Schuldenkrise: Weber rechnet mit Euro-Rettern ab

Schuldenkrise
Weber rechnet mit Euro-Rettern ab

Nun darf Axel Weber endlich offen sprechen: Mit deutlichen Worten nimmt der Ex-Bundesbankpräsident in seiner Antrittsvorlesung als Professor in Chicago das Krisenmanagement der Euro-Retter auseinander.
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Chicago

Ex-Bundesbankchef Axel Weber ist bei seiner Antrittsvorlesung als Gastprofessor in Chicago mit Europas Krisenmanagement ins Gericht gegangen und hat deutlich schärfere Regeln für die Währungsunion gefordert. "Wir brauchen strengere Regeln", sagte Weber vor rund 200 Zuhörern, "und nicht nur das - sie müssen auch eingehalten und ihre Einhaltung muss überwacht werden". Das Paket, das eine frühere Überwachung der wirtschaftlichen Entwicklung der Staaten vorsehe, weise zwar in die richtige Richtung, sagte Weber. „Aber machen wir uns nichts vor: Es ist nur ein Anfang.“

Manche Rettungsmaßnahmen hingegen „unterlaufen die Gründungsprinzipien der Währungsunion“, sagte Weber. Er ging damit auch auf den Ankauf von Staatsanleihen kriselnder Euro-Staaten durch die Europäische Zentralbank (EZB) ein. Damit riskiere man, dass die Verantwortlichkeiten zwischen Geld- und Fiskalpolitik verschwömmen. Es gehöre aber zu den Grundprinzipien der Währungsunion , dass die Mitgliedsstaaten für ihre Fiskalpolitik jeweils selbst geradestehen müssten - die Aufgabe der Zentralbank hingegen sei es einzig und allein, für Preisstabilität zu sorgen.. Es sei ein wesentliches Versprechen an die Bürger gewesen, dass es kein "Bail-Out" geben dürfe.

Weber ist seit knapp zwei Wochen in Chicago. Er wird dort ab dem Herbstsemester Studenten der kleinen "University of Chicago Booth School of Business" in Zentralbanklehre unterrichten. Sein Gang als Professor an eine amerikanische Universität hatte großes Aufsehen erregt. Weber wurde lange Zeit als Kandidat für den Chefposten der EZB gehandelt und gilt als einer der profiliertesten Finanzexperten weltweit.

Ausdrücklich bekannte sich Weber zum Euro und zur Währungsunion. "Es ist nichts falsch an der Konstruktion des Euro", sagte Weber, "es mangelt an der Einhaltung der Vorgaben." Die Krise sei "keine Krise des Euro, auch keine Währungskrise - es ist eine Schuldenkrise einiger Mitgliedsländer". Die Euro-Länder müssten wieder zurückkehren zu den strengen Regeln, die galten, als die Währungsunion errichtet wurde. "Damals hielten sich alle an die Kriterien, weil sie rein wollten in den Klub." Deutschland und Frankreich hätten dann aber den Kardinalfehler begangen, die Maastricht-Kriterien nicht einzuhalten.

Weber knöpfte sich in seiner Premiere als Gastprofessur Europas Schuldensünder vor. Länder wie Irland oder Portugal hätten innerhalb weniger Jahre viel zu hohe Schulden angehäuft und zugleich ihre Wettbewerbsfähigkeit vernachlässigt. So seien Löhne und Lohnstückkosten in den Krisenländern deutlich stärker gestiegen als in Deutschland. Zugleich werde diese Tatsache in Europa aber anders gedeutet, erklärte Weber seinen amerikanischen Zuhörern. "Es heißt dann: Deutschland ist zu stark", sagte Weber. Dabei habe sich Deutschland mit seiner moderaten Lohnpolitik nur am Weltmarkt orientiert.

Auch hätten die Krisenstaaten ins Land fließendes Kapital in die falschen Kanäle gelenkt, etwa wie Spanien und Irland in den Bausektor. Das habe dort dann zu Immobilienblasen geführt.

Weber nahm auch die Finanzindustrie von seiner Kritik nicht aus. Die Banken hätten großzügig Kredite an die Länder vergeben und hätte wissen müssen, worauf sie sich einließen. Ein Teil der neuen Regeln müsse deshalb sein, "dass private Gläubiger in die Pflicht genommen werden". Den Bankern, die den jetzt kriselnden Ländern Kredit gewährt hätten, müsse man dann auch mal sagen: "Junge, Du fährst hier jetzt den Verlust auf eine Position ein." Man dürfe auch Banken mittels Geldpolitik nicht künstlich am Leben halten, sagte Weber.

Kommentare zu " Schuldenkrise: Weber rechnet mit Euro-Rettern ab"

Alle Kommentare
  • Es ist ein bißchen billig, jetzt von außen die staatlichen Versäumnisse, die ja längst in der Wirtschaftswissenschaft bekannt und benannt waren, anzuprangern. Ich hätte mir gewünscht, daß in der Zeit, als Herr Weber noch im Amt war, er klar diese Mißstände offen angeprangert und abgestellt hätte. Vor allem die staatliche Schuldenmacherei ist doch die Ursache der Finanzkrise gewesen, die Banken haben doch nur reagiert und wären ohne die Sünder der Politik gar nicht in der Lage gewesen, die Krise auszulösen. Eine Büchse beult man am besten von innen aus. Als Herr Weber noch "innen" war, hätte er seine unabhängige Position nutzen sollen, anstatt sich von Mutti Merkel, die ja wohl überhaupt nichts von langfristigen wirtschaftlichen und finanzwirtschaftlichen "Naturgesetzen" versteht, die Direktiven vorgeben zu lassen. Die Bundesbank WAR EINMAL unabhängig, jetzt ist es ein Lakaienverein der Regierung geworden. Schade.

  • Respekt für die ehrliche Meinung!

    Schade nur, dass er diese Meinung nicht während seiner Amtszeit derart aggressiv vertreten hat. Das zeigt lediglich, dass die Maßnahmen zur "Rettung des Euro" politisch, und nicht ökonomisch geprägt sind. Und hier spielt der Lobbyismus wahrscheinlich eine entscheidende Rolle. Ob das langfristig gut geht, wage ich zu bezweifeln!

  • Schade das Herr Weber in die USA abgewandert ist. Er hätte den Unwissenden und Rechtsbeugern der EU die rote Karte zeigen können.Wir brauchen dringend integere Menschen in Europa die Tacheles reden.

  • Je länger die Insovenz von GR verschleppt wird, umso teuerer wird es für Deutschland.Natürlich müssen die Kreditgeber angesichts der hohen Risikoprämien, die die Sollzinsen darstellen, am Hair-cut beteiligt werden. Die deutschen Steuerzahler geht es ja eigentlich gar nichts an, wenn GR über seine Verhältnisse gelebt hat. Wohl aber diejenigen, die das finanziert haben. Die EU ist mit ihren enormen Subventionen auch dabei, natürlich weitgehend vom Hauptzahler D in die Brüsseler Kasse finanziert. Axel Weber ist rechtzeitig von Bord gegangen, so wie Bundespräsident Köhler vor einem Jahr, als er das Bundesgesetz v. 26. 5. 2010 unterschreiben musste, wonach die GR-Hilfe startet.Schade, dass es bei Berufspolitikern nicht auch wie bei Firmen-Vorständen eine Haftungspflicht gibt. Das würde viele Fehlentwicklungen bremsen. Auf Kosten anderer lässt sich eben gut fremdes Geld (des Steuerzahlers) ausgeben.

  • Webers Aussagen haben sicherlich alle ihre Richtigkeit. Allerdings hätte er diese Ansichten vertreten müssen, als er noch in Amt und Würden war und nicht als Gastdozent jenseits des Teiches. Hier hat er sich - wie andere auch - aus der Verantwortung gestohlen. Stattdessen liegen die Entscheidungen zu diesen volkswirtschaftlichen Themen in den Händen von Politikern, die in der Regel Juristen sind und keine gelernte "Ökonomen".

  • Wir kriegen euch alle!
    Und wir werden es nicht vergessen, wem wir das alles zu verdanken haben!
    Jeder Abgeordnete welcher der potenziellen Enteignung des Deutschen Volkes - genannt "ESM" zustimmt, wird dafür später persönlich zur Rechenschaft gezogen werden.
    Wenn die Euro Lüge platzt, und jetzt mal ganz ehrlich - daran zweifelt doch niemand ernsthaft der logisch denken kann, dann werden noch sehr dramatische Zeiten kommen, und genau dann seit ihr alle fällig. Ihr werdet nicht mehr ruhig schlafen können, weil der zerfallende Systemapparat euch keinen Schutz mehr gewähren kann vor der gerechten Strafe.
    Berlin wird die Stadt der geschmückten Laternen sein.
    Noch könnt ihr gut lachen. Ein, zwei oder drei Jahre, völlig egal - den der Euro Crash wird kommen und den normalen Bürger am härtesten treffen, je länger es dauert desto lauter wird der Knall.
    Wir werden uns das nicht gefallen lassen!
    "Wer zuletzt lacht ...".
    Das ARD und Zweites Dumm [b]F[/ guckende, dadurch verbödete, BRD Schlafschaf läßt sich zwar noch ausbeuten und für dumm und dämlich verkaufen. Aber wenn die ganze desaströse Euro Lügengeschichte mit einem Knall auffliegt und es danach an das Eingemachte des naiven BRD Blödschafes geht, dann wacht es ganz plötzlich auf und wird wie eine tollwütige Furie beißwütig und blindlings auf alles losgehen.
    Dann ist es vorbei mit der Pseudo-Demokratie und der Mob wird auf den Strassen tanzen. Dann wird sich jeder selbst der nächste sein und zusehen müssen wo er bleibt.
    Dann holen wir uns zurück was unser ist und die Umverteilung wird von oben nach unten gehen. Und genau dann seit IHR fällig, direkt aus dem Reichstag an die Laterne oder hinter den PKW gekettet, wie auch immer - wir werden viel Spaß miteinander haben.
    Und Zuhause braucht ihr euch auch nicht zu verstecken, wir kriegen euch alle. Das asoziale Stasi Mistvieh im Hosenanzug und der verbitterte senile deutschenfeindliche alte Mann im Rollstuhl sind zuerst dran.

  • Die Freiheit der Lehre

    Hr. Weber hat als Professor einen beneidenswerten Status: Immer noch ein gutes Renommee, aber keine Zügel mehr. Wenn er möchte kann er heute sagen was er will, und keine Leuten aus dem Hintergrund machen ihm dafür das Leben schwer.
    Mal sehen welcher getroffene Hund nach der Kritik von Hr. Weber am lautesten aufheult.

  • „Eine Schuldenkrise ist eine FOLGEERSCHEINUNG einer Systemkrise, niemals selbst Ursache!“ Voll ins Schwarze getroffen.

    Die größte Krise der Neuzeit, entstanden durch Leben auf Pump, ist Mitte 2007 ausgebrochen, als das Perpetuum-Mobile der größten Volkswirtschaft zum Erliegen kam.
    Die Schulden der USA haben sich deshalb innerhalb von nur 3 Jahren von 10 auf 14 Billionen Dollar erhöht!

    In den letzten 3 Jahren haben die Staaten weltweit ca. 30 Billionen Dollar aufgewendet, natürlich alles auf Pump, um die Bankster zu retten und um einen selbsttragenden Aufschwung auszulösen.
    Beides ist gründlich schiefgegangen. Die Bankster sind trotz gigantischer Rettungspakete immer noch genau so pleite wie vorher, trotz Mrd an Boni aus Steuergeldern.

    Und die Konjunkturstrohfeuer sind allesamt wirkungslos verpufft. Im Gegenteil, jetzt sind die Retter und die Bankster pleite.
    Unsere derzeitige Situation, nicht nur im Euroraum, sondern in fast allen westl. Industriestaaten, ist um ein vielfaches schlimmer als noch vor 3 Jahren. Doch da suggerierten die Lobbyisten der Bankster unseren Politikern, dass man die größte Krise seit Menschengedenken, entstanden durch Leben auf Pump, abgewendet werden kann, doch noch mehr Verschuldung.
    Unser Boooom in DE – eine Fata-Morgana. In den letzten 3 Jahren hat die DBB den Zentralbanken der PIIG(F)S ca. 340 Mrd. Euro verschenkt, damit die unsere Exportartikel kaufen können. Und die EZB allein an GR ca. 200 Mrd. Jetzt dürfen wir auch noch selbst die Kredite zurückzahlen.
    Wer hat da in der Schule nicht aufgepasst?

  • „Eine Schuldenkrise ist eine FOLGEERSCHEINUNG einer Systemkrise, niemals selbst Ursache!“ Voll ins Schwarze getroffen.

    Die größte Krise der Neuzeit, entstanden durch Leben auf Pump, ist Mitte 2007 ausgebrochen, als das Perpetuum-Mobile der größten Volkswirtschaft zum Erliegen kam.
    Die Schulden der USA haben sich deshalb innerhalb von nur 3 Jahren von 10 auf 14 Billionen Dollar erhöht!

    In den letzten 3 Jahren haben die Staaten weltweit ca. 30 Billionen Dollar aufgewendet, natürlich alles auf Pump, um die Bankster zu retten und um einen selbsttragenden Aufschwung auszulösen.
    Beides ist gründlich schiefgegangen. Die Bankster sind trotz gigantischer Rettungspakete immer noch genau so pleite wie vorher, trotz Mrd an Boni aus Steuergeldern.

    Und die Konjunkturstrohfeuer sind allesamt wirkungslos verpufft. Im Gegenteil, jetzt sind die Retter und die Bankster pleite.
    Unsere derzeitige Situation, nicht nur im Euroraum, sondern in fast allen westl. Industriestaaten, ist um ein vielfaches schlimmer als noch vor 3 Jahren. Doch da suggerierten die Lobbyisten der Bankster unseren Politikern, dass man die größte Krise seit Menschengedenken, entstanden durch Leben auf Pump, abgewendet werden kann, doch noch mehr Verschuldung.
    Unser Boooom in DE – eine Fata-Morgana. In den letzten 3 Jahren hat die DBB den Zentralbanken der PIIG(F)S ca. 340 Mrd. Euro verschenkt, damit die unsere Exportartikel kaufen können. Und die EZB allein an GR ca. 200 Mrd. Jetzt dürfen wir auch noch selbst die Kredite zurückzahlen.
    Wer hat da in der Schule nicht aufgepasst?

  • Übertragungsprobleme?
    „Eine Schuldenkrise ist eine FOLGEERSCHEINUNG einer Systemkrise, niemals selbst Ursache!“ Voll ins Schwarze getroffen.

    Die größte Krise der Neuzeit, entstanden durch Leben auf Pump, ist Mitte 2007 ausgebrochen, als das Perpetuum-Mobile der größten Volkswirtschaft zum Erliegen kam.
    Die Schulden der USA haben sich deshalb innerhalb von nur 3 Jahren von 10 auf 14 Billionen Dollar erhöht!

    In den letzten 3 Jahren haben die Staaten weltweit ca. 30 Billionen Dollar aufgewendet, natürlich alles auf Pump, um die Bankster zu retten und um einen selbsttragenden Aufschwung auszulösen.
    Beides ist gründlich schiefgegangen. Die Bankster sind trotz gigantischer Rettungspakete immer noch genau so pleite wie vorher, trotz Mrd an Boni aus Steuergeldern.

    Und die Konjunkturstrohfeuer sind allesamt wirkungslos verpufft. Im Gegenteil, jetzt sind die Retter und die Bankster pleite.
    Unsere derzeitige Situation, nicht nur im Euroraum, sondern in fast allen westl. Industriestaaten, ist um ein vielfaches schlimmer als noch vor 3 Jahren. Doch da suggerierten die Lobbyisten der Bankster unseren Politikern, dass man die größte Krise seit Menschengedenken, entstanden durch Leben auf Pump, abgewendet werden kann, doch noch mehr Verschuldung.
    Unser Boooom in DE – eine Fata-Morgana. In den letzten 3 Jahren hat die DBB den Zentralbanken der PIIG(F)S ca. 340 Mrd. Euro verschenkt, damit die unsere Exportartikel kaufen können. Und die EZB allein an GR ca. 200 Mrd. Jetzt dürfen wir auch noch selbst die Kredite zurückzahlen.
    Wer hat da in der Schule nicht aufgepasst?

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