Schuldenobergrenze
Moody's warnt USA vor Zahlungsunfähigkeit

Im US-Etatstreit drängt die Zeit. Der Supermacht droht erneut, das Geld auszugehen. Die zähen Auseinandersetzungen verunsichern die Märkte. Schlimmeres könnte folgen, wenn eine schnelle Lösung ausbleibt.
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LondonDie Ratingagentur Moody's zählt die USA an: Sollte die Regierung es nicht schaffen, die Schuldenobergrenze rechtzeitig anzuheben, drohten Finanzmarktstress und wirtschaftliche Rückschläge. Diese Warnung sprechen die Kreditwächter in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie aus. Die weltgrößte Volkswirtschaft steht - theoretisch - schon wieder vor der Zahlungsunfähigkeit. Sollte es bis Anfang nächster Woche keine Einigung über den Etat für das nächste Haushaltsjahr geben, geht der Regierung zum 1. Oktober das Geld aus. Bislang liegen die Parteien im Clinch.

Dennoch sehen die Analysten der US-Ratingagentur dieser Frist vergleichsweise gelassen entgegen. Denn sie erwarten keine unmittelbaren Folgen für den Schuldendienst, wenn die Budgetverhandlungen scheitern. Zunächst dürfte der Rotstift bei den Gehältern der Staatsbediensteten angesetzt werden.

Besorgniserregend sei aber, dass die gesetzliche Höchstschwelle für die Staatsverschuldung wieder erreicht sei. „Ein Scheitern beim Anheben der Schuldenobergrenze hätte ernsthafte Konsequenzen für Finanzmärkte und Wirtschaft“, heißt es bei Moody's. Die Ratingagentur bewertet die Kreditwürdigkeit der USA derzeit mit der Top-Note „AAA“ und stabilem Ausblick.

Das US-Finanzministerium kann die Schuldenobergrenze ohne Zustimmung des Kongresses nicht über 16,7 Billionen US-Dollar (12,4 Billionen Euro) hinaus ausweiten. Spätestens Mitte Oktober muss eine Einigung erfolgen. Die Zeit drängt: Bereits jetzt hält die Regierung das Limit nur mit Haushaltstricks ein. Dieser Spielraum ist spätestens im November erschöpft, dann stehen Zinszahlung in großem Stil an.

„Wir erwarten, dass die Grenze angehoben wird“, schreiben die Moody's-Experten zwar. Sollte dies allerdings nicht gelingen, müssten alle Regierungsausgaben aus den Einnahmen des Staates gedeckt werden - und die reichen bei weitem nicht aus.

Fazit der Moody's-Studie: Auch wenn kein unmittelbarer Zahlungsstopp bei US-Staatsanleihen zu erwarten ist, reicht die Möglichkeit einer drohenden Zahlungsunfähigkeit, um die Finanzmärkte in Aufruhr zu versetzen und das Verbrauchervertrauen zu belasten.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Schuldenobergrenze: Moody's warnt USA vor Zahlungsunfähigkeit "

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  • Es ist wirklich immer wieder die gleiche Schmierenkomödie damit die Finanzakteure bei der letzten Minute Rettung der USA wieder ein paar Milliarden kassieren. Hoffentlich gibt es die Essensmarken für die anderen weiter. Die Notenbanken vernichten unser Vermögen was wir jahrelang angespart haben. Wenn man sich nicht auskennt mit Aktien und Fonds kauft ist es leider auch nicht besser gewesen

  • Ja, genau die selbst kreierte Volatilität an den Börsen weltweit. Damit können sich die Protagonisten der neoliberal-feudalen Tea-Party-Bewegung richtig gesund stoßen. Die Treiben ihren Unsinn auf die blödsinnige Spitze bis den Börsen bzw. den übrigen Marktteilnehmern das Wasser im Arsch kocht um dann, eigentlich fünf nach zwölf, eine gütliche Einigung aus dem Hut zu zaubern oder auch nicht, sie alleine wissen und bestimmen wohin die Kurse marschieren. Sie verdienen an sicher fallenden Kursen und dann an sicher steigenden Kursen. Damit werden diese schmarotzenden Feudalschweine ohne irgend ein Risiko reicher und reicher im ewig wieder kommenden Rhythmus. Dieses widerliche Insektengeschmeiß gehört mit Insektenvernichtungsmitteln vernichtet, basta!!!!!

  • 'Hardie67' sagt
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    Sehen Sie, und genau deswegen will der Club-Med Eurobonds. Dann können die nämlich auch nicht pleite gehen, da statt Ben Aaron Bernanke alle USD-Staatsanleihen eben Mario Drucki alle EU-Euro-Anleihen aufkauft - was er ja teilweise schon tut.
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    Getan hat!

    Denn in den letzten 18 Monaten hat er überhaupt keine gekauft.

    Und das waren auch nur 2,5% aller Euro Staatsanleihen. Also "teilweise" in kleinsten Teilchen.

    ...

    Sie haben leider eine Tendenz zum Aufbauschen von Fakten.

    +++

    'Hardie67' sagt
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    Weil dann in der HB-Redaktion ein paar Navy-Seals zu Besuch kommen würden....
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    Aber auch eine Tendenz zu Humor - danke, der war gut.

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