Schwarzenegger bekundet Interesse
Erstmals Gouverneurs-Sonderwahl in Kalifornien

Die Bürger des US-Bundesstaates Kalifornien haben sich erstmals in einer Abstimmung für eine Gouverneursneuwahl ausgesprochen und damit den Weg für eine Kandidatur des Hollywood-Stars Arnold Schwarzenegger geebnet.

HB/rtr SAN FRANCISCO. Als Termin für die Neuwahl nannte der stellvertretende Gouverneur Cruz Bustamante am Donnerstag den 7. Oktober. Mehr als 1,3 Millionen Kalifornier hatten zuvor per Unterschriftenliste für die Neuwahl gestimmt, wie der oberste Wahlbeauftragte des bevölkerungsreichsten US-Bundesstaats am Mittwoch mitteilte. Bereits knapp 900 000 Unterschriften hätten gereicht, den Weg für die von den Republikanern angeführte Initiative zur Absetzung des derzeitigen Amtsinhabers, den Demokraten Gray Davis, freizumachen.

Davis ist unter anderem wegen der desolaten Finanzlage Kaliforniens stark umstritten. Der Staat kämpft mit einem Rekorddefizit von 38 Milliarden Dollar.



Als ein möglicher Kandidat für das Amt des Gouverneurs gilt der Schauspieler Schwarzenegger. Der gebürtiger Österreicher mit US-Staatsbürgerschaft ist Republikaner und hatte in den vergangenen Wochen mehrfach sein Interesse an dem Posten öffentlich bekundet. Noch habe sich der „Terminator“-Darsteller und einstige Mister Universum allerdings nicht entschieden, ob er tatsächlich vom Filmgeschäft in die Politik wechseln wolle, sagte Schwarzeneggers Berater George Gorton am Mittwoch. „Arnold bespricht seine Kandidatur mit seiner Familie.“

Sollte Schwarzenegger antreten, so hätte er Experten zufolge wegen seines Bekanntheitsgrads und seines Reichtums gute Chancen auf einen Wahlsieg. Bereits fest steht die Kandidatur des Kongressabgeordneten Darrell Issa, der einen Großteil der Absetzungskampagne mit 1,7 Millionen Dollar aus eigener Tasche finanziert hatte.

Bisher scheiterten alle Versuche

Gouverneur Davis ist jedoch fest entschlossen, im Amt zu bleiben. „Ich werde kämpfen wie ein Bengalischer Tiger“, sagte er. Erst im November hatten die kalifornischen Wähler Davis im Amt bestätigt. Doch wegen des hohen Defizits ist seine Beliebtheit in der Bevölkerung mittlerweile auf ein Rekordtief gefallen.

Seit 1911 ein Verfassungszusatz Sonderwahlen ermöglichte, gab es insgesamt 32 Versuche, Neuwahlen durchzusetzen. Alle Initiativen bis auf die Jüngste scheiterten jedoch, darunter auch drei, die gegen Kaliforniens ehemaligen Gouverneur, den späteren US-Präsidenten Ronald Reagan gerichtet waren. Reagan war vor seiner politischen Karriere ein berühmter Hollywood-Schauspieler.

Nach Ansicht von Analysten könnte sich die wirtschaftliche Lage Kaliforniens bis zur Neuwahl weiter verschlechtern. Zudem warnten sie, dass die Bonität des Bundesstaats, die bereits jetzt von Rating-Agenturen als die niedrigste in den USA bewertet wird, wegen der unsicheren politischen Lage weiter sinken könnte. Das würde zu einer weiteren Verteuerung der Kreditaufnahme führen.

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