Schwangerschaftsabbruch

Spaniens Konservative wollen Abtreibungen einschränken

Bisher gilt in Spanien ein Recht auf Abtreibung bis zur 14. Schwangerschaftswoche, in Ausnahmefällen kann die Frist verlängert werden. Nun will die Regierung das Gesetz verschärfen. Frauenrechtler sind entsetzt.
6 Kommentare
Spanien diskutiert über die Verschärfung des Abtreibungsgesetzes. Opposition und Frauenrechtler kritisieren das Vorhaben. Quelle: ap

Spanien diskutiert über die Verschärfung des Abtreibungsgesetzes. Opposition und Frauenrechtler kritisieren das Vorhaben.

(Foto: ap)

MadridSpaniens konservative Regierung will das Recht auf Abtreibung deutlich einschränken. Der am Freitag vom Kabinett beschlossene Gesetzesentwurf sehe vor, dass ein Schwangerschaftsabbruch nur noch im Falle einer Vergewaltigung oder bei einer Gesundheitsgefährdung der werdenden Mutter erlaubt sei, sagte Justizminister Alberto Ruiz-Gallardón. Frauenrechtler und die Opposition hatten das Vorhaben scharf kritisiert.

Bisher gilt in Spanien ein Recht auf Abtreibung bis zur 14. Schwangerschaftswoche. Die Frist kann bis zur 22. Woche verlängert werden, wenn ein Risiko für die Gesundheit der Frau besteht oder es Hinweise auf schwere Behinderungen des Ungeborenen gibt. Die Volkspartei (PP) von Ministerpräsident Mariano Rajoy will die von der sozialistischen Regierung im Jahr 2010 eingeführte Regelung nun wieder rückgängig machen. Eine Verabschiedung des Gesetzes im Parlament gilt als wahrscheinlich, da die Volkspartei dort über eine absolute Mehrheit verfügt.

Die Regierung knüpft damit an ein Gesetz aus dem Jahr 1985 an, auch wenn eine Abtreibung anders als damals nicht mehr als Straftat gelten soll. Das Vorhaben war ein Wahlversprechen Rajoys.

Die stellvertretende Vorsitzende der Sozialisten, Elena Valenciano, sprach von einer „unbegreiflichen Einschränkung der Freiheit von Frauen“. Frauenrechtler warnten, Spanien werde dadurch um 30 Jahre zurückgeworfen. Auch der Vorsitzende des Bündnisses für Familienplanung, Luis Enrique Sánchez, warnte vor einem Rückfall in die 80er Jahre, als spanische Frauen gezwungen gewesen seien, für Abtreibungen nach Frankreich oder Großbritannien zu reisen.

In nahezu allen europäischen Ländern sind Abtreibungen legal. In einer Umfrage vom Mai hatten sind 46 Prozent der Spanier für eine Beibehaltung der derzeitigen Gesetzeslage ausgesprochen. 41 Prozent waren für eine strengere Regelung.

  • afp
Startseite

Mehr zu: Schwangerschaftsabbruch - Spaniens Konservative wollen Abtreibungen einschränken

6 Kommentare zu "Schwangerschaftsabbruch: Spaniens Konservative wollen Abtreibungen einschränken"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Naja, heutzutage ist es aber auch für Spanier kein Drama mehr, mal eben nach Frankreich zu fahren...

  • Spanien sollte sich erst um die über 100 Frauen kümmern, die jährlich aus Eifersucht und Besitzdenken zu Tode geprügelt, erschossen und erstochen werden. Und zwar bevor es soweit kommt.

  • Eine Schande für Spanien sollte dies Gesetz durchgehen. Es ist und bleibt allein die Entscheidung der Frau, ob sie das Kind austragen will und kann. Keine Religion, kein anderer Mensch oder sonst wer hat das Recht darüber zu verfügen, ob eine Frau dies machen muss. Die Entscheidung liegt bei der jeweiligen Frau allein.

  • traurig , als einziges wird die zahl der angeblichen vergewaltigungen zunehmen - !! und das bei der allgemein zu beobachtenden vorverurteilung des angeblichen täters -

  • traurig , als einziges wird die zahl der angeblichen vergewaltigungen zunehmen - !! und das bei der allgemein zu beobachtenden vorverurteilung das angeblichen täter

  • " Neuer CDU-Generalsekretär Tauber gerät wegen Haltung zu Abtreibung unter Druck

    Der neue Generalsekretär der CDU, Peter Tauber, soll die CDU jünger und moderner machen. Doch seine Vergangenheit legt nahe, dass Tauber mit einem weitreichenden Abtreibungsverbot sympathisiert. Allein der Verdacht bringt die Partei in die Bredouille. ..."

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/cdu-generalsekretaer-peter-tauber-soll-abtreibungsgegner-sein-a-940359.html


    NA UND ? Wir brauchen Kinder in Deutschland, darum JA zum Leben. Das ist christlich und human. Was soll daran falsch sein ? Abtreibung wegen "zu früh" oder "zu anstrengend ein Kind zu haben" darf es nicht geben. Ein Kind ist keine Luxus-Investition sondern ein Geschenk des Lebens an das Leben.

    Recht auf Abtreibung und Recht auf Prostitution darauf kann man doch als Freiheits-Gewinn für Frauen nicht wirklich stolz sein, oder ?? Oder soll damit künstlich die Geburtenrate "gedrückt" werden ??

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%