Schuldenkrise
Papandreou will sparen - die Griechen nicht

Die griechische Regierung muss noch mehr sparen - sonst gibt es keine Hilfezahlungen mehr. Doch die Bevölkerung rebelliert. Dem Land steht ein heißer Juni bevor.
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AthenGriechenland will bei seinen Spar- und Privatisierungsanstrengungen kräftig nachlegen, offenbar um sich damit weitere Hilfezahlungen von IWF und seinen Euro-Partnern zu sichern.

Ein Regierungsvertreter erklärte am Donnerstag, der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou werde dem Chef der Euro-Gruppe Jean-Claude Juncker am Freitag die zentralen Punkte eines neuen Mittelfrist-Programms seiner Regierung vorlegen. So plane Griechenland für 2011 noch Maßnahmen, wie zum Beispiel Steuererhöhungen und die Verringerung von Steuer-Ausnahmen, die rund 6,4 Mrd. Euro bringen sollen. Zudem sollen die Privatisierungen beschleunigt und die Staatsausgaben gekürzt werden. Die Prüfmission der Troika aus IWF, EU-Kommission und EZB will ihre Arbeit bis Freitag abschließen.

Bei den Bürgern verliert die politische Klasse immer mehr Rückhalt. Zehntausende demonstrieren nun schon seit neun Tagen vor dem Parlament in Athen. Abend für Abend machen die Menschen ihrem Ärger Luft: Es gebe keine „echte Demokratie“, Abgeordnete seien „Diebe“, und im Eifer des Gefechts fordert schon mal jemand, dass „das Parlament niederbrennen soll“.

Die Griechen sind angesichts einer Arbeitslosigkeit von mehr als 16 Prozent und massiver Kürzungen staatlicher Leistungen aufgebracht. Immer mehr junge, gut ausgebildete Menschen verlassen das Land. Und dennoch erwecken die Politiker den Eindruck, dass sie nur darüber streiten, wer schuld an der Misere ist.

Und die Hiobsbotschaften reißen nicht ab. Angesichts der immensen Schuldenlast senkt die Ratingagentur Moody's die ohnehin schon schlechte Kreditwürdigkeit des Landes weiter.

Inzwischen haben griechische Anleihen nur noch „Ramschstatus“. Und Moody's sieht auch für die Zukunft keine Anzeichen auf Besserung.

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  • "Der Großraum Athen hat 6 Mio Einwohner, von denen nicht einmal 1 Prozent (!) demonstrieren"

    Warum auch, demonstrieren tun diese erst, wenn auch diese 12 Mrd alle sind.

  • Dann beweist es,
    verzichtet auf die nächste Tranche.

  • "Die Griechen wollen nicht sparen. Zehntausende demonstrieren". Mit solchen frei erfundenen Behauptungen gießt leider auch das Handelsblatt Öl ins Feuer. Der Großraum Athen hat 6 Mio Einwohner, von denen nicht einmal 1 Prozent (!) demonstrieren. Und Umfragen in GR belegen eine klare Mehrheit mit Einsicht in die nötigen Sparmaßnahmen. Fairnis statt Griechen-Bashing!

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