Schuldenkrise

Schäuble will Banken stärker in die Pflicht nehmen

Finanzminister Wolfgang Schäuble hat lange einen Schuldenschnitt für Athen strikt abgelehnt. Jetzt soll er doch kommen. Schäuble will die Banken härter rannehmen und die Beteiligung des Privatsektors soll steigen.
Update: 17.10.2011 - 01:14 Uhr 72 Kommentare
Die Banken sollen Griechen mehr Schulden erlassen: Finanzminister Wolfgang Schäuble. Quelle: Reuters

Die Banken sollen Griechen mehr Schulden erlassen: Finanzminister Wolfgang Schäuble.

(Foto: Reuters)

BerlinBundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hält es für notwendig, dass die Banken Griechenland mehr Schulden erlassen als bisher vereinbart. Eine „dauerhafte Lösung“ sei nur mit einer „Reduzierung der griechischen Gesamtverschuldung“ machbar, sagte der CDU-Politiker in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“, am Sonntagabend. Die Beteiligung des Privatsektors werde daher voraussichtlich höher ausfallen als noch im Juli gedacht.

Damals hatten die privaten Gläubiger Griechenlands einem Verzicht auf durchschnittlich 21 Prozent ihrer Forderungen auf freiwilliger Basis zugestimmt. Eine neue Zahl wollte Schäuble nicht nennen.

Über die Einzelheiten werde derzeit noch verhandelt. Das Gesamtpaket müsse auch beim EU-Gipfel am kommenden Wochenende nicht in allen Details fertig sein, das Prinzip müsse jedoch klar sein: Eine tragfähige Lösung für Griechenland mit einer Beteiligung des Privatsektors. „Das ist enorm schwierig, das ist eine riesige Herausforderung“.

Auf die Frage, ob die Beteiligung des Privatsektors möglicherweise höher ausfallen werde und Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann im Hintergrund mit den privaten Banken verhandele, sagte Schäuble: „Ja klar, wollen natürlich, wenn möglich, das mit den Banken im Wege einer Vereinbarung treffen, deswegen wird auch verhandelt werden.“

Schäuble ergänzte im ZDF, derzeit funktioniere der Interbankenmarkt nicht in dem Maße, wie es wünschenswert sei. Dies sei der Grund, warum die Regierung auf eine bessere Kapitalausstattung der Banken dringe.

Angesichts der Massendemonstrationen sieht der Bundesfinanzminister die Politik im Zugzwang. Wenn es der Politik nicht gelinge, Grenzen und Regeln zu setzen, dann könne niemand „die Selbstzerstörung von Märkten verhindern“, hatte der CDU-Politiker auf dem G-20-Treffen in Paris gesagt.

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72 Kommentare zu "Schuldenkrise: Schäuble will Banken stärker in die Pflicht nehmen "

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  • Teil II:

    Das Problem mit der Rekapitalisierung der Banken leicht erklärt, wird von Herrn Sch... dem Bürger bewusst vorschleiert:

    Der Plan der Franzosen den Herr Schäuble unterbinden sollte:

    Der Plan sieht vor die Banken mit frischem Kapital ("Geld aus dem Nichts" bzw als Staatsschulden für die deutschen hauptsächlich)auszustatten um danach dieses Geld durch die massiven Abschreibungen der Banken wieder aufzulösen und gross zu spucken, dass die Banken Stresstestsicher sind.

    Das ganze ist sowas von abgekartet,dass es jedem der etwas von Geldpolitik, Buchhaltung und Wirtschaft versteht sich nur noch erbrechen kann.

    Desweiteren liegt das Problem darin, dass die Banken (vor allem die französischen) am EZB Tropf hängen (Herr Trichet hat bis jetzt hauptsächlich im Interesse der Franzosen gehandelt) und bevor keine Rekapitalisierung (sprich frisches Geld "aus dem Nichts" und zu Lasten der Steuerzahler über die EZB Theke an diese gelangt) stattfindet, läuft das globale Bankencasino nur auf Sparflamme.

    Erst wenn die Banken diese Gelder erhalten können Sie die massiven Abschreibungen in Ihrer Bilanz vornehmen, um die Eigenkapitalvorschriften (CAD) nicht zu verletzen.

    Meiner Einschätzung nach kann eigentlich nur noch ein Wunder die seit Jahren angehäufte "Sch...." die Banken retten, weil mittlerweile jedem klar ist, dass dieses Casino am Ende alle ins verderben reisst.

    Herr Sch... Big Brother is watching you!!!

  • Teil I Handlungsarme Politiker Warum?

    Das ganze Problem braucht keine hellseherischen Fähigkeiten um von allen verstanden zu werden. Das Problem der Politiker ist es, dass Sie in eine Demokratie reingewachsen sind die sehr bequem war und wo man andauernd "faule Kompromisse" schliessen musste (Die Nachkriegszeit bis heute sind eine Summe vieler fauler Kompromisse) und wenn dann einmal ein bisschen Mumm gefragt ist sind diese Leute nicht in der Lage (bzw. teilw. nicht kompetent genug)einen kenternden Kahn zu steuern. All diese Leute sind m.E. nicht wirkliche Krisenbewältiger sondern nur Krisenausharrer erster Klasse. Wenn es um Ihr Leben ginge (bzw. nicht um Staatsgelder sondern ihre eigene Existenz) wäre Ihr Einsatz ein ganz anderer. Stellen wir uns vor wir sind Chirurg und würden unseren Patienten nur halbherzig operieren, genauso ist es hier, da die Konsequenzen nicht direkt auf einen zurückfallen werden Handlungen vorgenommen die vor allem die Masse vor Zukunftsprobleme stellen wird.

    2 Teil folgt:

  • Shaeuble ist und bleibt ein BANKEN ROBOTER und da kann er sich drehen und wende wie er will. Er ist durch und durch programmiert und das entlarft ihn!

  • In der FAZ vom 12.10. ist eine Infografik, dort werden 161 Mrd. € als Summe der EZB Anleihekäufe ausgewiesen. Dazu gesellen sich noch Eine Aufschlüsselung nach Ländern ist in der Grafik nicht ersichtlich 330 Mrd. € aus Target-Verbindlichkeiten. Der Anleihe Kauf durch die EZB ist demnach eine Tatsache.

  • Schulden bedeuten immer Abhängigkeit. Und diese muss unbedingt verringert werden. Wenn Deutschland wirklich helfen möchte, dann in dieser Lage doch nur per Transferzahlung, nicht per Kredit. Eine Art Marshall-Plan wäre hilfreich. Aber wie gesagt, ich denke Griechenland könnte sich locker selbst retten. Es fehlt nur der Wille.

  • Von was träumt die Politik eigentlich? Zuerst werden die Banken verpflichtet, Staatsanleihen zu kaufen und anschließend wird ihnen aufgebürdet, Verluste zu machen. In beiden Fällen wurde die Marktwirtschaft sträflich außer Kraft gesetzt! Sowohl die HRE als auch Griechenland hätten schon vor Jahren in die Insolvenz geführt werden müssen, dann wäre der Schaden überschaubar geblieben! Jetzt muss Griechenland zwingend aus der Euro-Zone ausscheiden, sonst wird der Euro zerbrechen!

  • Diese Regierung wurde demokratisch gewählt ... und das noch für weitere 2 Unheilsjahre! daran läßt sich leider nix mehr ändern :-(

  • eher zu letzterem, denke ich

  • Warum hat man sie übehaupt reingelassen ... mit gefälschten Daten? Das sollten Sie mal rot-grün und den dummen Schröder fragen ...

  • Ich vermisse die Drachme. Ihr auch, liebe Griechen?
    Μου λείπει η δραχμή. Κι εσύ, αγαπητέ Έλληνες?

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