Schweizer Bundesratswahl
Blocher fällt wieder durch, Casanova wird Kanzlerin

Der umstrittene Spitzenkandidat der nationalkonservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP), Christoph Blocher, ist erneut bei der Wahl um einen Regierungssitz gescheitert. Auch im zweiten Wahlgang erreichte er im Parlament nicht die notwendige absolute Mehrheit. Doch er hat noch einen Chance.

HB BERN. Blocher, der seit 2003 Justizminister ist und als offizieller Kandidat seiner Partei antrat, erhielt im Parlament 115 Stimmen. Damit wurde er von der im Kanton Graubünden aktiven SVP-Politikerin Eveline Widmer-Schlumpf geschlagen, die 125 Stimme auf sich vereinigte.

Die SVP hatte im Vorfeld der Wahl angekündigt, sie werde in die Opposition gehen, falls Blocher nicht gewählt werde. Falls es dazu kommt, wäre das seit Jahrzehnten gültige Schweizer Konkordanzsystem zerbrochen. Zunächst war aber offen, ob Widmer-Schlumpf die Wahl annehmen würde. Sie befand sich auf dem Weg nach Bern und äußerte sich bis zum späten Mittwochvormittag nicht.

Auch in der Vergangenheit war es schon vorgekommen, dass in den Bunderart gewählte Politiker aus Gründen der Partei-Raison die Wahl nicht angenommen haben und dann ein Kompromisskandidat gesucht werden musste.

Die siebenköpfige Schweizer Regierung, der Bundesrat, wird vom Parlament bestimmt und besteht seit 1959 praktisch aus Mitgliedern der vier großen Parteien SVP, Christ-, Frei- und Sozialdemokraten. Für die Wahl bilden die Parteien Koalitionen.

Zur neuen Schweizer Bundeskanzlerin wurde die bisherige Vizekanzlerin Corina Casanova gewählt. Die Politikerin der CVP bekam in der Vereinigten Bundesversammlung im ersten Wahlgang 124 Stimmen, eine Stimme mehr als notwenig.

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