Schuldenkrise: Rajoy schwört Spanier auf schwieriges Jahr ein

SchuldenkriseRajoy schwört Spanier auf schwieriges Jahr ein

Der spanische Ministerpräsident erwartet ein schwieriges Jahr 2013 für sein Land. Rajoy verteidigte seine Sparmaßnahmen. Für das zweite Halbjahr 2013 hofft er nun darauf, dass die Wirtschaft wieder wächst.
  • 3

MadridSpaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy hat die krisengeschüttelte Bevölkerung des Euro-Landes gewarnt, das nächste Jahr werde im Zuge der Sanierungsmaßnahmen „noch schwieriger“ als 2012 sein. Er verstehe vor dem Hintergrund von Rezession und einer Arbeitslosigkeit von über 25 Prozent zwar „die Ungeduld und sogar die Enttäuschung“ der Spanier. Mit seinen Reformen und Sparmaßnahmen habe er aber den Bankrott des Landes verhindert, betonte der seit einem Jahr amtierende konservative Regierungschef am Freitag in Madrid.

„Ohne die Kürzungen würde das (Haushalts-)Defizit bei über elf Prozent liegen und die Situation wäre untragbar (...) wer würde uns dann Geld leihen?“, sagte Rajoy im Regierungssitz Moncloa auf einer seiner seltenen Pressekonferenzen. Rajoy sprach die Hoffnung aus, Spanien werde ab der zweiten Hälfte des kommenden Jahres wieder den Wachstumspfad einschlagen. Ob die viertgrößte Volkswirtschaft der Eurozone dieses Jahr aber tatsächlich das mit den EU-Partnern vereinbarte Defizit von höchstens 6,3 Prozent der Wirtschaftsleistung erreichen wird, wollte der 57-Jährige nicht sagen.

Ein Hilfsgesuch schloss Rajoy am Freitag für die Zukunft erneut grundsätzlich nicht aus. „Bisher hat die spanische Regierung einen solchen Antrag als nicht nötig betrachtet (...) für die Zukunft können wir das aber nicht ausschließen“, erklärte er in Anspielung auf den von der Europäischen Zentralbank (EZB) in Aussicht gestellten Ankauf von Staatsanleihen. Spanien hat bei der EU bereits Hilfskredite in Höhe von 39,5 Milliarden Euro für die Sanierung maroder Banken beantragt.

Seit dem Platzen einer Immobilienblase kämpft Spanien mit einer schweren Wirtschaftskrise. Für 2012 erwartet die Regierung von Rajoy eine Rezession von 1,5 Prozent. Für das nächste Jahr geht man davon aus, dass die Wirtschaft um weitere 0,5 Prozent schrumpfen wird. Die EU und andere Organisationen sind pessimistischer und erwarten 2013 einen wirtschaftlichen Rückgang von 1,4 Prozent.

 

Kommentare zu " Schuldenkrise: Rajoy schwört Spanier auf schwieriges Jahr ein"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 7:30 bis 21 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Wie stellt sich dieser Rajoy das vor?
    -------------------------------------
    Das sind doch dreiste Behauptungen, die jeder soliden Grundlage entbehren! Rajoy, Samaras und andere aus dem Club-Med glauben, durch ständige Wiederholungen ihrer haltlosen Lügen, die Troika von ihren Fähigkeiten zu überzeugen. Dass diese Länder in diesem Leben nicht mehr auf eigenen Füßen werden stehen können, wird einfach ignoriert. Auch wird ignoriert, dass die Nordländer bald die Faxen dicke haben, und irgendwann nicht mehr bereit sein werden, diesen unsoliden Bankrotteuren ihre hart erarbeiteten Euros zu überweisen!

  • "Spanien werde ab der zweiten Hälfte des kommenden Jahres wieder den Wachstumspfad einschlagen."
    ---------------------
    Wie stellt sich dieser Rajoy das vor? Vor dem Euro hatte Spa 1995 schon über 20% Arbeitslosigkeit und kein Wachstum.
    Aber heute ist die private Verschuldung der Haushalte und der Unternehmen (ohne Bankensektor) entschieden höher als vor dem Euro. Im Euro wurde Spaniens "Wachstum" von den EU-Granden gefeiert, übersahen diese Experten doch, dass dieses "Wachstum" ausschließlich auf die Blase im Bausektor und den Staatsapparat zurückzuführen ist. Will Rajoy noch mehr Immobilien bauen? Wie will er denn nachhaltiges Wachstum im Euro generieren? Regionen sind pleite, Haushalte überschuldet, Unternehmen (ohne Bankensektor) sind hoch verschuldet und die Banken sind marode.
    Würden die Immobilien in den Bilanzen der spanischen Sparkassen und Banken wertberichtigt werden, wäre die Pleite noch größer. Ohne Schönen der Bilanzen und Transfers kann Spanien kein Wachstum bekommen. Im Euro ist Spanien nicht wettbewerbsfähig.

  • Er wird die Spanier für mindestens weitere 20 harte Jahre einschwören müsse!

Serviceangebote