländischen Finanzministers Jan Kees de Jager einen teilweisen Zahlungsausfall Griechenlands nicht mehr aus. „Es ist uns gelungen, den Knoten zu zerschlagen“, sagte er nach Beratungen der 17 Euro-Finanzminister am Dienstagmorgen in Brüssel. So seien die bisherigen Positionen widersprüchlich gewesen, wonach einerseits der Privatsektor substanziell an weiteren Hilfen für Griechenland beteiligt, andererseits aber ein teilweiser Zahlungsausfall verhindert werden sollte.

„Natürlich war das ein Widerspruch in sich.“ Nun hätte die Arbeitsgruppe der Euro-Zone ein breiteres Mandat und mehrere Möglichkeiten, sagte der niederländische Finanzminister. Auf die Frage, ob dies auch einen teilweisen Zahlungsausfall griechischer Schuldentitel bedeuten könnte, antwortete er: „Es wird nicht mehr ausgeschlossen.“ So habe in der Abschlusserklärung der Finanzminister nur die Europäische Zentralbank ihre Position bekräftigt, dass die Erklärung eines teilweisen Zahlungsausfalls für Griechenland durch die Ratingagenturen verhindert werden müsse. Die Finanzminister hätten dies dagegen nicht ausdrücklich ausgeschlossen, weshalb nun mehr Optionen für eine Beteilung von Banken und Versicherern an weiteren Griechenland-Hilfen auf dem Tisch lägen. Deutschland, die Niederlande, Finnland und Österreich bestehen auf eine Beteiligung privater Gläubiger, weil ihre Parlamente andernfalls neuen Rettungspaketen nicht mehr zu stimmen würden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Schuldenkrise: Euro-Gruppe schließt Zahlungsausfall Athens nicht mehr aus"

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  • Und was machen wie danach wie weiter?

  • So sieht nun die "geordnete" Insolvenz aus:

    Man wird die Schulden aus dem ESM/ESFS bedienen, die den "nahestehenden" privaten Großbanken möglichst keine "Großschäden" zufügen, der Rest floppt. Da verläßt man sich dann gezielt auf den Steuerzahler...

  • Na so eine Erkenntnis aber auch von den Euro-Finanzministern. Das hätte jeder Bürger ihnen schon vorher sagen können, bevor usnere Geld aus dem Land geschafft wurde.
    Es wird zeit, dass die Bürger der Euro-Länder sich zusammen schließen und unseren gesamten Volksverrätern den Garaus machen

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