Schweiz streicht Privilegien Schumi kratzt die Kurve

Geldsorgen muss sich Michael Schumacher sicherlich keine machen. Dennoch ist die Formel-1-Legende ein scharfer Rechner. Er droht die Schweiz zu verlassen, sollte das Land Steuervorteile für Ausländer streichen.
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Schumi warnte davor, dass die Abschaffung des Steuerprivilegs unter dem Strich für die Schweizer ein schlechtes Geschäft zu werden droht. Quelle: dpa

Schumi warnte davor, dass die Abschaffung des Steuerprivilegs unter dem Strich für die Schweizer ein schlechtes Geschäft zu werden droht.

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Zürich Seit Jahren residiert Michael Schumacher mit seiner Familie in einem luxuriösen Anwesen "La Reserve" in Gland in der Nähe von Genf. Die Wahl des Mannes aus Kerpen für die Schweiz fiel nicht nur wegen der sauberen Luft und der schönen Landschaft - sondern auch, um Steuern zu sparen. Denn reiche Ausländer lockt die Schweiz mit sehr günstigen Sonder-Regeln ins Land. Bisher.

Wer in der Schweiz keiner beruflichen Tätigkeit nachgeht und vor dem Zuzug mindestens zehn Jahre lang nicht in der Schweiz gelebt hat, kann die so genannte Pauschalsteuer wählen. Dabei wird die Steuerlast nicht nach dem Einkommen, sondern nach dem Lebensaufwand festgelegt.

Als Grundlage dient das Mehrfache des Mietwerts, sprich, die fiktive Miete von Schumis Villa ist Bemessungsgrundlage für seine Steuern, nicht seine Millioneneinnahmen aus dem Rennsport und den lukrativen Werbeverträgen.

Doch in der Schweiz gerät dieses Steuerprivileg für reiche Ausländer zunehmend unter Druck. Einige Kantone haben per Volksentscheid die Pauschalsteuer bereits abgeschafft. Aber in der Westschweiz, da wo Schumi und viele andere reiche Ausländer leben, gibt es das Steuerprivileg nach wie vor.

Nun haben die Schweizer Sozialdemokraten aber genug Unterschriften gesammelt, um ein Volksentscheid zu erreichen. Bald werden daher  die Schweizer darüber abstimmen, ob das Steuerprivileg in der ganzen Schweiz abgeschafft werden soll.

Die Abschaffung käme Schumi wohl teuer zu stehen. Also ging er nun in die PR-Offensive. Und droht kaum verhohlen mit Wegzug. "Man wird wahrscheinlich den einen oder anderen dazu bewegen, nicht mehr in der Schweiz zu sein", sagte Schumacher zu "Der Sonntag". Er wohne zwar sehr gerne in der Schweiz, doch er sei beim Wohnort durchaus flexibel, wenn sich die Dinge aus irgendwelchen Gründen verändern würden.

Schumi warnte davor, dass die Abschaffung des Steuerprivilegs unter dem Strich für die Schweizer ein schlechtes Geschäft zu werden droht, sollte in Folge dessen die Reichen wie er die Koffer packen. "Wenn man sich das Gesamtvolumen der so generierten Steuern, die plötzlich wegfallen würden, vor Augen führt, dann ist das eine Summe, für die dann der normale Steuerzahler zusätzlich aufkommen müsste", sagte Schumacher. 

Ob die Rechnung am Ende für ihn aufgeht, wird das Schweizer Volk in einigen Monaten an der Urne entscheiden. 

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  • Ich verstehe M. Schuhmacher sehr gut!
    Ich verstehe nicht „NEID, MISSGUNST und DUMMHEIT“ einiger Kommentatoren!
    Man muss auch gönnen können!
    Ich würde mein Geld auch lieber vor den deutschen Politikern/Plünderern in Sicherheit bringen, die wirklich nur SCHWACHSINN fabrizieren!

  • Das ärr dann aber auch sowas wie ein staat. Nur halt kleiner und auf einen Ort beschränkt.

    Der Staat sollte nicht als Herrscher verstanden werden sondern als Gemeinschaft. Man muss ihr auch nicht angehören, sondern kann sich einen anderen Wohnort suchen.

    Darum heisst es in der Schweiz "Eidgenossenschaft" und in Deutschland der "Bund" und "Bundesland"

    Das grosse Problem ist, das Volk wie auch Politiker das vergessen haben. Das Volk hat vergessen, das es nicht nur Zahler ist, sondern auch Profiteur und nicht nur folgen muss sondern auch die Aufsicht hat. Die Politiker haben vergessen, das sie nicht Herrscher sind sondern Volksvertreter. Das ist das Problem. Nicht die Steuern. Die sind richtig und wichtig. Das Problem ist, was man daraus macht wenn man nicht mehr weiss was es bedeutet.

  • @ karandasch
    "Ich vermag nicht einzuschätzen, ob es vermeintlich schwer oder leicht ist " im Kreis herumzufahren...""
    -------------------------

    @ margrit117888
    "also mit dem hart arbeiten ist das so ein Problem#
    Weil jemand ständig mit seinem Rennwagen im Kreis rumfährt, weiß ich nciht, ob man das harte Arbeit nennen kann"
    ---------------

    Ich bin kein Freund von Formel 1, weil ich's einfach langweilig finde. Aber unstrittig ist, daß der Job lebensgefährlich ist. Die Belastung ist fast genauso hoch wie bei einem Kampfjetpiloten. Bei einer Vollbremsung werden z.B. bis zu 5 G freigesetzt. Kein "Normalo", auch kein hart arbeitender Bauarbeiter würde die Tortur eines solchen Rennens aushalten ohne zusammenzubrechen.
    Was immer man vom Formel 1 Zirkus halten mag, es ist kein leicht verdientes Geld. Ich möchte diesen Job nicht geschenkt haben...

  • Wenn sich die ganzen Geldsäcke auf internationaler Ebene an die Steuergesetze halten würden, bräuchten wir uns über viele Wirtschaftskrisen nicht aufzuregen! Aber so lange es gesellschaftlicher Konsenz ist, dass Betrüger und Halsabschneider als clever und die einfältig Ehrlichen als dümmlich gelten, ändert sich daran nichts! Insbesondere seit Reagan, Kohl und Lambsdorff hat sich diese Entwicklung unter dem Euphemismus der "Liberalisierung" beschleunigt! Immerhin ist es ein Akt der internationalen Solidarität, wenn die Schweizer Bürger zukünftig die bornierten Privilegierten vor die Tür setzen, sehr nachahmenswert!

  • Hat sich mal jemand hier die Frage gestellt, wie schumacher zu dem vielen Geld kam? Ich vermag nicht einzuschätzen, ob es vermeintlich schwer oder leicht ist " im Kreis herumzufahren...") aber es gibt da genügend Leute, die für viel Geld Karten für irgendwelche Rennen kaufen, die in der Nacht aufstehen,um die Übertragung dieser Formel 1 rennen von weiß ich wo in der Welt live sehen zu können...die letztendlich bringen das viele Geld zu den Rennfahrern...das wäre sonst für Sponsoren absolut uninteressant, wenn kein Mensch das schauen würde.
    Also...Ihr alle, die Ihr diese " Sportler " satt macht-denkt mal nach...geht nicht ins Stadion zu den Bayern ( usw.) sondern am Wochenende zu Eurem Heimat " FC" ...dann " sterben " diese "Sportmillionäre" ganz schnell aus.

  • Lesen Sie erst nochmal im Grundgesetz nach, bevor Sie solche Kommentare abgeben. Etwas mehr Sachlichkeit, deutlich mehr Niveau und kostruktive praxisnahe Vorschläge würdem diesem Forum gut tun. Es steht Ihm frei seinen Wohnsitz dort zu wählen, wo er will. Im Gegensatz zu vielen Mitbürgern, kann er dies. So einfach ist die Realität und es liegt an jedem selbst was as seinem Leben zu machen.

  • Ach ja,
    immer die Besitzlosen!
    Wenn ich soviel Geld hätte wie Schumacher, würde ich auch dort meinen Wohnsitz nehmen, wo ich die wenigsten Steuern
    zahlen muß.
    Das hat nichts mit Steuerhinterziehung zu tun.
    Oder wir bauen ein Weltregime nach dem Muster Chinas.

  • Ich sag dazu nur, Pech gehabt Schumi. Manchmal ändern sich auch die Gesetze (insbesondere Steuer und Bankengesetze) in der Schweiz. Das haben wir ja in Deutschland jedes Jahr, bloss bei uns normalen Steurzahlern interessiert das keinen vom Finanzamt danach das irgendein Steuerschlupfloch so eben mal "zugestopft" wird.....;-)Ein Deutscher droht den Schweizern, da war doch vor 2-3 Jahren schonmal was (war das nicht der Steinbrück) und dann gab es ziemlich Stress. Viel Spass Schumi nun in Zukunft auf deiner Alm in der Schweiz, du wohnst da ja, nicht wir...;-)

  • Schon der Schweiz zu drohen, zeigt deutlich, dass es da enorm an Bildung mangelt
    Was glaubt er denn, wer er ist, dass er mal so einfach einem Land droht

  • so.what
    aber in Deutschland seine Rennen fahren, auf unseren Pisten das darf er, oder?
    Wir rollen ihm den roten Teppich aus, aber beitragen zum Allgemeinwohl will er nicht
    Wir müssen diesen ganzen Sport mal auf den Prüfstand stellen

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