Schwarzhandel mit radioaktivem Material wächst: Baradei: Atomkrieg rückt näher

Schwarzhandel mit radioaktivem Material wächst
Baradei: Atomkrieg rückt näher

Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde, el Baradei, hat sich besorgt über den wachsenden atomaren Schwarzmarkt geäußert. Unter diesen Umständen sei ein Atomkrieg nicht ausgeschlossen.

HB BERLIN. Die Gefahr eines Atomkrieges ist nach Einschätzung des Generaldirektors der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Mohammed El Baradei, noch nie so groß gewesen wie heute. «Äußerst beunruhigt» äußerte sich Baradei insbesondere über den wachsenden atomaren Schwarzmarkt. Die internationalen Exportkontrollen hätten in den letzten Jahren «völlig versagt», sagte Baradei dem nachrichtenmagazin «Der Spiegel». Der IAEA-Chef sprach von einer «fantastischen Cleverness» mit der der atomare Schwarzmarkt vorangetrieben werde. Als Beteiligte machte Baradei «geschäftstüchtige Nuklearexperten, skrupellose Firmen, womöglich auch Staatsorgane» aus. Vor allem Libyen und Iran hätten dieses Netzwerk ausgiebig genutzt, bevor sie sich wieder zu Kontrollen bereit erklärten, sagte er dem «Spiegel» zufolge.

Die momentane Lage beschrieb Baradei als sehr ernst. «Ein Atomkrieg rückt näher, wenn wir uns nicht auf ein neues internationales Kontrollsystem besinnen», warnte er eindringlich. Sorge bereite ihm vor allem das Szenario, «dass Atomwaffen in die Hände von skrupellosen Diktatoren oder Terroristen fallen» könnten.

Baradei erwähnte in diesem Zusammenhang die Entwicklung in Nordkorea. Er wäre nicht überrascht, «wenn Pjöngjang schon jetzt über eine einsatzfähige Atombombe verfügt», betonte der IAEA-Generaldirektor. Als einzige Lösung schlug er vor, dass Kim Jong Il seine Nuklearanlagen wieder den internationalen Kontrollen unterwerfen müsse.

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