Schuldenkrise
Portugal bittet um Aufschub

Portugal spielt auf Zeit: Das krisengeschüttelte EU-Land hat seine Geldgeber um einen Aufschub für die nächste Troika-Prüfung gebeten. Gegen die auferlegten harten Sparmaßnahmen hatten zahlreiche Proteste ausgelöst.
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LissabonWegen der aktuellen politischen Krise in Portugal hat die Regierung um eine Verschiebung der nächsten Troika-Prüfung gebeten. Die für Ende August oder Anfang September geplante Bestandsaufnahme der Reform- und Sparbilanz durch die Gläubiger-Inspektoren der EU-Kommission, Europäischen Zentralbank und des Internationalem Währungsfonds solle verschoben werden, damit die Sparmaßnahmen wie geplant umgesetzt werden können, erklärte das Finanzministerium in Lissabon am Donnerstag.

Vergangene Woche hatte der Rücktritt von Finanzminister Vitor Gaspar, der maßgeblich an der Ausarbeitung des umstrittenen Sparprogramms beteiligt war, eine schwere Regierungskrise ausgelöst. Als Ministerpräsident Pedro Passos Coelho die Politikerin Maria Luis Albuquerque, die für eine Fortsetzung der Austeritätspolitik eintritt, zur neuen Finanzministerin ernannte, trat aus Protest auch Außenminister Paulo Portas zurück.

Nach tagelangen Verhandlungen Coelhos mit seinem konservativen Juniorpartner CDS-PP über eine Rettung der Koalition sprach Präsident Anibal Cavaco Silva der Regierung am Mittwoch sein Vertrauen aus. Zugleich forderte er aber die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit gemeinsam mit der linken Opposition.

Sofortige Neuwahlen, wie von der Opposition gefordert, lehnte er ab. Stattdessen sprach sich der Staatschef für vorgezogene Wahlen im kommenden Jahr aus.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Die stark gestiegenen Exporte sind ein Indiz fuer die verbesserte Konkurrenzfaehigkeit des Landes und erhoehte Wirtschaftsaktivitaet (in einer globalisierten Wirtschaft lassen sich nur gute Produkte zu wettbewrbsfaehigen Preisen verkaufen). Schade, dass das HB hier keine Details nennt (welche Gueter, welche Industrien/Unternehmen?). Portugal muss (wie auch andere Laender) ueberfluessige kreditfinanzierte Arbeitsplaetze (oeffentlicher Dienst Beamte/Angestellte in Staatsbetrieben) abbauen und "echte" Arbeitsplaetze in der Wirtschaft schaffen, um aus der Krise herauszukommen - und scheinbar erzielt Portugal da bereits Erfolge...

  • Wenn ein Land in einer schweren Wirtschaftskrise ist, sinkt die inländische Kaufkraft und es wird weniger importiert. Dadurch sinken die Defizite in der Leistungsbilanz und der Handelsbilanz. Das ist aber ein Krisensymptom und keineswegs ein Beweis für eine Gesundung. Ähnlich verhält es sich mit der Produktivität. In einer Rezession werden Arbeitskräfte entlassen und zwar natürlich die unproduktivsten. Dadurch steigt automatisch die durchschnittliche Produktivität der verbleibenden Beschäftigten. Aber tatsächlich sind sie natürlich nicht produktiver. Es ist lediglich so, dass man die Arbeitslosen nicht mehr mitzählt.

  • Zitat : Die für Ende August oder Anfang September geplante Bestandsaufnahme der Reform- und Sparbilanz durch die Gläubiger-Inspektoren der EU-Kommission, Europäischen Zentralbank und des Internationalem Währungsfonds solle verschoben werden

    - ist doch klar : nach dem wir wissen, dass Griechenland 2014 zum Kassensturz gebeten wird ( Aussage EU-Dussel ), wird Portugal auf seinen Kassensturz bis 2015 warten müßen.....doe Troika kocht auch nur mit
    Wasser und kann nicht hetzen :-)

    Bis dahin braucht Portugal den Aufschub...???!!!!

    2016 kommt dann Spanien, danach sind mit Sicherheit auch die Italiener, Franzosen und(...)fällig !

    Und wenn die Runde rund ist, geht es mit Griechenland in die nächste Runde !

    So sieht EUtopia-Finanzwirtschaft heute aus...............!

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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