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Schuldenkrise: Spanien entkommt Portugal-Virus

Erleichterung in Spanien: Das Euro-Land stößt mit einer Anleihe auf reges Interesse. Analysten sehen daher zunächst keine Ansteckungsgefahr durch Portugal.

Fahnen von Spanien und Europa. Quelle: Reuters
Fahnen von Spanien und Europa. Quelle: Reuters

MadridSpanien sieht sich in der Schuldenkrise trotz des Hilferufs seines Nachbarn Portugal keiner Ansteckungsgefahr ausgesetzt. Das Euro-Land erhielt am Donnerstag am Kapitalmarkt reichlich Geld zur Finanzierung seiner Schulden und verschaffte sich damit haushaltspolitisch Luft. Daran zeigt sich nach Einschätzung von Experten das Vertrauen der Investoren in die Fähigkeit der viertgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone, ihre Staatsfinanzen zu sanieren.

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Das vor allem bei Deutschen beliebte Urlaubsland kann zudem auf eine Konjunkturstütze durch den Tourismus hoffen: Wegen der Unsicherheiten über die Lage in Nordafrika dürften sich noch mehr Urlauber als sonst für Spanien entscheiden.

Die Regierung in Madrid zahlt für das Papier mit einer dreijährigen Laufzeit sogar einen etwas geringeren Risikoaufschlag als noch vor einem Monat. Die Anleihe traf auf eine starke Nachfrage und spült Spanien 4,1 Milliarden Euro in die Kassen. Experten werteten die erfolgreiche Platzierung als Entlastung. "Das sollte die Sorgen vor einer Ansteckungsgefahr zerstreuen", meinte Peter Chatwell von Credit Agricol in London.

Der Erfolg der Anleihe wurde nicht zuletzt von der Entscheidung Portugals unterstützt, seine Finanznot endlich einzugestehen und Hilfen der europäischen Partner anzunehmen. "Für Spanien ist die Entscheidung positiv, denn die spanischen Banken sind mit dem portugiesischen Finanzsystem verbunden", sagte Heino Ruland von Ruland-Research hinzu. "Damit dürften die Risiken für Spanien verringert werden."

Die Regierung in Madrid hat in den vergangenen Monaten Reformen des Arbeitsmarktes, des Rentensystems und der Banken auf den Weg gebracht. Die erfolgreiche Refinanzierung belegt den Experten zufolge die Überzeugung vieler Investoren, dass Spanien dem Schicksal seines kleineren Nachbarn entrinnen kann. Der befürchtete Dominoeffekt und ein weiteres Ausufern der Schuldenkrise im Euro-Raum kann nach Meinung von Analysten verhindert werden. Auch die EU-Kommission sieht Spanien auf Kurs, seine Ziele beim Schuldenabbau zu erreichen. Das Land galt noch zum Jahreswechsel als einer der nächsten Kandidaten für den Euro-Rettungsschirm nach Griechenland, Irland und Portugal.

  • 08.04.2011, 10:45 UhrPedro

    Sehr geehrter Leser Bolle,

    die Verschuldung Italiens ist etwas doppet do hoch wie die Spaniens. Also wenn es demnächst kracht, dann in Italien.

    Mein Ansatz sieht jedoch anders aus und man sieht es am heutigen Eurokurs von 1,4404 zum US$. Es stellt sich nur noch die Frage, ob zuerst der Yen fällt oder der Dollar. Ich tippe trotz GAU in Japan auf den Dollar. Der ist längst mausetot. Dann fallen der Yen und das Britische Pfund.

    Es stellt sich die Frage, ob der Euro davon profitiert oder ebenfalls fallen muss. Eine Untersuchung dieser Frage wäre interessant. Es könnt ja sein, dass es in diesem Spiel Verlierer und Gewinner gibt. Wenn eine Währung gewinnt, dann der Euro.

    Da spielt es auch keine Rolle, ob in Spanien 40% der Jugendlichen arbeitslos sind. Die bekommen weder Stütze noch werden sie gebraucht. Sie leben bei Ihren Eltern. Deshalb kann Spanien damit leben. Langfristig macht mir Deutschland mehr Angst. Dort sind die Alten längst an der Macht und die wollen nur noch höhere Renten, aber keine Bahnhöfe. Bei mir an der Costa del Sol wird gerade die U-Bahn ausgebaut.

    Hasta luego

  • 08.04.2011, 08:09 UhrAnonymer Benutzer: bolle

    Angesichts der Gesamtumstände wird natürlich das Gesamtsystem crashen, und dann werden die Immobilien richtig billig - so wie in jeder Depression bisher. Wenn Deutschland pleite geht (und es wird es Dank der Rettungspakete und aleinigen Schuldenübernahme der PIIGS), dann wird natürlich alles crashen.

    Das Weltfinanzsystem hängt nur noch an der Bonität der deutschen und der US-Staatsanleihen - alles andere ist mittlerweile junk und nurmehr durch Notenbankkäufe gestützt. Kommt es hier zum Schock, dann ist es aus. Egal, ob Leser Pedro das sehen will oder nicht.
    Und dann bin ich mal gespannt, wie es weitergeht.

    Bei Griechenland wurde von der Politik gesagt, daß wir helfen müssen, damit es keine Spekulation gegen andere EU-Staaten kommt.
    Dann kam Irland. Hier haben keine Garantien mehr gereicht, sondern es wurde auch direkt bezahlt. Die Begründung war, daß man nun der Spekulation gegen Staaten wirklich einen Riegel vorgeschoben hätte.
    Kurz danach ging's mit Portugal los, und die Versprechungen und Beschwichtigungen werden wieder hervorgekramt. Es wird langweilig, schon aus dem Grund daß natürlich dere Spekulation nicht Einhalt geboten wird.

    Als nächstes dürfte Spanien dran sein ca. Q3 oder Q4 2011, dann kommt Belgien, Frankreich und Italien an die Reihe. Wir werden es sehen.

    Immer das Gegenteil von dem glauben/ denken und tun, was Experten sagen und empfehlen - das liegt man richtig.

  • 08.04.2011, 08:05 UhrAnonymer Benutzer: bolle

    Nö nö, ist schon richtig, daß Deutschland eine Schuldenlast von ca. 7 bis 8 Billionen Euro hat !

    Die offizielle Schuldenlast beträgt ca. 2 Billionen, wo aber sämtliche unverzinslichen Schulden wie z.B. Rentenansprüche, Pensionen und andere Zahlungsverpflichtungen herausgerechnet werden. Zieht man diese zu den offiziellen (da verzinslichen) Schulden hinzu, kommt man auf ca. 8 Billionen.

    Was es aber keinen Deut besser für Spanien macht. Spanien ist doomt - Ende, Aus, Mickeymouse. So wie Italien, Frankreich, Großbritannien und Belgien auch.

    Es wird nicht funktionieren, wie es sich Pedro vorstellt. Auf einen (!) Spanier kommen laut BBVA-Erhebung ca. 7 bis 8 Wohneinheiten. Das ist nicht zu schultern, es sei denn Spenien nimmt als Flüchtlinge aus Nordafrika auf.

    Die Jugendarbeitslosigkeit liegt weit über 20%, böse Zungen sprechen gar von 35% (zum Vergleich: Die Afrika-Unruhen hat Tunesien mit einer Jugendarbeitslosigkeit von 18% ausgelöst !).

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