Schuldenkrise
Italien legt sich Sanierungsexperten zu

Die italienische Regierung will die Mehrwertsteuer nicht noch weiter steigen lassen. Stattdessen will sie weitere Milliarden einsparen. Damit das klappt, hat Ministerpräsident Monti einen Fachmann engagiert.
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RomDas krisengeschüttelte Italien will mit milliardenschweren Einsparungen eine weitere Mehrwertsteuererhöhung vermeiden. Die Regierung in Rom will nach eigenen Angaben vom Montag zusätzlich 4,2 Milliarden Euro bis zum Jahresende einsparen.

Die Sparmaßnahmen sollen vor allem in diversen Ministerien und der Verwaltung greifen. In die Sparmaßnahmen könne auch der Verkauf ungenutzten staatlichen Besitzes fließen.

Mit der Aufgabe, festzulegen, welche Einsparungen in welchen Ministerien vorgenommen werden könnten, sei der Sanierungsexperte Enrico Bondi beauftragt worden. Bondi ist in der italienischen und europäischen Geschäftswelt als Krisenmanager bekannt. Er half dem Lebensmittelkonzern Parmalat nach einer spektakulären Unternehmenskrise wieder auf die Sprünge.

Die Mehrwertsteuer sollte nach bisherigen Plänen bis Ende 2012 um zwei Prozentpunkte auf 23 Prozent angehoben werden. Ministerpräsident Mario Monti sagte allerdings bei einer Pressekonferenz nach dem Kabinettstreffen, es sei noch nicht sicher, ob Italien die Steuererhöhung umgehen könne.

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Kommentare zu " Schuldenkrise: Italien legt sich Sanierungsexperten zu"

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  • Wer Staaten mit Unternehmen verwechselt hat sein volkswirtschaftliches Unwissen exemplarisch unter Beweis gestellt. Und wenn Herr Monti und andere Technokraten wirklich glauben, man könne Staaten unter betriebswirtschaftlichen Kriterien beurteilen und wie ein Unternehmen sanieren, versteht gar nichts von makroökonomischen Zusammenhängen. Das kolossale Scheitern der Neoklassik ist bei Leuten wie Monti, Papademos und Merkel offensichtlich noch nicht angekommen, weil sie nicht begriffen haben, dass eine Währungsunion nicht mit einer staatsinternen Abwertung des Euro über Preise funktionieren kann. Außerdem sind Monti u.a. Euro-Technokraten Finanzmanager, die nur die fiskalische bzw. monetäre Seite sehen. Die Politik der Bankenrettung auf Teufel komm raus ist verheerend. Anstatt den Finanzmarkt zu regulieren und die Staaten zu finanzieren, rettet die EZB das Bankensystem und schanzt ihm gigantische Gewinne zu. Da das Bankensystem aber längst bankrott ist und Geldgeschenke (LITRO) nur dazu verwendet, eigene Finanzlöcher zu stopfen, ist kein Ende der Eurokrise in Sicht. Hinzu kommt das Austeritätsprogramm, dessen Sinn offenbar nur darin besteht, die Staaten zu schwächen, um Arbeitnehmerrechte und Sozialsysteme niederzureßen. Dass das nicht funktioniert wird Herrn Monti und seinen Gesinnungsgenossen spätestens bei den nächsten Wahlen deutlich vor Augen stehen. Es kann niemand erklären, was die Senkung der Löhne mit einer Schuldenrückführung zu tun hat. Weniger Löhne bedeutet weniger Kaufkraft, weniger Kaufkraft bedeutet weniger Investitionen der Unternehmen und infolgedessen weniger Steuereinnahmen des Staates. Die permanente Schwächung der Wirtschaftskraft der Südländer ist volkswirtschaftlich blanker Unsinn. Daran wird auch der Sanierer Bondi nichts ändern können.

  • Dieser Fachmann checkt nur die Lage ab. In Italien ist noch einiges zu holen. Da das Land pleite ist, muss es vieles verkaufen, und wer sonst außer Goldman Sachs hat hier das Vorkaufsrecht. Wenn ein Land pleite ist kann man günstig eine Einkaufstour machen. Die letzten Schätze werden zu Schleuderpreisen an die Amerikaner weitergereicht. Dafür wurde Monti auch von Goldman Sucks eingesetzt. Bald wird auch in Deutschland und Österreich dieser Flohmarkt beginnen. Spätestens wenn die Garantien für die Pleiteländer fällig werden. Gott schütze uns!!!!!!

  • Damit das klappt, hat Ministerpräsident Monti einen Fachmann engagiert...
    Und wieder ein Jünger von Goldman Sachs!

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