Schutzmaßnahmen
Firmen in Bombay rüsten sich gegen Terror

Vor einem Jahr versetzten Terroristen die 15-Millionen-Metropole Bombay in Angst und Schrecken. Heute haben die Unternehmen in Indien aufgerüstet. Die Sicherheitsbranche boomt, mit Paramilitärs und Kameras wird gegen die Terrorgefahr gekämpft. Trotzdem zweifeln viele daran, ob der Schutz auch wirkt.
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BOMBAY. Der Kellner in der "Sea Lounge" des Hotels Taj Mahal Palace hat Nina und Yogesh Mathur zufällig denselben Tisch am Fenster zugewiesen wie damals. Yogesh bestellt einen Whiskey Soda. Es ist das erste Mal seit dieser Horrornacht vor einem Jahr, dass der Indien-Chef eines US-Chemiekonzerns und seine Frau Nina zurückgekehrt sind an den Ort, an dem sie die schlimmsten Stunden ihres Lebens verbracht haben. An dem Yogesh, 59, zum ersten Mal sieht, wie ein Mensch erschossen wird. An dem die beiden, in Todesangst zusammengekauert unter dem Tisch, die Explosionen der Handgranaten hören, die Schreie der Verletzten.

Nationales Trauma

Am Abend des 26. November 2008 greifen zehn Männer Indiens Wirtschaftsmetropole Bombay an. Sie stürmen einen Bahnhof, ein bei Touristen beliebtes Café, ein jüdisches Zentrum und die Luxushotels Oberoi und Taj. Drei Tage lang versetzen die Killer der von Pakistan aus operierenden Islamistengruppe Lashkar-e-Toiba die 15-Millionen-Stadt in Panik. Erst dann bekommt die Polizei die Lage in den Griff. Der kaltblütige Terrorakt kostet 166 Menschen das Leben, mehr als 300 werden verletzt.

"Ich war so hoffnungslos", erzählt Nina Mathur. "Warum holt uns niemand hier raus?" Tatsächlich hatten sie und ihr Mann Glück. Am nächsten Morgen werden sie unverletzt geborgen. Doch Nina sagt, sie fühle sich seither in ihrer Heimatstadt nicht mehr sicher. Bombay hat die Businesselite geschockt.

Doch anders als zunächst befürchtet, gelang es den Terroristen nicht, die ausländischen Unternehmen zu vertreiben. Die Regierung rechnet sogar mit einem Anstieg der Auslandsinvestitionen um sechs Prozent auf rund 27 Mrd. Euro in diesem Fiskaljahr. Zwei Drittel der in Indien tätigen deutschen Firmen wollen ihr Engagement ausbauen.

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