Schwere Explosionen: Israel bombardiert Ziele im Großraum Damaskus

Schwere Explosionen
Israel bombardiert Ziele im Großraum Damaskus

Israel hat bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage Ziele in Syrien aus der Luft bombardiert. Der neueste Angriff galt angeblich einer Raketenlieferung aus dem Iran. Die Angst vor Vergeltung wächst.
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Beirut/Tel Aviv/New YorkIsrael hat zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage das Nachbarland Syrien angegriffen. Die Hauptstadt Damaskus wurde am frühen Sonntagmorgen stundenlang von schweren Explosionen erschüttert. Aus westlichen Geheimdienstkreisen verlautete, der Angriff habe einer Raketenlieferung aus dem Iran an die islamistische Hisbollah gegolten. Bereits am Freitag gab es einen ähnlichen Luftangriff. Die Regierung in Jerusalem ist besorgt, dass Präzisionsraketen in die Hände von Hisbollah-Kämpfern gelangen könnten, die damit den Großraum Tel Aviv treffen könnten. Bereits vor sieben Jahren hatte der jüdische Staat einen Krieg gegen die Hisbollah im Libanon geführt.

Die syrische Regierung erklärte, es sei ihre Pflicht, das Land mit allen Mitteln gegen Bedrohungen von innen und außen zu verteidigen. Der israelische Angriff öffne die „Tür zu allen Möglichkeiten“. Nach Darstellung des amtlichen syrischen Fernsehens gab es bei einem Angriff auf ein militärisches Forschungszentrum in Dschamraja viele zivile Opfer und große Zerstörungen.

Anwohner berichteten, rund um die Hauptstadt habe es über Stunden Explosionen gegeben. „Die Nacht wurde zum Tag“, sagte ein Mann. Auch in der Stadt Kura al-Assad, wo viele Regierungsmitarbeiter leben, gab es einem Zeugen zufolge Explosionen. Der Ort liegt etwa fünf Kilometer westlich von Dschamraja. In Damaskus selbst gingen die Bewohner zunächst von einem Erdbeben aus. Die Hauptstadt wurde von Explosionen hellerleuchtet. Nach einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Sana wurde auch der Luftwaffenstützpunkt Dimas angegriffen.

Wie aus den westlichen Geheimdienstkreisen verlautete, waren iranische Raketen vom Typ „Fateh 110“ für die libanesische Hisbollah das Ziel. Die Islamische Republik ist ein Verbündeter des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad, der seit mehr als zwei Jahren gegen einen Aufstand im Land kämpft. Die meisten Rebellen sind Sunniten, während Assads Volksgruppe der Alawiten dem im Iran vorherrschenden schiitischen Glauben nahestehen.

Israel hat am Sonntag aus Furcht vor Vergeltung den Luftraum im Norden des Landes für zivile Flugzeuge gesperrt. Das berichtete der israelische Rundfunk. Die israelische Fluggesellschaft Arkia kündigte an, alle Flüge aus der nördlichen Hafenstadt Haifa nach Eilat am Roten Meer im Süden des Landes auszusetzen. Eine israelische Militärsprecherin wollte dazu keine näheren Details geben und verwies lediglich auf die Zusammenarbeit zwischen der Zivilluftfahrt, der Luftwaffe und der Flughafenbehörde in Israel bei der Lagebeurteilung.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat besorgt auf Berichte über israelische Luftangriffe auf Ziele in Syrien reagiert. „Die Vereinten Nationen kennen keine Einzelheiten der berichteten Ereignisse und können auch nicht unabhängig überprüfen, was passiert ist“, sagte Ban am Sonntag in New York laut Mitteilung. Er rief alle Seiten zu höchstmöglicher Ruhe und Zurückhaltung auf, um eine Eskalation des bereits jetzt „verheerenden und sehr gefährlichen“ Konflikts zu verhindern.
Israel und Syrien sind zwar verfeindet. Nach einem Krieg vor 40 Jahren ist es an der gemeinsamen Grenze aber vergleichsweise ruhig geblieben. Dagegen kämpften die israelischen Streitkräfte vor sieben Jahren mehr als einen Monat lang in einem Krieg gegen die Hisbollah im Libanon.

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