Schwere Gefechte
Gewalt im Sudan eskaliert

In wenigen Wochen will der Südsudan unabhängig werden, doch nun eskaliert die Gewalt: In der strategisch wichtigen Stadt Abyei kam es zu schweren Gefechten und Bombardements zwischen nördlichen und südlichen Einheiten.
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KhartumIm Sudan eskaliert Wochen vor der geplanten Loslösung des Südens die Gewalt. Die nordsudanesische Armee übernahm am Samstag nach Gefechten die Kontrolle über die wichtigste Stadt in der umstrittenen Region Abyei, wie beide Seiten mitteilten.

Nach südsudanesischen Angaben zogen Truppen des Nordens mit Panzern ein. Außerdem habe es eine Bombardierung aus der Luft gegeben. Auch mindestens vier Dörfer seien beschossen worden. Die US-Regierung verurteilte das Vorgehen des Nord-Sudan als „unangemessen und unverantwortlich“ und forderte einen Abzug der Truppen aus Abyei.

Auslöser der Kämpfe war am Donnerstag ein Angriff auf einen Konvoi nordsudanesischer Kräfte, die von UN-Blauhelmsoldaten eskortiert wurden. Der Norden machte dafür südsudanesische Truppen verantwortlich, die das aber zurückwiesen.

Beide Seiten waren dazu aufgerufen, ihre Kräfte größtenteils aus Abyei zurückziehen. Die Region, die Ölvorkommen und fruchtbares Weideland bietet, ist der wichtigste offene Streitpunkt vor der Aufteilung des Landes.

Der Süden will am 9. Juli seine Unabhängigkeit ausrufen. Die dortige Bevölkerung hatte sich im Januar in einem Referendum mit großer Mehrheit für die Loslösung vom Norden entschieden. Die Volksabstimmung war Teil eines Friedensabkommens von 2005, das einen mehr als 20 Jahre dauernden Bürgerkrieg beendete. Während der Norden überwiegend muslimisch geprägt ist, sind die meisten Süd-Sudanesen Christen oder Anhänger lokaler Glaubensrichtungen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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