Schutztruppe Isaf
Nato-Soldaten in Afghanistan getötet

Einen Tag nach der Übernahme des Kommandos in Südafghanistan sind dort die ersten beiden Soldaten der Nato-Schutztruppe Isaf getötet worden. Ihre Nationalität wurde zwar noch nicht bekanntgegeben, in der betroffenen Provinz Helmand sind allerdings vor allem britische Soldaten stationiert.

HB KABUL. Ein Soldat werde nach dem Vorfall im Norden der Provinz vermisst, teilte die Nato mit. Das Fahrzeug der Soldaten sei gegen 7.30 Uhr Ortszeit von Bewaffneten mit Panzerabwehrgranaten („Panzerfäusten“) beschossen worden. Ein Soldat sei verletzt worden.

Im unruhigen Süden Afghanistans hatte die Isaf am Montag das Kommando von den USA übernommen. Der Einsatz könnte sich zur größten und gefährlichsten Bodenoperation in der 57-jährigen Geschichte des westlichen Bündnisses entwickeln: Die Region ist eine Hochburg der 2001 gestürzten radikal-islamischen Taliban, die Angriffe auf Nato-Soldaten androhten.

Die radikal-islamischen Taliban hatten Angriffe auf die Nato angekündigt. „Hunderte unserer Selbstmordbomber warten auf die Nato-Soldaten“, sagte Taliban-Kommandeur Mullah Dadullah über Satelliten-Telefon an einen unbekannten Ort in Afghanistan. Der Kampf werde bis zum Rückzug der ausländischen Truppen weitergehen.

Die vornehmlich aus Großbritannien, Kanada und den Niederlanden kommenden mehr als 8000 Nato-Soldaten hatten in den vergangenen Monaten bereits Stellungen im Süden eingenommen. Sie waren in heftige Kämpfe gegen die Taliban und - vereinzelt - mit deren verbündeten Drogenbanden verwickelt.

Der Osten Afghanistans ist nunmehr die einzige Region, in der die US-geführten Koalitionstruppen noch für die Sicherheit zuständig sind. Bereits im Juni hatte die Bundeswehr im Rahmen der Isaf das Kommando über den bis dahin relativ ruhigen Norden des Landes übernommen.

Die Lage in Afghanistan ist derzeit so unsicher wie seit langem nicht mehr. Allein im Süden sind seit Juni bei Anschlägen und Gefechten Hunderte Rebellen und Zivilisten ums Leben gekommen sowie mehr als 20 ausländische Soldaten. Insgesamt starben in diesem Jahr bei Kämpfen in Afghanistan mehr als 1 700 Menschen.

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