Schweinegrippe-Pandemie
Studie beschreibt wirtschaftliche Folgen

Bei einer Schweinegrippe-Pandemie würde die Schließung von Schulen und das prophylaktische Fernbleiben vom Arbeitsplatz die Volkswirtschaft weit stärker belasten als die direkten Folgen der Krankheit. Dies gilt einer britischen Studie zufolge selbst dann, wenn die neue Influenzaform sich stark ausbreiten und viele Todesopfer fordern sollte.
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HB FRANKFURT/MAIN. Die Impfkampagne trägt demnach trotz der enormen Kosten dazu bei, die wirtschaftlichen Folgen der Grippe zu mildern.

In Computermodellen spielten die Gesundheitsökonomen der London School of Hygiene and Tropical Medicine verschiedene mögliche Verlaufsszenarien durch. Selbst wenn sich die Schweinegrippe stark ausbreiten und viele Todesopfer fordern sollte, würde die Krankheit selbst das britische Bruttosozialprodukt um weniger als 4,5 Prozent schwächen, betonen die Forscher im „British Medical Journal“.

Aber grundsätzlich beeinflussen noch zwei weitere Faktoren die Auswirkungen der Grippe. Eine Erkrankungswelle in der nahen Zukunft würde die Erholung der angeschlagenen Ökonomie verzögern. Ob die wirtschaftliche Schwächung noch stärker ausfällt, hängt zudem vor allem vom Verhalten der Bevölkerung und der Behörden ab.

Sollten Beschäftigte aus Angst vor der Krankheit nicht zur Arbeit gehen und Schulen geschlossen werden, würde der Schaden wesentlich größer ausfallen. Deshalb halten die Wissenschaftler Schulschließungen nur unter außergewöhnlichen Umständen für angebracht. Die Impfkampagne betrachten sie dagegen als sinnvolle Investition. Selbst bei einer leicht ausgeprägten Grippepandemie übersteige der wirtschaftliche Nutzen der Impfung die Kosten.

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