Schweizer Wahlkampf Die Angstmacher

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"Warum ist die SVP so erfolgreich?"

„Eigentlich geht es den Schweizern noch gut, sie leben auf einer Wohlstandsinsel“, erklärt Hermann. „Doch sie haben Angst etwas zu verlieren, sie haben Angst überrollt zu werden“, fügt er hinzu. Und genau diese Ängste werden von Blocher und seinen Parteikameraden immer wieder geschürt. Die Angst ist ihr Programm. Gleichzeitig gaukelt die SVP ihrem Fußvolk vor, sie könne eine heile, gemütliche Schweiz bewahren. Die Schweiz der SVP ist aber ein Land, das es so nicht mehr gibt.

Blocher redet sich in Fahrt. Er keilt gegen Europas Politiker. Bundeskanzlerin Angela Merkel, Altkanzler Helmut Kohl und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, sie alle bekommen ihr Fett weg.

Dann wieder der Euro. Die Einheitswährung, so die Blocher-Diagnose, sei einfach zu groß. „Warum bin ich für die kleinen Verhältnisse?“ fragt Blocher. „Das Große ist schwer zu überschauen.“ Mit simplen Sätzen trifft der Pfarrerssohn den Nerv seiner Fans in dem Minikanton Nidwalden.

Und Blocher gelobt: Nur die SVP garantiert die Unabhängigkeit der Schweiz, nur die SVP hält die Schweiz aus der EU heraus.

Dann schwadroniert er von einem „Geheimplan“ der anderen Schweizer Parteien: „Sie wollen das Volk über ihre wahren Absichten hinters Licht führen und so die Integration in die marode EU vertuschen.“ Heftiges Kopfschütteln an den Tischreihen, Gebrummel. Eine blonde Frau im Trachtenkostüm, Mitte vierzig, verzieht das Gesicht. Blocher legt noch einen drauf: Ein Bayer habe ihm, dem Schweizer, gesagt: „Ihr seid das letzte unabhängige Volk, bleibt ihr unabhängig.“ Lachen. Johlen. Jubel.

Blocher hat mit seiner Angstkampagne leichtes Spiel – nicht nur in Stans. Denn in der Schweiz verbreitet sich in diesen Monaten tatsächlich Angst. Die Wirtschaft bereitet den Menschen von Basel bis ins Tessin immer mehr Kummer. Es macht sich die Erkenntnis breit: Wir können uns den Risiken der Globalisierung und den Turbulenzen der Finanzmärkte nicht entziehen. „Die Krisenstimmung ist auch bei uns angekommen“, warnt Urs Müller, Direktor des Wirtschaftsforschungsinstituts BAK Basel.

Zumal der Höhenflug des Frankens ließ die Schweizer fast verzweifeln. Zwischen August 2010 und August 2011 legte Helvetiens Währung über 30 Prozent an Wert gegenüber dem Euro zu. Zeitweise erklomm der bärenstarke Franken in diesem Sommer sogar die Parität mit dem Euro und würgte die Konjunktur.

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15 Kommentare zu "Schweizer Wahlkampf: Die Angstmacher"

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  • Scheinheiligkeit, Doppelmoral, Ahnungslosigkeit und Rechtschreibschwäche - eindrückliche Merkmale, die so mancher Beitrag hier über dessen Schreiberling enthüllt. Jammern wir doch stattdessen gemeinsam über deutsches Lohndumping, ein ganz ungerechter *jammer* Wettbewerbsvorteil der deutschen Wirtschaft. Jammern wir über den Aussenhandelsüberschuss, der Löcher in die Handelsbilanz anderer Staaten reisst. *achja: jammer*...Die viel beklagte, mangelnde deutsche Konsumfreudigkeit, verantwortlich für den geringen Absatz französischer Louis-Vuitton Produkte und damit auch das geringe französische Wirtschaftswachstum...ein Skandal! *jammer, jammer, jammer*.
    Ich hoffe mein Sarkasmus ist durch die geistige Umnebelung gedrungen. Wir leben noch immer in einer Marktwirtschaft. Natürlich wäre es schön die Welt in rosa zu sehen, mit kleinen rosa Elefanten, in der böse Despoten aus aller Welt geächtet werden. Dann frage ich mich aber wieso sich bekannte deutsche Firmen erst auf erheblichen Druck der Vereinigten Staaten aus dem Iran zurückgezogen und scheinbar anständige europäische Politiker nicht gezögert haben, sich mit Muammar al-Gaddafi zu zeigen. Vielleicht deshalb, weil sich die Welt nicht einfach in Gut und Böse, moralisch und unmoralisch einteilen lässt...auch wenn mir da der typische Bild Leser widersprechen wird.
    Es würde manchem hier in diesem Forum gut tun, von seinem hohen moralischen Ross heruntersteigen und sich die Welt im Lichte geistiger Klarheit zu betrachten, dann würde er nähmlich erkennen, dass er auf einem Pony sass. Ich darf in diesem Zusammenhang auch festhalten, dass es nicht an Deutschen ist, die Welt über Ausländerfeindlichkeit aufzuklären.

  • Angstmacher? Hier wird gegen die Angstmacher gewettert! Das ist überall so auf der Welt. Bin ich jetzt auch ein Rassist?

  • @Andre
    Die Jobs bleiben dann unbesetzt(nicht jeder Schweizer ist ein Einstein) und die Sozialkosten steigen weil die Schweiz massiv überaltern würde. Die Immobilienblase platzt, was sich direkt bei Schweizer Banken und Versicherungen in der Bilanz bemerkbar machen würde - die Schweizer Pensionskassen hätten ein grosses Problem damit. Kriminalität - die Schweizer Kriminalitätsrate ist unter den niedrigsten in Europa.

    Grenzen zu - und die Probleme werden der Schweiz über den Kopf wachsen.

  • Blocher hat recht sagt ein " Apfelweintrinker" Dieser Artikel versucht die Vorbehalte der Schweizer gegen zum Beispiel unbestrittene Probleme gerade mit deutschen arroganten Einwanderern zu stigmatisieren. Es reicht nicht aus ein Bild zu malen von saufenden grölenden Schweizern, nur weil diese sich gegen einen zu schnellen Wandel in der Schweiz wenden. Eines steht fest. Der Irrsinn das schweizer Bankgeheimnis aufzukündigen wäre unter Blocher nie passiert. Es wird die Schweiz den Kopf kosten. Ich bin übrigens kein Schweizer und ein erklärter Gegener der SVP und Blochers.

  • Da ist der Herr Blocher dann aber echt böse auf dich wenn nicht die Ausländer wer dann soll dann die Arbeit in seiner Firma tätigen ? Ab morgen sollte die chweiz es mal ausprobieren so eine Woche zur Gewöhnung, dann steigern wenns gefällt.

  • Pizza für 20 Euro - Dann hat diese vorher 17 Euro gekostet, selbst wenn man die maximale Aufwertung von 20 Prozent rechnet. Wer kauft eine Pizza um 17 Euro?

  • hahaha,die deutsche herrschaften haben in der schweiz diskriminierungprobleme...sogar spueren sie ein wenig rassistischen hauch...haette ich das nicht selbst gelesen,koennte ich das nicht glauben...

  • Man muss sich erst mal anschauen, wie dieses Land zu Reichtum gelangt! Z.B. indem Steuerhinterziehung in anderen Ländern unterstützt und dubiose Geschäfte von Rohstoffhändlern (wie Glencore), die kaum Steuern zahlen, vor allem nicht in den Ländern die sie ausbeuten, toleriert wird. Die Schweiz unterstützt/toleriert Geschäfte mit Diktatoren wie Kim-Jong Il. Locken Reiche an, die kaum Steuern zahlen müssen und den Steuersatz mit dem Finanzamt selbst aushandeln dürfen. Auch werden durch Steuerdumping internationale Firmen angelockt, die dann in anderen europäischen Ländern Arbeitsplätze abbauen.
    Es gibt wohl kaum ein Land, in dem das Vermögen der Reichen so stark wächst, wie in der Schweiz. Auch durch gute Strukturen, die in Steueroasen weltweit reichen.
    Wenn also ein Land das Gefüge in Europa zerstört dann die Schweiz! Die Frankenstärke und die hohe Einwanderung ist nur eine logische Konsequenz!

  • Die Einwanderer sind durchaus das größte Übel der Schweiz:
    Sie bringen Schwarzgeld ins Land, sie treiben die Immobilienpreise hoch, sie nehmen den Schweizern die besten Jobs weg, sie bringen Kriminalität ins Land. Grenzen zu und das Problem ist gelöst.

  • Diskrimierent, Rassistisch ist die Haltung der Schweizer besonders gegenüber Deutschen, was man auch feststellen mus, viele Schweizer sind es nicht gewohnt das Wort arbeiten zu realisieren, wobei ich arbeiten meine und nicht sinnloses herrumstürtzen. Herr Blocher sollt sich die Frage gefallen lassen wie seine Beschäftigten so seinen Gewinn maximieren den die können arbeiten.

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