Schuldenkrise in Europa

FDP lehnt Eurobonds strikt ab

Die Diskussion um eine Einführung von Eurobonds schlägt hohe Wellen. Wirtschaftsminister Philipp Rösler spricht sich strikt dagegen aus, Wolfgang Schäuble auch. Regierungskreise und die Opposition sind offenbar dafür.
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FDP Parteivorsitzende Philipp Rösler lehnt Eurobonds strikt ab. Quelle: dpa

FDP Parteivorsitzende Philipp Rösler lehnt Eurobonds strikt ab.

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In der Diskussion um die Eurobonds zeichnen sich die Fronten ab. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler  (FDP) hat sich strikt gegen Euroanleihen ausgesprochen: "In einem Europa, in dem jeder Mitgliedstaat selbst Verantwortung übernehmen soll, halte ich eine gemeinsame Euroanleihe für den falschen Weg", sagte Rösler dem Handelsblatt (Montagausgabe). Für Deutschland würde eine gemeinsame Euroanleihe höhere Zinsen bedeuten und damit zu Lasten des Steuerzahlers gehen, sagte der FDP-Vorsitzende.

Rösler forderte in  Europa eine Stabilitätskultur in jedem einzelnen Land. "Wer eine solche Stabilitätskultur will, der muss die Anreize so setzen, dass eine solide Haushaltspolitik in allen Mitgliedstaaten des Euroraums umgesetzt wird", sagte Rösler." Gemeinsame Euroanleihen nähmen dagegen den einzelnen Mitgliedstaaten des Euroraums jeglichen Anreiz für eine vernünftige und solide Haushaltspolitik. "Auch werden Länder mit einer unsoliden Haushaltspolitik belohnt und solche, die ihre Haushalte verantwortungsbewusst konsolidieren, benachteiligt", sagte Rösler.

Die Bundesregierung schließt einem Zeitungsbericht zufolge im Kampf gegen die Schuldenkrise die Ausgabe gemeinsamer europäischer Anleihen nicht mehr gänzlich aus. In den Reihen der Koalition mache sich die Erkenntnis breit, dass sich die Euro-Zone ohne Schritte wie diesen möglicherweise nicht mehr retten lasse, berichtete die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf Regierungsmitglieder. Der bisher gewählte Lösungsweg mit milliardenschweren Rettungspaketen für klamme Staaten komme allmählich an seine Grenzen.  

Die Debatte über Eurobonds will Deutschland dem Bericht zufolge erst führen, wenn die Krise nur noch zwei Alternativen lasse: das Auseinanderbrechen der Währungsgemeinschaft oder eine stärker auf Brüsseler Ebene abgestimmte Finanz- und Wirtschaftspolitik. Dann wolle Deutschland im Gegenzug für einen solchen Finanztransfer Zugeständnisse der Euro-Partner heraushandeln.  Eurobonds könnten den ins Visier der Finanzmärkte geratenen Staaten Entlastung bei der Aufnahme von Krediten zu verschaffen.

Während Länder wie Griechenland oder Italien in einem solchen Fall künftig geringere Zinsen für ihre Schulden zahlen müssten, kämen auf Deutschland höhere Kosten als bisher zu. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble lehnt europäische Anleihen weiter ab. „Ich schließe Eurobonds aus, solange die Mitgliedstaaten eine eigene Finanzpolitik betreiben und wir die unterschiedlichen Zinssätze benötigen, damit es Anreize und Sanktionsmöglichkeiten gibt, um finanzpolitische Solidität zu erzwingen“, sagte der CDU-Politiker dem „Spiegel“ in einem am Samstag vorab veröffentlichten Interview.

Grüne und Fonds fordern Eurobonds
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85 Kommentare zu "Schuldenkrise in Europa: FDP lehnt Eurobonds strikt ab"

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  • @absolut...

    "Wer fragt mich als Hedgefonds-Manager denn, ob ich für Hartz4-Empfänger meine Steuern zahlen möchte. Und von denen bekomme ich noch nicht einmal einen positiven Return."

    Sagen sie das doch mal den unfreiwillig gewordenen Hartz4-Empfängern, Niedrig-Löhner und Leiharbeitern ins Gesicht. Ggf sehen sie danach so aus wie sich anhören.
    Gar nicht mal unverdient.

  • Aber ja. Bei 45% sind's noch immer erst 4500 Euro, die einem Verlust von 6000 gegenüberstehen, und das bei totalem Ausfallrisiko. Und explodieren werden möglicherweise zuvor die Deutschen.

  • @Absolut_Pro_Eurobonds

    Nicht nur Sorros wird feststellen, ein unnützes Leben geführt zu haben.

    Ihnen nicht nur einen Abend, sondern einen schönen Abend.

  • @ atinak

    Die Dinger werfen momentan zwischen 8,5 - 45,5 % Rendite ab.

    Sobald der Eurobond definitiv kommt, explodieren die Kurse der EU Peripherie-Bonds, und ich mach wenigstens 30 % Profit dabei.

    Noch Fragen?

  • PS@Absolut_pro_eurobonds: Sie empfehlen Kleinanlegern also als Kompensation für die zu erwartende Inflation durch Euro-Bonds eine 10prozentige Investition in marode Anleihen. Rechnen wir doch mal nach: Bei einem Vermögen von 100000 würde der Anleger durch die eurobondbedingte Inflation, sagen wir mal von 6% (die reale Inflation wird höher sein), 6000 Euro verlieren. Folgt er Ihrem Rat und investiert 10000 Euro in die Schrottanleihen, die eurobondbedingt dann nur noch 6 Prozent abwerfen, bekommt er 600 Euro raus. Wenn all Ihre Empfehlungen so aussehen, dann wundert mich nichts mehr. Hoffe, dass Ihre Kunden und die Bürger schneller nachrechnen als ich es getan habe.

  • @ Rainer_J

    Ach wissen Sie, ich hab finanziell ausgesorgt, und meine Zukunft ist sowas in trockenen Tüchern, egal was kommt.

    Ich wünsche Ihnen noch einen Abend, bei was auch immer.

  • "Ach wissen Sie, ich liebe vor allem meine Rendite."

    Aber die Finanzkrise wird ihnen ihre auf Papier gedruckte Rendite nehmen. Dann bleibt ihnnen nur noch "sch...egal".

    Werfen sie sich dann bitte nicht vor einem Zug.

    Ich schaue mir gerne die Spiele der Nationalmannschaft live an und komme ungern zu spät.

  • @ Rainer_J

    Ach wissen Sie, ich liebe vor allem meine Rendite.

    Der Rest ist mir ehrlich gesagt sch... egal!

  • @Absolut_Pro_Eurobonds

    Auswandern ist für einen Patrioten keine Lösung. Abgesehen davon, was mache ich wenn Weltbonds kommen? Damit könnte Deutschland die USA helfen. Wohin soll ich dann gehen? Soll ich mir dann ein Ticket zum Mars kaufen?

    Ich liebe Deutschland und seine Menschen. Deswegen bin ich hier und bleibe hier auch.

    Hr. Absolut_Pro_Eurobonds, lieben sie Deutschland und seine Menschen? Offenbar ja nicht, weil sonst würden sie dem Land nicht den Staatsbankrott wünschen. Sie sollten nicht nur auswandern, sie gehören rausgeschmissen!

  • @Bastian

    Erstens:
    Der Länderfinanzausgleich hat versagt. Es gibt immer mehr Nehmerländer und immer weniger Geberländer. In den Nehmerländern hat sich nichts verbessert. Wie auch, in einem System in dem der bestraft wird, der sich anstrengt?

    Zweitens:
    Wir reden hier nicht von Bundesländern, sondern von anderen Staaten mit eigener Armee und eigenen militärischen Interesse in der Welt (siehe Frankreichs Kriegseinsätze in Nordafrika)!! Wollen sie Kriege anderer Länder, auf die wir keinen demokratischen Einfluß haben, finanzieren? Sind sie verrückt geworden?

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