Schwere Gefechte
IS startet Großangriff auf Kurdenenklave Ain al-Arab

Der Kampf um die nordsyrische kurdische Enklave Ain al-Arab spitzt sich zu: 1800 Peschmerga gehen gegen die IS-Extremisten in Stellung. Die haben am Sonntagabend die Kurdenstadt unter schweren Beschuss genommen.
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Berlin/Bagdad/Ain al-Arab/WashingtonDie Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat die kurdische Enklave Ain al-Arab in Nordsyrien von mehreren Seiten aus unter schweren Beschuss genommen. Mindestens elf Granaten seien am Sonntagabend vor allem im Westen der Stadt eingeschlagen, berichtete die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Auch von Osten her feuerten die Extremisten nach Angaben von Augenzeugen mit Artillerie in die Stadt.

Auf Twitter berichten Beobachter von der türkischen Grenze aus von „schwerem Beschuss“. Eine arabische Journalistin vor Ort schrieb unter Berufung auf Anwohner, es sei das erste Mal, dass die IS-Miliz einen so großen Angriff unmittelbar auf die Stadt führe. Autos würden „reihenweise“ die Stadt verlassen. Ein Korrespondent der kurdischen Nachrichtenseite „Rudaw“ bestätigte Angriffe auf das Stadtzentrum. Später habe sich die Lage etwas beruhigt.

Bereits am Samstag hatten IS-Extremisten Ain al-Arab nach Angaben der Beobachtungsstelle erstmals mit Mörsergranaten beschossen. Kurdische Peschmerga-Kämpfer rüsten sich daher für einen Gegenschlag. Rund 1800 Peschmerga-Soldaten seien in der umkämpften Stadt in Stellung gegangen, berichtete die syrische Beobachtungsstelle am Sonntag. Allein seit Mittwoch seien 1500 Kämpfer eingetroffen. Flugzeuge des US-geführten Anti-IS-Bündnisses hatten am Wochenende bereits Stellungen der IS-Miliz in der Region beschossen.

Die im Norden Syriens gelegene Enklave Ain al-Arab, die im Kurdischen Kobane genannt wird, war vor mehr als einer Woche von IS-Kämpfern teilweise eingekreist worden. Bei ihrem Vormarsch hatten die Dschihadisten mehr als 60 Dörfer im Umland eingenommen. Zehntausende Menschen flohen.

Die äußerst brutalen Dschihadisten des IS beherrschen im Irak und in Syrien je rund ein Drittel der Fläche. Die von ihnen eroberten Gebiete bezeichnen sie als „Kalifat“. Mehrere westliche und arabische Länder fliegen Luftangriffe auf IS-Stellungen im Irak oder in Syrien.

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  • Interessante Diskussion dazu am Wochenende im Presseclub, ARD. Habs leider nur teilweise mitbekommen. Guido war wohl damals schnell überzeugt, als Saudi Arabien und Katar 100 Mrd. für Waffen auf den deutschen Tisch legten, die nun wohl bei der IS sind. Das Agieren von Merkel, Steinmeier, Gabriel und Flinten-Uschi im Fall IS ist genauso scheinheilig wie im Fall Ukraine.

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