Schwere Gefechte
Libyens wichtigste Ölhäfen geschlossen

In Libyen ringen zwei Regierungen um die Macht. Weil Milizen auf die zwei größten Ölhäfen des Landes vorrückten, flog die international anerkannte Regierung Luftangriffe. Nun wurden die wichtigen Anlagen geschlossen.
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TripolisIn Libyen sind die zwei größten Ölhäfen des Landes wegen heftiger Gefechte in der Nähe geschlossen worden. Dies teilte der staatliche Ölkonzern National Oil am Sonntagabend mit. Die meisten Mitarbeiter wurden abgezogen. Nur eine Notbesetzung sollte vor Ort verbleiben. Zuvor hatten Truppen der international anerkannten Regierung Luftangriffe auf Milizen geflogen, die auf den Hafen vorrückten.

Zu neuen Kämpfen kam es auch an der Grenze zu Tunesien. Daran beteiligt waren nach offiziellen Angaben bewaffnete Gruppen, die jeweils loyal zu einer der beiden konkurrierenden Regierungen stehen. Wer den wichtigsten Übergang an der Grenze unter Kontrolle hat, war unklar. Tunesische Behörden erklärten, es gebe Kämpfe in der Nähe des Grenzübergangs. Dieser sei aber passierbar, wenngleich Tunesien seinen Bürgern abgeraten habe, den Übergang zu nutzen.

Nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar Gaddafi 2011 ist es in Libyen nicht gelungen, neue Sicherheitsstrukturen aufzubauen und die rivalisierenden Rebellengruppen zu entwaffnen. Derzeit ringen zwei Regierungen um die Macht in dem erdölreichen nordafrikanischen Staat.

Die eine hat sich im nordwestlichen Tripolis formiert, nachdem die Hauptstadt im August von einer Milizen-Gruppe erobert worden war. Die international anerkannte Regierung hat sich ins nordöstliche Tobruk geflüchtet.

Bei den geschlossenen Ölhäfen handelt es sich um die Anlagen Al-Sider und Ras Lanuf. Beide zusammen förderten etwa 350.000 Barrel pro Tag oder mehr als die Hälfte der Produktion Libyens.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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