Schweiz
„Steuerhinterziehungs-Business ist gering“

Der Schweizer Bankenpräsident Pierre Mirabaud findet, die Debatte um Steueroasen sollte mit mehr Sachlichkeit geführt werden. „Das Steuerhinterziehungs-Business ist nur ein ganz kleiner Prozentsatz der gesamten Vermögensverwaltung in der Schweiz“, sagte Mirabaud in Frankfurt.

HB FRANKFURT. Die Schweiz sei kooperativ und werde beim Thema Doppelbesteuerung nach den geltenden internationalen Standards (OECD) mit ausländischen Steuerbehörden zusammenarbeiten, sagte Mirabaud.

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hatte in den vergangenen Monaten unter anderem die Schweiz gerügt, weil sie OECD-Standards zum Informationsaustausch in Steuerfragen nicht umsetze. Im März sorgte er für Wirbel, als er am Rande eines Treffens der G20- Finanzminister in London sagte: „Die Kavallerie in Fort Yuma muss nicht immer ausreiten, manchmal reicht es, wenn die Indianer wissen, dass sie da ist.“ Die Schweiz bezog dies auf sich und bestellte den deutschen Botschafter in Bern ein.

Mirabaud sagte, die „Indianer“ erwarteten von den Deutschen, „dass Ihr etwas gar forscher Kavallerieoberst ... das Kriegsbeil begräbt und endlich am Verhandlungstisch Platz nimmt“. Deutschland nutze – anders als die USA – die vorhandenen rechtlichen Möglichkeiten zu Auskünften in Steuerfragen kaum. „Ich versichere Ihnen, dass die Schweizer Banken den OECD-Standard ohne Wenn und Aber und auch ohne Zeitverzögerung umsetzen möchten“, sagte der Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung.

Mit Hinweis auf enge Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Schweiz und Deutschland warnte Mirabaud: „Störungen, wenn auch bloß ganz kleine oder atmosphärische, können sich gerade in diesen wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten, rasch negativ auswirken.“ Die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) vertritt als bedeutendster Bankenverband des Landes mehr als 350 Institute – von Raiffeisenbanken über Großbanken bis zu Auslandbanken.

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