Schusswechsel
Bundeswehrsoldaten im Kosovo verletzt

Zwei Bundeswehrsoldaten sind bei einem Schusswechsel im Kosovo verletzt worden. Sie waren dabei, eine Straßensperre zu räumen. Dabei kam es zu gewaltsamen Protesten.
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Pristina/BerlinBei der Räumung einer Straßensperre im Norden des Kosovo sind am Freitag zwei deutsche Soldaten verletzt worden. Die beiden Männer wurden nach Angaben des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Potsdam angeschossen, als sie eine von Serben errichtete Barrikade beseitigen wollten. Als Teil der internationalen Schutztruppe KFOR ist die Bundeswehr in der ehemaligen serbischen Provinz mit etwa 1.300 Soldaten im Einsatz.

Nach Angaben von Augenzeugen versuchten in der Nähe einer Ortschaft nördlich von Mitrovica etwa 500 Serben, die gewaltsame Räumung einer ihrer Barrikaden durch deutsche KFOR-Soldaten zu verhindern. Die Soldaten setzten Tränengas ein, um weiteren Serben den Zugang zur Barrikade zu versperren. Daraufhin fielen auch Schüsse.

Das Einsatzführungskommando teilte mit, dass einer der Männer wegen einer Schussverletzung am Oberarm ins Krankenhaus gebracht werden musste. Der andere wurde am Ohr getroffen. Er konnte vor Ort versorgt werden. Die umkämpfte Straßensperre war von den Serben vor knapp einem Jahr errichtet worden. Sie wollen damit verhindern, dass die albanisch geführte Regierung in Pristina die Kontrolle über den von Serben bewohnten Norden Kosovos übernimmt.

Die KFOR unter dem deutschen Oberbefehlshaber Erhard Drews hatte wiederholt vergeblich versucht, diese und zahlreiche andere serbische Straßenblockaden zu brechen. Die von der NATO geführte KFOR-Truppe hat den Auftrag, die volle Bewegungsfreiheit auch im Nordkosovo sicherzustellen. Insgesamt hat die Nato im Kosovo derzeit etwa 6.200 Soldaten im Einsatz.
Das Kosovo hatte im Jahr 2008 seine Unabhängigkeit von Serbien erklärt, die rund 120.000 dort lebenden ethnischen Serben erkennen die Regierung in Pristina aber nicht an. Die Bundeswehr ist seit dem Jahr 1999 im Rahmen der KFOR-Friedenstruppe im Kosovo im Einsatz.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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