Schweizer Stiftung gilt als Vorbild für effiziente Verwendung der Mittel
Aids-Bekämpfer brauchen mehr Geld

Der weltweite Kampf gegen Aids wird immer teurer: In diesem Jahr veranschlagt das Aidsprogramm der Vereinten Nationen, UNAIDS, mehr als 7 Milliarden Mrd. Dollar für die Abwehr der Killerseuche. Dabei reiße eine immer größere Spendenlücke auf, warnten die UNAIDS-Experten gestern am zweiten Tag der Weltaidskonferenz in Bangkok.

GENF/BANGKOK. Im kommenden Jahr sollen es schon etwa zwölf Mrd., 2007 bereits rund 20 Mrd. Dollar sein. Dabei reiße eine immer größere Spendenlücke auf, warnten die UNAIDS-Experten gestern am zweiten Tag der Weltaidskonferenz in Bangkok. Zwar habe sich das Spendenvolumen seit dem Jahr 2000 von 1,2 Mrd. auf sechs Mrd. Dollar verfünffacht. Doch schon im kommenden Jahr drohe ein Fehlbetrag von rund sechs Mrd. Dollar, der in den Folgejahren weiter wachsen dürfte.

Angesichts dieser Finanznot und Millionen neu infizierter Menschen pro Jahr kritisierte Uno-Generalsekretär Kofi Annan in der thailändischen Hauptstadt, dass die Welt „im Kampf gegen Aids immer noch nicht genug tut“. Die Immunschwäche sei „eine globale Herausforderung, und das müssen wir endlich begreifen“. Seit Aids 1981 erstmals diagnostiziert wurde, raffte die Seuche rund 20 Mill. Menschen dahin.

Das fehlende Geld ist aber nicht das einzige Problem bei der Bekämpfung der Krankheit. Gestern beherrschte ein Streit über Kondome und ihren Nutzen beim Kampf gegen Aids die Konferenz. Ausgelöst wurde er durch die Erklärung des ugandischen Präsidenten Yoweri Museveni, Abstinenz und Treue seien effektivere Wege zur Vermeidung einer Infektion. Die Mehrheit der in Bangkok anwesenden Wissenschaftler verwies allerdings auf Staaten wie Thailand, China oder Bangladesh, wo vor allem Prostitution die Zahl der HIV-Infizierten in die Höhe treibe. Hier könnten Kondome Abhilfe schaffen. Die Regierung der Vereinigten Staaten wurde dafür kritisiert, dass ein Drittel des von ihr bereitgestellten Geldes für den Kampf gegen Aids für Programme ausgegeben werden muss, die Enthaltsamkeit vor der Ehe fordern.

Um die wenigen Mittel für die Aidsabwehr effizient einzusetzen, bauen immer mehr Experten auf eine bisher weithin unbekannte Stiftung nach Schweizer Recht: den Globalen Fonds gegen Aids, Tuberkulose und Malaria in Genf. „Das Geld des Globalen Fonds wird Millionen von Menschenleben retten und verhindern, dass sich die Seuche noch schneller ausbreitet“, sagt etwa US-Gesundheitsminister Tommy Thompson, Aufsichtsratschef des Fonds. In den zweieinhalb Jahren seit ihrer Gründung hat die Stiftung rund drei Mrd. Dollar für rund 300 verschiedene Projekte vergeben. Das Geld, das nicht zurückgezahlt werden muss, fließt praktisch auf alle Kontinente.

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