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Schwere Explosion: Pakistan fürchtet neue Serie von Anschlägen

In Pakistan haben die Vereinten Nationen nach dem Tod von vier Mitarbeitern alle Büros vorübergehend geschlossen. Trotz strenger Sicherheitsvorkehrungen sprengte sich ein Selbstmordattentäter im Hauptquartier des Uno-Welternährungsprogramms in Islamabad in die Luft.

Der Selbstmordattentäter riss vier Menschen mit in den Tod. Quelle: ap
Der Selbstmordattentäter riss vier Menschen mit in den Tod. Quelle: ap

HB NEU DELHI. Dabei starben ein irakischer und drei pakistanische Mitarbeiter der Hilfsorganisation, mindestens sechs weitere Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Pakistans Innenminister Rehman Malik machte die Taliban für den Anschlag verantwortlich, zu dem sich zunächst niemand bekannte.

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Das blutigste Selbstmordattentat seit April in der Hauptstadt Islamabad schürt die Furcht vor einer neuen Welle islamistischer Anschläge in Pakistan. Die Taliban haben Rache für ihren Anführer Baitullah Mehsud angekündigt, der im August bei einem Raketenangriff eines ferngesteuerten US-Flugzeugs getötet worden war. Innenminister Malik warnte vor weiteren Attentaten in naher Zukunft. Die neue Talibanführung habe bei einem Treffen vor wenigen Tagen die Entsendung von Selbstmordattentätern in Pakistans Städte beschlossen, sagte er. In der vergangenen Woche hatten bereits zwei Autobomben im Nordwesten des Landes 16 Menschen getötet, nachdem die Zahl der Anschläge unmittelbar nach Mehsuds Tod vorübergehend zurückgegangen war.

Das angegriffene Büro des Welternährungsprogramms befindet sich in dem massiv von Militär und Polizei abgesicherten Zentrum Islamabads, in dem sich auch viele Botschaften befinden. Der Attentäter war offenbar als Soldaten verkleidet in die mit Scannern und Kameras gesicherte Lobby der Uno-Organisation gelangt und hatte sich dort in die Luft gesprengt. Der Anschlag ist ein schwerer Rückschlag für Pakistans Regierung unter Präsident Asif Ali Zardari, die nach den jüngsten militärischen Erfolgen gegen die Taliban von einer verbesserten Sicherheitslage gesprochen hatte. Er erhöht den Druck auf internationale Organisationen und Botschaften, die noblen Wohnviertel Islamabads zu verlassen und sich in einer eigens von der Regierung eingerichteten Sicherheitszone anzusiedeln.

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte das Attentat als „schändliches Verbrechen“. Die Vereinten Nationen machten keine Angabe, wann sie ihre Büros wieder öffnen wollen. Bereits mehrfach sind Uno-Mitarbeiter vor allem des Welternährungsprogramms und des Flüchtlingshilfswerk in Pakistan Anschlägen zum Opfer gefallen. Die Taliban versuchen damit, die internationale Hilfe für die mehr als zwei Millionen Flüchtlinge aus den Konfliktgebieten im Norden des Landes und an der Grenze zu Afghanistan zu stoppen und so die Bevölkerung auf ihre Seite zu ziehen. Berichten zufolge soll es nach Mehsuds Tod zu Nachfolgekämpfen gekommen sein. Die Taliban haben dies stets zurückgewiesen und neue Anschläge zum Beweis ihrer Stärke angekündigt.

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