Schuldenkrise
Spanien und Italien fordern Euro-Bonds

Die Schulden-Kandidaten Spanien und Italien haben ihre Forderung nach Euro-Bonds erneuert: Die Regierung in Rom hofft, Kanzlerin Merkel bis September zu überzeugen. Beide Länder würden von den Euro-Bonds profitieren.
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BerlinDie von den Finanzmärkten mit Argusaugen beobachteten Schulden-Länder Spanien und Italien setzen auch nach dem deutsch-französischen Gipfeltreffen auf die Einführung von Euro-Bonds. Die Regierungen der beiden südeuropäischen Länder erklärten, die Vorschläge von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy zur Integration der Euro-Zone ebneten längerfristig den Weg zum Verkauf dieser gemeinsamen Staatsanleihen - obwohl Merkel und Sarkozy Euro-Bonds nach ihrem Gipfeltreffen am Dienstag zur Enttäuschung der Finanzmärkte erneut abgelehnt hatten.

Euro-Bonds würden die Finanzierungskosten von Spanien und Italien deutlich senken - allerdings auf Kosten von Deutschland und Frankreich. „Je mehr wir uns auf die Integration der Wirtschaftspolitik zubewegen, desto näher kommen wir der Idee von Euro-Bonds“, erklärte ein Regierungssprecher in Madrid. In Rom erklärte ein ranghohes Mitglied der Partei von Ministerpräsident Silvio Berlusconi, die Regierung hoffe, dass Merkel bis September von Euro-Bonds überzeugt sein werde.

Merkel und Sarkozy hatten nach einem Treffen am Dienstag in Paris die Einführung von Euro-Bonds zunächst ausgeschlossen. Merkel hatte allerdings vermieden, gemeinschaftliche Staatsanleihen für alle Zeiten auszuschließen. Sarkozy hatte betont, Euro-Bonds seien „vielleicht irgendwann in der Zukunft einmal denkbar“, aber erst am Ende der europäischen Integration. Um die Schuldenkrise in den Griff zu bekommen, wollen Deutschland und Frankreich die Integration in der Eurozone beschleunigen, etwa durch eine in den Verfassungen der Euro-Staaten festgeschriebene Schuldenbremse und eine engere Verzahnung der Wirtschaftspolitik.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Schuldenkrise: Spanien und Italien fordern Euro-Bonds"

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  • -Ministerpräsident Silvio Berlusconi, die Regierung hoffe, dass Merkel bis September von Euro-Bonds überzeugt sein werde....
    Sarkozy hatte betont, Euro-Bonds seien „vielleicht irgendwann in der Zukunft einmal denkbar“, aber erst am Ende der europäischen Integration. -(Zitate)

    Da liegen ja beträchtliche Zeitunterschiede vor. Was heißt aber "europäische Integration" in der Praxis? Vorerst haben wir diese nicht - und mit sochen allgemeinen Aussagen kann niemand etwas anfangen.
    Auch wenn es weiter heißt :
    "Um die Schuldenkrise in den Griff zu bekommen, wollen Deutschland und Frankreich die Integration in der Eurozone beschleunigen, etwa durch eine in den Verfassungen der Euro-Staaten festgeschriebene Schuldenbremse und eine engere Verzahnung der Wirtschaftspolitik." (Zitat)

    Das geht bestimmt nicht bis September und dauert wahrscheinlich Jahre - und dann sind Euro-Bonds sicher nicht mehr in der Diskussion.? Und inzwischen werden die kritischen Nationen also ohne "Bonds" und Rettungsschirme auskommen. Und siehe da - es geht plötzlich ohne - kein Wunder ist geschehen - sondern die Realität hat die "Pleite"-nationen nur wieder in die Vernunft zurück geholt.
    So ist eben Europa - nur nicht aufgeben!

  • Spanien und Italien hätten ihre Hausaufgaben besser gemacht, als jetzt nach Euro-Bonds zu schreien.
    Antwort: verkauft euer Staatsgold.
    Die deutschen haben auch kein Geld mehr, wer hilft uns???
    Eine Frage an unsere sogenannten Freunde in EUROPA und der WELT???
    Danke

  • Es ist ja auch möglich, dass alle, die EURO-Bonds fordern, gemeinsame Bonds einführen und dafür haften. Nur wissen die fordernden Länder, dass sie sich nur auf Kosten der ablehnenden Länder besser stellen. Solidarität sieht anders aus, als parasitär andere für defizitäre Haushaltspolitik der Vergangenheit bluten zu lassen.

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