Schuldenkrise Portugal soll seinen Goldschatz verkaufen

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Portugal ist dringend auf Hilfe angewiesen. Mitte Juni wird die nächste große Staatsanleihe des Landes in Höhe von sieben Milliarden Euro fällig. Deshalb hatte Portugal vor knapp vier Wochen als drittes Euroland nach Griechenland und Irland in Brüssel offiziell um Milliardenunterstützung gebeten. Irland nimmt 85 Milliarden Euro Finanzhilfe von EU und IWF in Anspruch, Griechenland hatte schon vor der Bildung des EU-Rettungsfonds EFSF von einem Extra-Paket von 110 Milliarden Euro profitiert - jeweils wurden harte Sparauflagen akzeptiert, um die Staatsfinanzen zu sanieren.

"Wir haben ein gutes Abkommen erzielt", sagte Sócrates. Die Auflagen seien weniger strikt als zuvor angenommen, das Abkommen sehe eine "Vertiefung" des jüngsten Sparpakets der Minderheitsregierung vor, das Ende März vom Parlament abgelehnt worden war, sagte der Sozialist zunächst ohne genauere Details zu nennen. Wegen der Ablehnung war Sócrates zurückgetreten. Er wies nun aber darauf hin, dass man entgegen ersten Befürchtungen weder die niedrigsten Renten und Pensionen bis auf 600 Euro senken noch das Weihnachtsgeld und das 13. Gehalt streichen werde. Das Abkommen erfordere ferner keine Entlassungen und auch keine weiteren Kürzungen im öffentlichen Dienst.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle hat Portugal zu energischen Anstrengungen aufgefordert, um seine Probleme zu lösen. „Entscheidend ist, dass Solidarität keine Einbahnstraße ist“, sagte Brüderle am Donnerstag zum Hilfepaket von EU, Euro-Ländern und IWF für das Land. „Europa hilft Portugal, aber Portugal muss seine Probleme, sprich die Wettbewerbsfähigkeit, entsprechend anpacken“, forderte der FDP-Politiker. „Das ist ein gegenseitiges Aufeinander-Zugehen.

Portugiesische Medien, die nach eigenen Angaben Einblick in den Abkommensentwurf erhielten, enthüllten unterdessen einige der geplanten Auflagen. Demnach soll das Privatisierungsprogramm Portugals in den nächsten zwei Jahren in den Bereichen Verkehr, Energie, Telekommunikationen und Versicherungen beschleunigt werden. Die Airline TAP solle nach Möglichkeit schon Ende dieses Jahres privatisiert werden, hieß es. Der Arbeitsmarkt solle flexibilisiert und die meisten Renten und Gehälter bis 2013 eingefroren werden.

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13 Kommentare zu "Schuldenkrise: Portugal soll seinen Goldschatz verkaufen"

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  • Portugal müsste doch wahnsinnig sein, sein Gold zu verkaufen. Die Rettungseuros gibt es auch so und wenn es den Euro zerlegt kann man eine neue Währung wenigstens teilweise mit Gold hinterlegen.

  • Die Schulden-/Finanzkrise ist die Systemkrise des Kapitalismus. Als sich die Systemwidersprüche in den 30 Jahren des 20 Jahrhunderts schon einmal so zuspitzten, konnte das System sich letztlich nur durch die gewaltigen Zerstörungen des Weltkrieges, die neue Potentiale für organisches Wachstum generierte, restaurieren. Hoffen wir, dass die Menschheit diesmal klüger ist und nicht wieder ihren Projektionen erliegt und sich die Köpfe völlig sinnlos einschlägt, nur um (meist unbewusst) aus Gewohnheit und Angst am alten System des Wirtschaftens und Zusammenlebens festzuhalten.

    Der Kapitalimus ist für organisch wachsende Wirtschaftsbereiche (z.B. nach Kriegszerstörungen oder bei Inovationen wie Neue Energien, IT usw.) die beste Organisationsform. Für gesättigte Wirtschaftsbereiche (Marx hat die Sättigung mit seinem Gesetz vom tendenziellen Fall der Profitrate vorhergesagt) ist er ungeignet. Man versucht die Tatsache der Sättigung durch ein zwanghaftes Festhalten am Wachstum (=Wachstumswahn) und durch Doping (künstlich niedrige Zinsen und Gelddrucken) zu vertuschen. Dafür und für die Millionen "Verlierer" (z.B. weniger "wettbewerbsfähige" Staaten oder Hartz4-ler) müssen neue Organisationsformen gefunden werden (wobei der Kapitalismus für die geeigneten Wirtschaftsbereiche weiterhin bestehen bleiben kann).

    Diese neuen Organisationsformen werden zwangsläufig das Eigentum, dass in demokratischen Gesellschaften nie etwas anderes sein kann als eine gesellschaftliche Konvention, relativieren. Allerdings grundsätzlich und nicht nur wie derzeit angedacht oberflächlich, indem Geld nur von den reicheren Steuerzahlern (z.B. in Deutschland) an die ärmeren transferiert wird. Die eigentliche "Umverteilung" die nötig ist, um einen neuen "Weltkrieg zur Systemrettung" zu vermeiden, muss von den Privat-Vermögen zu den neuen Organsisationsformen stattfinden. Diese Transfers scheut die im alten verhaftete Politik (noch) wie der Teufel das Weihwasser.

  • AN ALLE HIER!!! Griechenland könnte alles bezahlen wenn die EU mal mit der Türkei sprechen würde, damit Griechenland mit den Ölvorkommen in der Agais seine Schulden bezahlen kann, aber NEIN, dann verdienen ja die Banken/Staaten, die Griechenland Geld geliehen haben, keine Zinsen mehr!!!!!

    Also hört mal auf nur zu stänkern, es ginge wenn Ihr nur wolltet.

  • Ich hatte auch schon mal vorgeschlagen, dass Staaten ihre Ländereien als Hypothek hinterlegen könnten. Griechische Inseln oder die schöne Atlantikküste Portugals ... hat alles sicherlich einen guten Wert für Gläubiger.

  • Dürfen H4-Empfänger Wertsachen behalten? Soweit mir bekannt nicht! Wieso sollte das bei Staaten anders sein? Wieso soll der deutsche Steuerzahler eine Party bezahlen, die er nicht mal wollte?

    Die EU und der Euro sind doch jetzt bereits am Ende! Da wird nur mit allen lebensverlängernden Maßnahmen der Komapatient halbwegs vom Sterben abgehalten.

    Auch bei Staaten ist m.E. Sterbeverlängerung nur eine zusätzliche Qual.

  • Ihren Vorschlag finde ich gut und praxistauglich. Portugal könnte Ausfallbürgschaften und Darlehen sowie die sich darauf ansammelnden Zinsen und Kursrisiken tatsächlich durch Hinterlegung des Goldbestandes beim jeweiligen Gläubiger besichern. Unserer Bevölkerung wären die Finanzhilfen weitaus besser vermittelbar.

  • Die Asiaten wird´s freuen. Die greifen gerne zu bei günstigen Preisen, um ihre Fiat-Dollars loszuwerden.
    Glück auf!

  • Nun, der Goldpreis soll genauso wie Silber gnadenlos nach unten geprügelt werden, damit die Schafe die Hände vom Edelmetall lassen und sich mit bedruckten Papierchen zufrieden geben. Dieses "Geld" kann man dann gnadenlos inflationieren. Das Spiel ist bekannt und bestens erprobt.
    Allerdings eine Unze Gold bleibt immer eine Unze Gold. Nichts zu machen.

  • Aha, man will ans Gold der Portugiesen und wie schaut´s denn bei den Griechen aus? Die Gelegenheit ist doch supergünstig. Erst eine Verschuldungspolitik sondersgleichen
    und dann einen Griff in den Tresor. Da lernen sich die "Freunde" in Europa erst mal richtig kennen und schätzen.

  • Soweit die USA finanzielle Hilfe aus D erbitten - ja.
    Woher kommt dieser latente Antiamerikanismus? Glauben sie wirklich die Staaten in der EU wären unsere Freunde? Nur solange wir bezahlen!

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