Schweden
Keine Auslieferung Assanges in die Todeszelle

Julian Assange fürchtet eine Auslieferung in die USA. Die schwedische Justiz versichert nun, dass er nicht in die Todeszelle abgeschoben wird. Hacker unterstützen Assange auf ihre Weise und legen Regierungswebsites lahm.
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LondonHacker von Anonymous haben nach eigenen Angaben im Rahmen einer Kampagne zur Unterstützung von Wikileaks-Gründer Julian Assange die Website des britischen Justizministeriums lahmgelegt. Dieses räumte am Montag ein, es gebe Störungen auf seiner Website, Daten seien jedoch nicht verloren gegangen. Anonymous kündigte am Montag auf Twitter an, im Rahmen der „Operation Free Assange“ eine Reihe von britischen Regierungs-Websites lahmlegen zu wollen.

Der 41-jährige Australier Assange hält sich seit dem 19. Juni in der ecuadorianischen Botschaft in London auf, um sich einer Auslieferung nach Schweden zu entziehen. Dort soll er zu Vorwürfen sexueller Übergriffe befragt werden, fürchtet allerdings seine Auslieferung an die USA, wo ihm wegen Geheimnisverrats im schlimmsten Fall die Todesstrafe drohen würde.

Die stellvertretende Direktorin für Strafsachen und internationale Zusammenarbeit im schwedischen Justizministerium, Cecilia Riddselius, sagte der „Frankfurter Rundschau“ (Dienstagausgabe) indes, eine etwaige Auslieferung in die USA unterliege strengen Bedingungen. Dazu gehöre, dass die US-Regierung garantieren müsse, dass der Gefangene auf keinen Fall hingerichtet werde. „Wir werden niemals eine Person ausliefern, der die Todesstrafe droht“, sagte Riddselius.

Assange zog 2010 den Zorn der US-Regierung auf sich, als auf seiner Enthüllungsplattform Hunderttausende geheime Dokumente über den Krieg im Irak und in Afghanistan sowie vertrauliche Diplomatendepeschen veröffentlicht wurden.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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