Schuldenkrise
Schäuble vertraut Spaniens Reformwillen

Bundesfinanzminister Schäuble ist zuversichtliche, dass Spanien ohne die Hilfe des Rettungsschirm die Krise bewältigen kann. In einem Interview nannte er die Zweifel der Finanzmärkte „unberechtigt“.
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BerlinSpanien kommt nach Einschätzung von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble im Kampf gegen die Schuldenkrise ohne Hilfen des Euro-Rettungsfonds aus. „Die Spanier sagen: wir schaffen es alleine und ich glaube ihnen das“, sagte Schäuble dem Magazin „Focus“ laut Vorabbericht vom Samstag.

Er habe keinen Zweifel, dass Spanien die richtigen Maßnahmen ergreife und diese Schritt für Schritt umsetze. Er sehe daher keinen Anlass, dass das Land unter den Euro-Rettungsschirm flüchten muss. Die Zweifel an den Finanzmärkten seien nicht berechtigt. „Spanien ist auf dem richtigen Weg“, betonte Schäuble.

Spanien macht eine Rezession, hohe Arbeitslosigkeit, ein ausuferndes Staatsdefizit und Probleme im Finanzsektor zu schaffen. Die Rating-Agentur Standard & Poor's hatte jüngst die Kreditwürdigkeit des Landes herabgestuft und damit Sorgen geschürt, dass sich die Schuldenkrise wieder verschärfen könnte. Spanien musste anschließend für seine Schuldenaufnahme am Kapitalmarkt höhere Zinsen zahlen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Schuldenkrise: Schäuble vertraut Spaniens Reformwillen"

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  • "Schäuble vertraut Spaniens Reformwillen"

    Das ist jetzt etwa neun Wochen her! Gestern wurde vom Bundestag ein weiterer Rettungsschirm für Spanien durchgenickt, in Höhe von 100 Milliarden Euro! Merkt der deutsche Bürger langsam, was hier passiert? Versteht er, mit wem er es beim Bundestag, Regierung und sog. Opposition überhaupt zu tun hat? Ich befürchte, immer noch nicht!

  • @berkmann, die Spanier werden mit Sicherheit die Milliarden bekommen. Wenn man das Desaster hier mit erlebt, weiss man, dass es nicht anders gehen wird. Nur die span. Bevoelkerung moechte das genauso wenig, wie die grichische. Ich weiss nicht, wieviele Politiker hier in Spanien im Gefaengnis sitzen. Korruption ohne Ende und ehrlich geht es auch nach dem Regierungswechsel nach wie vor nicht zu. Ich kann als hierlebende Deutsche verstehen, wenn auf Merkel und Co. geschimpft wird, denn die meisten aus der Bevoelkerung (sei es in Griechenland oder hier in Spanien) haben leider keine grosse Allgemeinbildung und wenn man mit Ihnen ueber Politik sprechen moechte, sieht man, dass sie leider null Ahnung haben. Sie sehen nur, dass wenn sich "Merkel und Co." enmischen, fuer sie die Situation noch schlimmer wird. Meine persoenliche Meinung ist, der Euro hat niemandem gut getan. Wenn das Volk kein Geld mehr hat, nuetzt der Euro auch der Wirtschaft nicht.

  • Ich lese immer nur, dass Herr Schäuble die Sparmassnahmen Spaniens lobt und sagt, Spanien ist auf dem richtigen Weg. Ich lebe seit 18 Jahren auf Mallorca und frage ob dass der richtige Weg ist: wenn es abends dunkel wird, kommen haufenweise die spanischen Familien an unsere Muelltonnen und suchen nach Essbarem. Ist es der richtige Weg, wenn meine 5 jährige Tochter im Winter bei zeitweise Minusgraden im unbeheizten Klassenzimmer sitzt, wenn die Schulen seit ueber einem Jahr kein Geld mehr von der Regierung erhalten? Ist es der richtige Weg, dass aufgrund der Sparmassnahmen zwei grosse Krankenhäuser in Palma geschlossen werden und im Hauptkrankenhaus weitere 150 Betten gestrichen werden und die Operationen um 50% reduziert werden, obwohl sowieso eine Warteliste von ueber einem Jahr besteht. Alleine auf der Insel haben wir eine Arbeitslosenquote von 28%. Die Menschen hier sind verzweifelt. Spanien wird es nicht schaffen, aber mit Hilfe von der EU wird es der Bevoelkerung noch schlechter gehen, denn dann wird noch mehr gespart, wo nicht mehr mehr gespart werden kann.

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