Schwere Gefechte nach Wahlergebnissen
Rauchsäulen steigen über Kinshasa auf

In der Hauptstadt des Kongos haben sich rivalisierende Gruppen nur wenige Stunden nach Bekanntgabe der Wahlergebnisse erneut heftige Feuergefechte geliefert. Dabei würden auch schwere Waffen eingesetzt, der Sprecher der UN-Truppen-Sprecher Kemal Saiki am Montag.

HB KINSHASA/JOHANNESBURG. „Die Gefechte haben gegen 17 Uhr begonnen. Es sieht so aus, als ob auch Geschütze oder Granatwerfer eingesetzt werden“, sagte Saiki. Die UN-Soldaten seien in erhöhter Alarmbereitschaft. Unklar sei, wer auf wen schieße. Augenzeugen berichten von einer dunklen Rauchsäule im Westen Kinshasas, wo der amtierende Vizepräsident Jean-Pierre Bemba wohnt.

Der frühere Rebellenchef hatte bei den Wahlen am 30. Juli 20 Prozent der Stimmen errungen und wird daher Ende Oktober in einer Stichwahl gegen den amtierenden Präsidenten Joseph Kabila antreten müssen. Die Bekanntgabe der Ergebnisse am frühen Montagmorgen war um mehrere Stunden verschoben worden, weil es auch am Sonntagabend im Stadtzentrum zu Gefechten gekommen war. Der Sprecher der in Kinshasa stationierten EU-Truppe (EUFOR), Oberstleutnant Peter Fuss, bestätigte ebenfalls die Gefechte. „Ja, es gibt Kämpfe in der Stadt“, erklärte er der dpa. Die unter deutscher Leitung stehende EU-Truppe - der auch 780 Bundeswehr-Soldaten angehören - bleibe jedoch im Hauptquartier, um keine falschen Signale zu setzen.

Bei den Feuergefechten rivalisierender Gruppen in der Hauptstadt Kinshasa sind bislang allerdings keine Bundeswehrsoldaten unter Beschuss geraten. „Nach unseren Informationen haben sich keine Bundeswehrsoldaten außerhalb des Camps befunden, und damit kam es auch zu keinen Beschüssen“, sagte ein Sprecher des für die Bundeswehrmissionen im Ausland zuständigen Einsatzführungskommandos in Geltow bei Potsdam am Montagabend.

Die Wahlkommission hatte nach Auszählung der Wahlzettel Kabila in der Nacht zum Montag knapp 45 Prozent und dem amtierenden Vizepräsidenten und Ex-Rebellenchef Bemba 20 Prozent der Stimmen bescheinigt. Die Wahlbeteiligung lag bei 70,5 Prozent. Ausgezählt waren 168 der 169 Wahlkreise in dem Land von der Größe Westeuropas. Die Ergebnisse müssen noch vom Obersten Gericht bestätigt werden.

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