Schwarzgeld-Verdacht
Zentrale von Spaniens Regierungspartei durchsucht

Die spanische Polizei hat den Hauptsitz der regierenden Volkspartei durchsucht. Es geht um die Zahlung von Schwarzgeldern. Auch Ministerpräsident Rajoy soll kassiert haben. Am Abend versichert er: „Wir sind alle ruhig“.
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MadridIn der Spendenaffäre um die in Spanien regierende Volkspartei (PP) hat die Polizei erstmals auch den Hauptsitz der PP in Madrid durchsucht. Die Aktion sei von Untersuchungsrichter Pablo Ruz angeordnet worden, teilten die Justizbehörden und Parteisprecher mit. Zwischen Donnerstagabend und Freitag suchten Polizisten und Justizbeamten den Angaben zufolge 14 Stunden lang nach Beweisen für die Zahlung von Schwarzgeldern unter anderem bei der Renovierung des Gebäudes an der Madrider Calle Génova.

Ministerpräsident Mariano Rajoy teilte unterdessen aus Brüssel mit, die Aktion lasse ihn kalt. „Wir sind alle ruhig“, man müsse und werde mit der Justiz zusammenarbeiten, versicherte er am Rande des EU-Gipfels.

Der frühere PP-Schatzmeister Luis Bárcenas hatte der Volkspartei zur Last gelegt, jahrelang schwarze Kassen geführt zu haben. Parteichef Rajoy und zahlreiche andere ranghohe PP-Funktionäre sollen nach seinen Aussagen zwischen 1990 und 2009 Schwarzgelder kassiert haben. Es habe Barspenden von Bauunternehmern in Millionenhöhe gegeben.

Rajoy hatte eine doppelte Buchführung stets bestritten. Bárcenas, der wegen Korruptionsverdacht seit Juli in Untersuchungshaft sitzt, hatte der Justiz unter anderem Aufzeichnungen vorgelegt, die Schwarzgeldzahlungen an führende PP-Politiker belegen sollen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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