Schuldenkrise Spanien
Rettung durch die EU „liegt nicht auf dem Tisch“

Spanien soll nicht zum neuen Griechenland werden. Wirtschaftsminister De Guindos hat in einem Interview versucht, entsprechende Sorgen zu zerstreuen. Eine Rettung durch die EU sei für Spanien das „allerletzte Mittel“.
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MadridSpanien hat eine Rettung durch seine Euro-Partner ausgeschlossen. „Wir haben nicht darum gebeten, das liegt nicht auf dem Tisch“, sagte Wirtschaftsminister Luis de Guindos am späten Donnerstagabend in einem Radiointerview.

„Das wäre der denkbar schlimmste Ausgang, es wäre unser allerletztes Mittel. Spanien darf seine Autonomie in der Wirtschaftspolitik nicht verlieren“, fügte er hinzu. Seit einer Anleihe-Auktion in dieser Woche muss die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone wieder höhere Zinsen am Kreditmarkt bezahlen, um seine Schulden zu finanzieren.

Die Rendite auf zehnjährige spanische Staatsanleihen stieg um 14 Basispunkte auf 5,86 Prozent. Der Risikoaufschlag auf entsprechende deutsche Papiere durchbrach am Donnerstag erstmals seit Dezember wieder die Marke von 400 Basispunkten.

Die steigenden Kosten haben die Sorgen geschürt, Spanien könne seine Schulden nicht wie geplant abbauen und brauche dafür wie Griechenland, Irland und Portugal internationale Hilfe.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Da wird er doch gar nicht gefragt.Das bestimmt der Markt.Der soll seine Arbeitslosen in Griff kriegen,sonst haben die Arbeitslosen bald ihn im Griff !

  • Das Wirtschaftswachstum in Spanien kam in den letzten Jahren von unseren Superpersonen der Führung der EU. Wenn Sie mit offenen Augen durch Spanien fahren sehen Sie an einsamen Brücken, an grossen erschlossenen Wohngebieten mit geteerten Strassen und brennenden Strassenlampen, aber ohne Wohnhäuser, an grossen, neuen Wohnsiedlungen ohne Bevölerung, an neuen Autobahnen die um rd. 10 Meter über die bestehende Autobahn gebaut wurden jeweils die Schilder gebaut aus Mitteln der EU. Ebenso bei den Stauseeen im Hinterland mit sehr guten Kanälen, leider wurde jedoch die Wasserversorgung in den Städten nicht erneuert, sodass das Wasser ungenutzt abfliest. Ist dies eine Wirtschaftsförderung (oder totale Verschwendung), mit diesen Investitionen lässt sich kein dauerhaftes Wirtschaftswachstum erzielen. Aber unsere unfähigen Kommissionäre bei der EU können sich auf Bildern bei den Eröffnungen ablichten lassen.

  • Das Wohlstandsniveau in der Peripherie der EURO Union wurde grösstenteils auf Kredit erreicht. Das tatsächliche Niveau auf Grund der Leistungsfähigkeit dieser Länder liegt weit unter dem heutigen Stand. Diesen Stand werden sich diese Staaten erreichen, wenn keine Kredite mehr den Status stützen werden. Am BIP gemessen kann man den Rückgang ohne weiteren Kreditzuwachs in Greichenland ablesen, bisher ca. 20%. Und das noch trotz ELA Geldschöpfung der Bank of Greece und der Target2 Salden von insgesamt 200 Mrd EUR. Das hat Spanien und vor allem die von Kreditausfällen betroffenen Banken mit und ohne "Rettungsschirm = marktverzerrendes tiefes Zinsniveau mit umgekehrten Folgen für die Retter" noch vor sich.

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