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Schuldenkrise: Irland will sich ab 2012 wieder selbst finanzieren

Irland will die griechische Krankheit schleunigst loswerden: Schon 2012 will sich das Land wieder über den freien Kapitalmarkt finanzieren und nicht mehr mit EU-Hilfsgeldern. Doch der Schuldenberg ist weiter erdrückend.

Irland will schon 2012 testen, ob es sich wieder ohne EU-Hilfen am Kapitalmarkt finanzieren kann. Quelle: dpa
Irland will schon 2012 testen, ob es sich wieder ohne EU-Hilfen am Kapitalmarkt finanzieren kann. Quelle: dpa

DublinIrland will als erster der notleidenden Euro-Staaten von internationaler Hilfe unabhängig werden und den Weg zurück an den Kapitalmarkt einschlagen. Die Regierung wolle bereits im kommenden Jahr testweise wieder Staatsanleihen auf den Markt zu geben, sagte der irische Premierminister Enda Kenny am Freitag in Dublin in einem Interview mit dem Fernsehsender Bloomberg. Das hoch verschuldete Land plane, so schnell wie möglich wieder frisches Geld an den Finanzmärkten zu besorgen.  

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Irland sei „bestens positioniert“, sagte Kenny später vor 300 Wirtschaftsvertretern mit irischen Wurzeln aus fast 40 Ländern der Welt. Unter allen Staaten der Eurozone, die derzeit unter einer hohen Verschuldung leiden, habe sich Irland beispielhaft entwickelt. Die Wirtschaft habe im zweiten Quartal das zweitgrößte Wachstum aller 27 EU-Länder gezeigt, sagte der Premierminister am Freitag zum Auftakt der internationalen Wirtschaftskonferenz in Dublin.  

„Die Haushaltssituation hat sich stabilisiert.“ Der Premierminister rechnet schon bald mit einer Hochstufung der Kreditwürdigkeit des Landes durch die Ratingagenturen. Die irische Wirtschaft wächst dank starker Exporte wieder, die Steuereinnahmen gingen in den ersten neun Monaten um 8,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr nach oben. Der Schuldenberg bleibt mit über 100 Prozent des Bruttoinlandsproduktes aber enorm.  

Irland plane im kommenden Jahr weitere Einsparungen in einem Volumen von vier Milliarden Euro, um das Haushaltsdefizit weiter zu senken. In den vergangenen neun Monaten war laut Finanzministerium bereits eine Reduzierung des Defizits um drei Milliarden Euro gelungen. Kenny rechnet damit, dass sein Land das vom Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Union (EU) gesetzte Defizit-Ziel von 10,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes in diesem Jahr unterschreiten wird.

Im vergangenen Jahr standen noch 32 Prozent Neuverschuldung zu Buche - ein Rekord in der Eurozone. Das Land hatte im vergangenen Jahr Hilfe von EU und IWF beantragt und musste als erstes Mitglied der Eurozone unter den Rettungsschirm schlüpfen. Irland war nach dem Platzen einer Immobilienblase und der folgenden Krise seines aufgeblähten Bankensektors in eine schwere Staatskrise geschlittert.  

Die internationalen Institutionen garantierten Kredite in Höhe von 67,5 Milliarden Euro. Weitere 17,5 Milliarden Euro brachte Irland selbst auf. Hinzu kamen bilaterale Kredithilfen im kleineren Umfang, etwa aus dem Nachbarland Großbritannien. Die Zinslast für die Kredite, ursprünglich bei durchschnittlich rund 5,8 Prozent, konnte Kenny nach seiner Amtsübernahme im vergangenen März dank der irischen Haushaltsdisziplin in Verhandlungen deutlich senken.

  • 19.08.2013, 10:16 UhrPequod

    2012 hatten wir schon und es hat sich nichts ge-
    ändert.
    Die Politiker in Irland wissen, daß sie aufgrund
    der Ankündigung eine Mario Draghis unbegrenzt
    faule Staatsanleihen aufzukaufen, sich um keine
    Reformen bemühen müssen und sie das business like
    usual auf Kosten der deutschen Steuerzahler so
    weiter führen können wie bisher.

  • 24.07.2013, 17:08 UhrAndi

    2012?? Hä??

  • 19.12.2012, 18:08 UhrRDA

    Na, wenn Irland alles im Griff hat, dann kann der irische Staat ja auch die Schulden des irischen Kreditinstituts DePfa übernehmen. Der irische Haushaltsminister Brenan Howlin meinte selbst "Solidarität innerhalb Europas kann nicht bedeuten, dass Deutschland alles aufsaugt." Recht hat er - insbesondere kann Deutschland nicht die Schulden anderer Länder aufsaugen.
    Insbesondere nicht von Ländern, die mit fragwürdigen Methoden Steuerdumping betreiben.

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