Schwedischer Minister
Rücktritt nach Hilfen für Waffenfabrik

Während deutsche Firmen Panzer nach Saudi-Arabien verkauft, wird es eine Waffenfabrik mit schwedischer Hilfe nicht geben. Im Gegenteil: Der Verteidigungsminister musste wegen der Pläne seinen Hut nehmen.
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StockholmSchwedens Verteidigungsminister ist wegen eines Skandals über Hilfen für eine Waffenfabrik in Saudi-Arabien am Donnerstag zurückgetreten. Zuvor hatten schwedische Medien wochenlang über Pläne der staatlichen Militärforschungsagentur FOI berichtet, das arabische Land beim Bau einer Rüstungsfabrik zu unterstützen. Für viele Schweden, die ihr Land als aktiven Verfechter der Menschenrechte sehen, ist ein solches Geschäft inakzeptabel.

Erste Berichte über die Rüstungskooperation mit Saudi-Arabien Anfang März hatte Minister Sten Tolgfors noch unbeschadet überstanden. Er habe davon nichts gewusst, und die FOI habe ihre Kompetenzen überschritten, sagte Tolgfors damals. Mit der Veröffentlichung weiterer Details in den folgenden Wochen wuchs jedoch der Druck auf den Minister, seinen Hut zu nehmen. Er habe sein Amt auf eigenen Wunsch aufgegeben, sagte einer Sprecherin von Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Schwedischer Minister: Rücktritt nach Hilfen für Waffenfabrik"

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  • In den Augen von Karl Ernst Thomas de Maizière wird er ein Weichei sein, in den Augen der deutschen Wähler ein Politiker mit Prinzipien, wie wir sie in Deutschland vergeblich suchen.

    Respek, Herr Tolgfors!

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