Schwarze Kassen und Schiebereien
Top-Management in Eurostat-Skandal verwickelt

Der Finanzskandal beim EU-Statistikamts Eurostat wird nach Auffassung des obersten EU-Betrugsbekämpfers durch die Beteiligung der Behördenspitze noch verstärkt.

HB/dpa BRÜSSEL. Vor einem Ausschuss des EU-Parlaments sprach Franz-Hermann Brüner, Generaldirektor der EU-Antibetrugsbehörde OLAF, am Mittwoch von einem ungewöhnlichen Fall. Zur Begründung wies er darauf hin, „dass das höchste Management verwickelt ist.“

Beim Eurostat-Skandal geht es um schwarze Kassen und Schiebereien bei der Auftragsvergabe. Brüner, ein in der Korruptionsbekämpfung erfahrener deutscher Staatsanwalt, sprach von einem „außergewöhnlichen Fall des Vertrauensbruchs“. In der Regel würden derartige Unregelmäßigkeiten auf der Ebene des mittleren Managements oder der Sachbearbeiter begangen.

Das EU-Parlament untersucht derzeit, ob die EU-Kommission, der Eurostat unterstellt ist, sich ausreichend um die Aufklärung der Vorgänge bemüht hat. Die zuständigen Kommissare sind nach eigener Darstellung erst sehr spät informiert worden. OLAF-Chef Brüner wies auf die Notwendigkeit der Vertraulichkeit bei laufenden Untersuchungen hin. Seiner Behörde sei auch erst nach dem Zusammenfügen vieler unterschiedlicher Hinweise deutlich geworden, dass „nicht irgendjemand“ in die Machenschaften verwickelt sei.

Die EU-Kommission hat den bisherigen Eurostat-Chef Yves Franchet inzwischen auf einen anderen Posten versetzt. Außerdem hat sie eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die die Verwaltung des Statistikamtes vollständig durchforsten soll.

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