Schwede filmte Demonstration
Ausländischer Kameramann in Mogadischu getötet

Ein ausländischer Kameramann ist nach Angaben von Augenzeugen bei einer Demonstration in der somalischen Hauptstadt Mogadischu erschossen worden.

HB MOGADISCHU. Es handele sich um einen Schweden, der im Auftrag des britischen Senders Channel Four unterwegs gewesen sei, berichteten Journalisten, die am Freitag Zeugen des Vorfalls wurden.

Der Sender teilte mit, er gehe den Berichten nach, konnte die Angaben zunächst jedoch nicht bestätigen. In Somalia sind mehrfach Journalisten ums Leben gekommen.

Der Kameramann war zum Filmen bei der von der Union Islamischer Gerichte (ICU) organisierten Demonstration unterwegs, als er den Zeugen zufolge von einem Bewaffneten getroffen wurde und noch am Ort seinen Verletzungen erlag.

Daraufhin sei Panik ausgebrochen, die Demonstration sei abgebrochen worden. Ein weiterer Augenzeuge berichtete, der Kameramann habe eine Gruppe wütender Jugendlicher gefilmt, die Flaggen der USA und Äthiopiens verbrannten. Daraufhin sei auf ihn geschossen worden.

Ein Sprecher der ICU bestätigte den Vorfall. Der Mann sei inmitten der Menge in die Brust getroffen worden. Einer der Organisatoren versprach, die Täter zu finden. „Wir sind Moslems und können nicht zulassen, dass so etwas passiert“.

Nur Stunden vor dem Vorfall hatten die islamischen Milizen mit der Übergangsregierung eine Vereinbarung unterzeichnet, die künftige gewaltsame Zusammenstöße in dem Land verhindern soll. In dem nordostafrikanischen Staat gibt es seit 1991 keine starke Zentralregierung mehr. Islamische Milizen und Kriegsherren liefern sich permanent Auseinandersetzungen.

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