Schuldenkrise
Griechenland plant „sanfte Restrukturierung“

Griechenland sucht ein Jahr nach der Beinahe-Pleite nach einem Halt im Schuldensumpf und plant laut Medienberichten eine freiwillige Restrukturierung. Die EZB glaubt, die Probleme des Landes seien so nicht zu lösen.
  • 17

BerlinDie griechische Regierung erwägt großen griechischen Zeitungen zufolge eine „sanfte Restrukturierung“ der erdrückenden Staatsschulden. Die Europäische Zentralbank (EZB) warnte am Samstag dagegen vor der Illusion, mit einem Schuldenschnitt ließen sich die Probleme des Landes lösen. Der ehemalige Chefunterhändler Griechenlands bei der Euro-Einführung, Yannis Stournaras, forderte mehr Reformen - und warf der deutschen Regierung einen unklaren Kurs vor. 

Die Haushaltskrise des Landes hatte sich vor einem Jahr so sehr zugespitzt, dass die Regierung am 23. April ihre Euro-Partner um Finanzhilfen bitten musste. Ein eilig von den Euro-Ländern und dem IWF zusammengezimmertes Hilfspaket über 110 Milliarden Euro sichert den Griechen seitdem das finanzielle Überleben. Allerdings sind die Hilfsgelder im kommenden Jahr aufgebraucht. Das Land müsste sich dann wieder am Kapitalmarkt Geld borgen, was wegen noch immer horrender Zinsen derzeit bei Experten als unmöglich gilt: Für zehnjährige Papiere werden 15 Prozent fällig, für zweijährige Staatsanleihen sogar über 22 Prozent. 

An den Finanzmärkten wird deshalb seit Wochen mit einer Restrukturierung gerechnet, die den Schuldenberg von über 150 Prozent der Jahreswirtschaftsleistung verkleinern helfen soll. 

Der deutsche Schuldenstand liegt nur etwas über 80 Prozent. 

Die auflagenstärkste Zeitung „Ta Nea“ berichtetet ohne Angaben von Quellen, die Regierung erwäge eine freiwillige Vereinbarung mit den privaten Gläubigern, die zu einer Streckung von Rückzahlungsfristen führen solle. Dies müsse vor 2012 geschehen, aber nicht vor Ende Oktober dieses Jahres, wenn EZB-Chef Jean-Claude Trichet aus dem Amt scheidet. Er ist ein entschiedener Gegner einer Schulden-Restrukturierung. Die Zeitung „Isotimia“ berichtete, die Rückzahlungsfristen für griechische Anleihen sollten um fünf Jahre verlängert werden. 

Die griechische Regierung hatte ähnliche Berichte bereits mehrfach zurückgewiesen und beteuert, die Gläubiger könnten mit einer fristgerechten Rückzahlung ihrer Ansprüche rechnen. 

Seite 1:

Griechenland plant „sanfte Restrukturierung“

Seite 2:

Kommentare zu " Schuldenkrise: Griechenland plant „sanfte Restrukturierung“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Es wird wieder beschwichtigt und gelogen bis zur letzten Minute.....
    Griechenland ist bankrott und andere EU Länder genauso.
    Dank den korrupten Bankstern und ihren Politikervasallen....

  • Damit ist ja auch klar, daß dieses Gesindel keine Umschuldung Griechenalds unterstützt, wer weiß, was Trichet, Juncker u. a. aus der eigenen Schatulle in Griechen-Bonds investiert haben, die Schweizer haben neulich in einer 3sat-Reportage offengelegt, daß Crédit Agricole France umfassend in Griechenland fehlinvestiert ist und die Franzosen in Gestalt der guten Frau Lagarde eine(n) Dumme(n) gesucht und zwei Dumme gefunden haben, die ihr CAF-Risiko überwiegend mit tragen werden. Es handelt sich ganz klar um Vaterlandsverrat, wenn eine Regierung an der Mitgliedschaft in solchen "Bündnissen" erklärtermaßen festhält! Mindestens lebenslänglich + Sicherheitsverwahrung bei Vermögenseinzug für alle maßgeblich Mitwirkenden, die nichts taten, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden!

  • Die Griechen haben - mit dem Wissen der Deutschen Regierung - Ihre Zahlen gefälscht um in die "Eurozone" zu kommen. Wer soll den Ernsthaft an die Worte dieser Despoten glauben?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%