Schuldenkrise
Lagarde fordert von Athen weitere Vorleistungen

Bevor der IWF weitere Milliarden für ein zweites Hilfspaket auslobt fordert die IWF-Chefin Sanierungsergebnisse von Griechenland ein. Doch die Zahlen und interne Bekenntnisse der Regierung sprechen eine andere Sprache.
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WashingtonDie Anstrengungen Griechenlands zur Reduzierung des Haushaltsdefizits reichen nach Einschätzung von IWF-Chefin Christine Lagarde nicht aus. Daher seien der IWF und die europäischen Partner im Moment noch nicht bereit, mit der griechischen Regierung über ein zweites Hilfspaket zu verhandeln, sagte die neue Chefin des Internationalen Währungsfonds in Washington.

Griechenland habe zwar viel getan, um das Defizit zu senken und den Haushalt zu konsolidieren, sagte Lagarde. „Wir alle wissen aber, dass das nicht ausreicht“, fügte Lagarde hinzu. Das Land müsse weitere Anstrengungen unternehmen.

Hinsichtlich der Befürchtungen, Italien könne als nächstes Euro-Land seine Schulden nicht mehr alleine in den Griff bekommen, sagte Lagarde, die Bedenken seien „hauptsächlich marktgesteuert“. Einige der italienischen Zahlen seien hervorragend, dennoch sei es ein „klarer Fakt, dass sich das italienische Wachstum verbessern muss“. Italien müsse die bereits beschlossene Haushaltskonsolidierung und die Sparmaßnahmen umsetzen, um das Defizit zu senken.

Die griechische Regierung erlässt zwar immer neue Steuern und verhängt ständig neue Ausgabenkürzungen – doch es scheint nichts zu nützen: sie verfehlt von Monat zu Monat ihre Budgetziele.

Ende Juni belief sich das Haushaltsdefizit bereits auf 12,781 Milliarden Euro. Angesetzt war im Budget für diesen Zeitraum ein Fehlbetrag von lediglich 10,374 Milliarden. Damit war die Deckungslücke trotz aller Sparmaßnahmen und Steuererhöhungen in diesem Jahr sogar fast ein Drittel größer als im Vorjahr: im ersten Halbjahr 2010 belief sich der Fehlbetrag auf 9,997 Milliarden Euro.

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Athens Maßnahmen greifen bislang nicht - im Gegenteil

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  • Worauf konkret grüdent sich Ihr Optimismus? Ich kann die Ihrerseits benannten Personen und organisatorischen Voraussetzungen nirgends erkennen, wären diese vorhanden, wäre keine solche "Totenstille" auf unseren zentralen Straßen und Plätzen!

  • Bisher sind nur die Olivenölvorkommen Griechenlands bekannt und angezapft, der Rest ist Legendenbildung, eine tröstende Mär... Vielleicht haben die inswischen ein paar große Olivenöltanks mit gefärbten Öl vergraben, nach denen sie dann medienwirksam bohren können... denen ist alles zuzutrauen...

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