Schuldenverwaltung
Spanien hat sein Geld für 2012 fast beisammen

In EU-Kreisen rechnet man damit, dass Spanien im November einen Antrag auf ESM-Mittel stellen wird. Der Chef der spanischen Schuldenverwaltung wartete nun mit einer positiven Nachricht auf.
  • 5

MadridSpanien hat seine Geldbeschaffung für das laufende Jahr weitgehend abgeschlossen und kann sich nach eigener Darstellung schon jetzt auf Kredite für 2013 konzentrieren. Die Finanzierung für 2012 sei zu 95 Prozent absolviert, sagte der Chef der spanischen Schuldenverwaltung, Fernandez de Mesa, der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. Er habe jetzt die Absicht, mit gemachten Hausaufgaben ins neue Jahr zu starten.

Keine Angaben machte Fernandez de Mesa zu der Frage, ob und wann sich das südeuropäische Land unter den Euro-Schutzschirm ESM stellen wird. Er verwies auf das Engagement internationaler Investoren, das zur Stabilisierung der Finanzmärkte beigetragen habe.

"Auf den Sekundärmärkten hat es einen großen Liquiditätsschub gegeben. Der Rückgang der Risikoaufschläge ist real", fügte Fernandez de Mesa hinzu. Die Ausländer hätten zwischen 50 und 80 der bei den jüngsten Auktionen angebotenen Bonds gekauft. Das komme auch den krisengeschüttelten spanischen Banken zugute.

Ministerpräsident Mariano Rajoy hatte vorige Woche erklärt, noch sei nicht über den Antrag für ESM-Mittel entschieden worden. In EU-Kreisen wird dieser Schritt im November erwartet.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Schuldenverwaltung: Spanien hat sein Geld für 2012 fast beisammen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • haben das Geld für 2012 zusammen, und kümmern sich nun ums Geld für 2013? was soll daran gut sein, wenn Schuldenberge wachsen, und sich ziert untern Schirm zu gehen? Pokern, um ohne Auflagen dran zu kommen? welche saudumme Retterei.

  • Die Spanier fragen sich angesichts der Prinzipienlosigkeit der Euro-Rettungspolitik völlig zu Recht: "Warum sollen wir zurzeit einen Antrag stellen". Angesichts des fortschreitenden Aufweichens aller Verhandlungsergebnisse und Vertragsvereinbarungen sowie deren Ablösung mittels neuer und teurerer Zugeständnisse, kann "Abwarten" tatsächlich vorteilhaft für Spanien sein. Längst haben die Schuldensstaaten das Heft des Handelns fest im Griff. Jederzeit können sie den Staatsbankrott verkünden und ihre Schulden bei Drittländern auf Null abwerten. Entgegen aller anderslautenden und selbstgefälligen Warnungen besitzen Gläubiger keine Macht, um ihre Forderungen beizutreiben. Wer glaubt, dass die Schuldensstaaten nach eventueller Rückkehr zu einer abgewerteten Landeswährung Altschulden weiterhin in Euro zurückzahlen würden, eignet sich angesichts seiner Realitätsferne für kein politisches Mandat. Das Heft des Handelns werden weder die (noch) gesunden Länder noch die Troika zurück gewinnen. Andere Erwartungen sind illusionär. Möglicherweise ist deshalb jener Teil unserer aktuellen Rettungspolitik unterstützenswert, deren Verpflichtungen eingeht, die im Falle des Scheiterns der Rettungspolitik zeitgleich untergehen. Unter diesem Aspekt stellt sich die Aufgabe, den Euro von nationalen Fehlentwicklungen weitgehend unabhängig zu machen. Leider sind hierzu keine Anstrengungen erkennbar.

  • Die Banken werden gerettet, doch die Wirtschaft geht zugrunde.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%